Anthropic verpflichtet sich gegenüber Google Cloud zu Ausgaben von 200 Milliarden Dollar über fünf Jahre – plus 40 Milliarden Direktinvestment von Alphabet. Die grösste Cloud-Verpflichtung, die je publik wurde.

Anthropic verpflichtet sich zu 200 Mrd. Dollar Ausgaben bei Google Cloud über 5 Jahre – die grösste Cloud-Verpflichtung der KI-Geschichte.
Anthropic verpflichtet sich gegenüber Google Cloud zu Ausgaben von 200 Milliarden Dollar über die nächsten fünf Jahre – die grösste Cloud-Verpflichtung, die je publik wurde. Damit zementiert sich die Bündnis-Logik in der KI-Industrie: Wer die schnellsten Chips will, bezahlt den Preis. Egal wie hoch.
Laut Berichten von «The Information» vom 5. Mai 2026, die kurz darauf von Reuters, Bloomberg und Engadget aufgegriffen wurden, sieht der neue Vertrag zwischen Anthropic und Google Cloud Folgendes vor:
Die Dimension wird erst im Vergleich klar: Anthropic allein soll laut Berichten über 40 Prozent des Revenue-Backlogs ausmachen, das Google seinen Investoren ausweist. Und bei den grossen Cloud-Anbietern entfallen mehr als die Hälfte der zwei Billionen Dollar offener Verträge inzwischen auf Anthropic und OpenAI.
Bemerkenswert ist, dass Anthropic seine Compute-Beschaffung breit streut. Das Startup hat parallel zu Google:
Strong demand for its Claude family of AI models has driven Anthropic to sign a series of major agreements to acquire more computing capacity.
So formuliert es Reuters – und trifft damit den Kern. Claude Opus 4.7, Claude Mythos und die neuen Wall-Street-Agenten haben einen Hunger nach Rechenleistung erzeugt, den ein einzelner Hyperscaler nicht mehr stillen kann.
Aus Googles Perspektive ist der Deal ein strategischer Doppelschlag. Erstens fliesst Anthropics 200-Milliarden-Verpflichtung direkt in den Cloud-Umsatz – ein gewaltiger Schub für ein Geschäft, das gegen AWS und Azure aufholen muss. Zweitens bindet Google den zweitgrössten Frontier-Lab-Hersteller über Hardware (TPU) und Kapital (40-Milliarden-Investition) eng an sich.
Damit gleicht sich das Kräftefeld: OpenAI ist primär an Microsoft Azure gebunden (auch wenn diese Exklusivität laut früheren Berichten gerade aufweicht und OpenAI inzwischen auch auf AWS Bedrock liefert). Anthropic verteilt sich auf drei Anbieter – ist aber durch das Google-Investment institutionell mit Mountain View verbunden.
Für Schweizer Unternehmen, die KI-Infrastruktur planen, sendet der Deal zwei Signale. Erstens: Die Compute-Knappheit bei den grossen Anbietern ist real. Wer mit Claude oder GPT auf Production-Workloads geht, muss damit rechnen, dass die grossen Frontier-Labs systematisch bevorzugt werden – ihre Bereitschaft, dreistellige Milliarden-Verpflichtungen einzugehen, ist eine andere Liga als das, was ein typischer Enterprise-Kunde aufbringt.
Zweitens: Die Diversifizierung über mehrere Cloud-Anbieter wird zur Norm. Wer in den nächsten Jahren auf eine Multi-Cloud-Strategie setzt, ist näher am Vorbild der Branchenführer als jene, die alles auf einen Hyperscaler setzen.
Wenn Anthropic 200 Milliarden über fünf Jahre an Google überweist und gleichzeitig Multi-Milliarden an AWS und auf Junk-Bond-finanzierte Datacenter, müsste das Startup pro Jahr Umsätze in der Grössenordnung von rund 50 bis 70 Milliarden Dollar generieren, um die Verpflichtungen zu bedienen. Aktuell liegt Anthropic laut TechCrunch bei rund 30 Milliarden Annual Recurring Revenue.
Die Wette ist also klar: Entweder verdoppelt oder verdreifacht sich dieser Wert in den nächsten 24 Monaten – oder Anthropic hängt finanziell an einer Wachstumskurve, die jede einzelne dieser Verträge zur Existenzfrage macht. Für Google hingegen ist es ein gut abgesicherter Gewinn: Selbst wenn Anthropic stolpert, hat das TPU-Geschäft einen neuen Anker bekommen.
Anthropic verpflichtet sich zu 200 Mrd. Dollar Ausgaben bei Google Cloud über 5 Jahre – die grösste Cloud-Verpflichtung der KI-Geschichte.

Anthropic hat einen Compute-Deal mit SpaceX über die volle Kapazität des Colossus-1-Datacenters in Memphis verkündet: 300 Megawatt, über 220'000 NVIDIA-GPUs. Parallel verdoppeln sich die 5h-Limits in Claude Code, die Peak-Hour-Drosselung fällt weg, und API-Limits für Opus steigen massiv. Im Vertrag versteckt: Interesse an orbitaler Compute-Kapazität.
Mehr Compute, weniger Limits, härteres Statement im Compute-Wettrüsten – und Musks SpaceX als unerwarteter Lieferant.

Das Miami-Startup Subquadratic ist mit einer 29-Mio.-Dollar-Seed-Runde gestartet und stellt SubQ 1M-Preview vor – ein Sprachmodell mit 12 Mio. Token Kontext und einer neuen Aufmerksamkeits-Architektur (SSA), die Compute linear statt quadratisch skaliert. CEO ist Justin Dangel, CTO Alex Whedon (Ex-Meta).
Wenn die Sparse-Attention-Architektur unabhängig verifiziert wird, ist das der grösste Architektur-Sprung seit dem Transformer – aber bisher fehlen Weights, Peer-Review und API-Pricing.

Anthropic launcht zehn KI-Agenten für Banken und Versicherer, eine Komplett-Integration in Microsoft 365 und holt Jamie Dimon auf die Bühne. Vier Tage nach dem 1,5-Mrd.-JV mit Wall Street steht die Schiene für regulierte Branchen.
Anthropic positioniert sich als Komplettanbieter für die Finanzindustrie – die Schweizer Banken stehen unter direktem Wettbewerbsdruck.