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200 Milliarden Dollar in fünf Jahren: Anthropic kauft sich tief in Googles Cloud-Imperium ein

Anthropic verpflichtet sich gegenüber Google Cloud zu Ausgaben von 200 Milliarden Dollar über fünf Jahre – plus 40 Milliarden Direktinvestment von Alphabet. Die grösste Cloud-Verpflichtung, die je publik wurde.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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7. MAI 2026
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Stapel von Computer-Prozessor-Chips auf Werkbank, Tresor-Tür leicht offen, Geldkoffer auf dem Boden, kinewsletter.ch Stil
Stapel von Computer-Prozessor-Chips auf Werkbank, Tresor-Tür, Geldkoffer, Dark Mode
INHALT
01Der Deal in Zahlen02Anthropic spannt drei Cloud-Anbieter parallel ein03Google sichert sich gegen die OpenAI–Microsoft-Achse ab04Ein Signal an den Schweizer KI-Markt05Die offene Frage
INHALT
01Der Deal in Zahlen02Anthropic spannt drei Cloud-Anbieter parallel ein03Google sichert sich gegen die OpenAI–Microsoft-Achse ab04Ein Signal an den Schweizer KI-Markt05Die offene Frage
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Anthropic verpflichtet sich zu 200 Mrd. Dollar Ausgaben bei Google Cloud über 5 Jahre – die grösste Cloud-Verpflichtung der KI-Geschichte.

Anthropic verpflichtet sich gegenüber Google Cloud zu Ausgaben von 200 Milliarden Dollar über die nächsten fünf Jahre – die grösste Cloud-Verpflichtung, die je publik wurde. Damit zementiert sich die Bündnis-Logik in der KI-Industrie: Wer die schnellsten Chips will, bezahlt den Preis. Egal wie hoch.

Der Deal in Zahlen

Laut Berichten von «The Information» vom 5. Mai 2026, die kurz darauf von Reuters, Bloomberg und Engadget aufgegriffen wurden, sieht der neue Vertrag zwischen Anthropic und Google Cloud Folgendes vor:

  • 200 Milliarden Dollar Ausgaben über fünf Jahre
  • Zugriff auf mehrere Gigawatt an Tensor Processing Units (TPUs) – Googles KI-Spezialchips, die Anthropic gemeinsam mit dem Chipdesigner Broadcom seit April mietet
  • TPU-Kapazität, die ab 2027 sukzessive online geht
  • Parallel investiert Alphabet bis zu 40 Milliarden Dollar direkt in Anthropic – als Kapitalbeteiligung am Startup

Die Dimension wird erst im Vergleich klar: Anthropic allein soll laut Berichten über 40 Prozent des Revenue-Backlogs ausmachen, das Google seinen Investoren ausweist. Und bei den grossen Cloud-Anbietern entfallen mehr als die Hälfte der zwei Billionen Dollar offener Verträge inzwischen auf Anthropic und OpenAI.

Anthropic spannt drei Cloud-Anbieter parallel ein

Bemerkenswert ist, dass Anthropic seine Compute-Beschaffung breit streut. Das Startup hat parallel zu Google:

  • Einen langjährigen Multi-Milliarden-Deal mit Amazon AWS – plus rund 1 Gigawatt zusätzliche AWS-Chip-Kapazität bis Jahresende
  • Den frischen Junk-Bond-Deal über 5,7 Milliarden Dollar, der mit Coatue, Fluidstack und der nahen NVIDIA-Beteiligung Datacenter-Bauten finanziert
  • Und nun den 200-Milliarden-Dollar-Vertrag mit Google plus dessen TPUs
Strong demand for its Claude family of AI models has driven Anthropic to sign a series of major agreements to acquire more computing capacity.

So formuliert es Reuters – und trifft damit den Kern. Claude Opus 4.7, Claude Mythos und die neuen Wall-Street-Agenten haben einen Hunger nach Rechenleistung erzeugt, den ein einzelner Hyperscaler nicht mehr stillen kann.

Google sichert sich gegen die OpenAI–Microsoft-Achse ab

Aus Googles Perspektive ist der Deal ein strategischer Doppelschlag. Erstens fliesst Anthropics 200-Milliarden-Verpflichtung direkt in den Cloud-Umsatz – ein gewaltiger Schub für ein Geschäft, das gegen AWS und Azure aufholen muss. Zweitens bindet Google den zweitgrössten Frontier-Lab-Hersteller über Hardware (TPU) und Kapital (40-Milliarden-Investition) eng an sich.

Damit gleicht sich das Kräftefeld: OpenAI ist primär an Microsoft Azure gebunden (auch wenn diese Exklusivität laut früheren Berichten gerade aufweicht und OpenAI inzwischen auch auf AWS Bedrock liefert). Anthropic verteilt sich auf drei Anbieter – ist aber durch das Google-Investment institutionell mit Mountain View verbunden.

Ein Signal an den Schweizer KI-Markt

Für Schweizer Unternehmen, die KI-Infrastruktur planen, sendet der Deal zwei Signale. Erstens: Die Compute-Knappheit bei den grossen Anbietern ist real. Wer mit Claude oder GPT auf Production-Workloads geht, muss damit rechnen, dass die grossen Frontier-Labs systematisch bevorzugt werden – ihre Bereitschaft, dreistellige Milliarden-Verpflichtungen einzugehen, ist eine andere Liga als das, was ein typischer Enterprise-Kunde aufbringt.

Zweitens: Die Diversifizierung über mehrere Cloud-Anbieter wird zur Norm. Wer in den nächsten Jahren auf eine Multi-Cloud-Strategie setzt, ist näher am Vorbild der Branchenführer als jene, die alles auf einen Hyperscaler setzen.

Die offene Frage

Wenn Anthropic 200 Milliarden über fünf Jahre an Google überweist und gleichzeitig Multi-Milliarden an AWS und auf Junk-Bond-finanzierte Datacenter, müsste das Startup pro Jahr Umsätze in der Grössenordnung von rund 50 bis 70 Milliarden Dollar generieren, um die Verpflichtungen zu bedienen. Aktuell liegt Anthropic laut TechCrunch bei rund 30 Milliarden Annual Recurring Revenue.

Die Wette ist also klar: Entweder verdoppelt oder verdreifacht sich dieser Wert in den nächsten 24 Monaten – oder Anthropic hängt finanziell an einer Wachstumskurve, die jede einzelne dieser Verträge zur Existenzfrage macht. Für Google hingegen ist es ein gut abgesicherter Gewinn: Selbst wenn Anthropic stolpert, hat das TPU-Geschäft einen neuen Anker bekommen.

Quellen

The Information: Anthropic Commits to Spending $200 Billion on Google's Cloud and Chips↗ EXTERNER LINKEngadget: Anthropic reportedly agrees to pay Google $200 billion for chips and cloud access↗ EXTERNER LINKReuters via Yahoo: Anthropic commits to spending $200 billion on Google's cloud and chips↗ EXTERNER LINKDataconomy: Anthropic to Pay Google $200 Billion for AI Chips and Cloud Services↗ EXTERNER LINKWinbuzzer: Anthropic Eyes $200 Billion Google Cloud and Chips Deal↗ EXTERNER LINK
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