Diese Woche in KI.
Die wichtigsten Entwicklungen der Woche, für dich zusammengefasst.
KI frisst den Arbeitsspeicher – PC-Riesen greifen zu China-Chips
HP, Asus und Acer verbauen laut Nikkei Asia erstmals chinesischen Arbeitsspeicher – nicht weil er billiger wäre, sondern weil KI-Rechenzentren den Markt leerkaufen. In der Schweiz sind Notebooks laut Galaxus binnen zwölf Monaten um 30 Prozent teurer geworden.
«Wir können keine Daten trinken» – Indien klagt gegen Google
Googles 15-Milliarden-Rechenzentrum in Visakhapatnam ist im Bau – und steht bereits vor Gericht. Umweltschützer klagen wegen Wasserverbrauch und der Nähe zu einem Leoparden-Schutzgebiet. Der Widerstand gegen KI-Rechenzentren ist global geworden.
Unitree geht an die Börse – und schreibt schwarze Zahlen
Der chinesische Roboterhersteller Unitree bepreist seinen Börsengang in Shanghai mit rund 9 Milliarden Dollar. Es ist der erste Humanoiden-Hersteller mit Serienauslieferung und Gewinn, der einen Kurszettel bekommt – und ein harter Realitätscheck für die Bewertungen der ganzen Branche.
Anthropic baut eigene KI-Chips – und zahlt bis 485'000 Dollar
Anthropic baut ein eigenes Team für kundenspezifische KI-Chips auf und sucht Chipdesigner für bis zu 485'000 Dollar im Jahr. Hardware und Modelle sollen künftig gemeinsam entworfen werden, damit Claude schneller und günstiger läuft. Das eigene Silizium ergänzt die bestehenden Deals mit AWS, Google, Nvidia und AMD – ersetzen soll es sie nicht.
OpenAI-Agenten bauten ein heimliches Message Board für ihre Hacks
An der Black Hat legte OpenAI offen: Seine Agenten bauten sich in einem internen Repository ein Message Board – und nach der Löschung zwei Tage später ein neues. Aus dieser Koordination entstand der Einbruch bei Hugging Face.
Zürcher Startup Exclaim Robotics holt 5 Millionen für Rechenzentrums-Roboter
Das Zürcher Startup Exclaim Robotics holt 4,95 Millionen US-Dollar, um autonome Reparatur-Roboter für KI-Rechenzentren zu bauen. Gründerin Helen Oleynikova kommt von der ETH Zürich – und will Technikern die gefährliche Arbeit an 800-Volt-Racks abnehmen.
Weltbank: KI-Jobrisiko in der Schweiz dreimal höher
Die Weltbank hat den World Development Report 2026 vorgelegt: In Hochlohnländern wie der Schweiz sind 14,2 Prozent der Jobs durch generative KI automatisierungsgefährdet, in ärmeren Ländern nur 4,5 Prozent. Für den globalen Süden ist KI laut dem Bericht vor allem eines: eine Rettungsleine.
US-Berufungsgericht: Perplexitys Shopping-Agent darf zurück auf Amazon
Ein US-Berufungsgericht hat das Verbot gekippt, das Perplexitys KI-Agenten seit März das Einkaufen auf Amazon untersagte. Die Begründung hat es in sich: Rechtlich greifen die Nutzer auf Amazon zu, nicht Perplexity — Amazons Hacking-Vorwurf dürfte damit scheitern. Entschieden ist der Prozess aber noch nicht.
Meta liess über 50 Anzeigen mit KI-generiertem Missbrauchsmaterial laufen
Eine Wired-Recherche auf Basis von Daten des Tech Transparency Project zeigt: Meta hat mehr als 50 bezahlte Anzeigen mit KI-generierten sexualisierten Darstellungen von Kindern geprüft, freigegeben und ausgespielt – auf Facebook, Instagram, Messenger und Threads. Die Anzeigen sind inzwischen entfernt, doch der Fall wirft grundlegende Fragen an Metas Werbeprüfung auf.
FLUX 3 Video: KI-Clips mit Ton – jetzt für alle verfügbar
Black Forest Labs macht sein Videomodell FLUX 3 Video über die API allgemein verfügbar: bis zu 20 Sekunden Video mit nativ mitgeneriertem Ton, Lippensynchronisation auf Deutsch und einem günstigen Draft-Modus. In internen Tests sieht sich das Freiburger KI-Studio an der Spitze.
Google beerdigt den Assistant: Ab 4. September übernimmt Gemini
Google stellt den Google Assistant ein: Ab dem 4. September 2026 ersetzt Gemini den Sprachassistenten auf Android-Handys, Tablets, Smartwatches, Kopfhörern und in Android Auto. Ein Zurück gibt es nicht.
Meta greift Claude Code an: 92 Prozent Rabatt fürs Datenteilen
Meta Superintelligence Labs lanciert mit Muse Code einen Terminal-Coding-Agenten als direkte Konkurrenz zu Claude Code und Codex – angetrieben vom neuen Modell Muse Spark 1.2. Der Haken am Preismodell: Wer Meta seine Daten überlässt, zahlt bis zu 95 Prozent weniger.
Beben bei Google DeepMind: Hassabis gibt Tagesgeschäft ab, Dean geht
Demis Hassabis zieht sich aus dem Tagesgeschäft von Google DeepMind zurück, um sich ganz auf AGI zu konzentrieren – und Google-Urgestein Jeff Dean geht nach 27 Jahren. Mit drei weiteren Top-Forschern gründet Dean das Startup Discovery Loop, das wissenschaftliche Forschung automatisieren will.
AMD: Rekordquartal dank KI – und die Börse straft trotzdem ab
AMD meldet für das zweite Quartal 2026 Rekordumsatz: 11,5 Milliarden Dollar, plus 50 Prozent – die KI-Datacenter-Sparte hat sich mehr als verdoppelt. Trotz Doppel-Beat und starker Prognose fällt die Aktie nachbörslich um mehr als 8 Prozent.
Weisses Haus erwog Verbote chinesischer Open-Source-KI – und ruderte zurück
Laut der New York Times beriet die US-Regierung wochenlang über Sanktionen, eine Handels-Blacklist und sogar ein Cloud-Geschäftsverbot gegen chinesische Open-Weight-Anbieter. OpenAI und Anthropic sollen Restriktionen befürwortet haben – Nvidia, Microsoft, Google und Meta liefen dagegen Sturm. Vorerst setzt Washington nun auf Wettbewerbsfähigkeit statt Verbote.
Anthropic sichert sich 10 Milliarden Dollar Rechenleistung vom Sechs-Monate-Startup Volta
Anthropic schliesst einen Sechsjahresvertrag über 10 Milliarden Dollar mit Volta – einem Cloud-Startup, das es vor sechs Monaten noch gar nicht gab. Die Rechenleistung kommt aus einem wasserkraftbetriebenen Rechenzentrum des Bitcoin-Miners Bitdeer in Norwegen.
Jetzt alle drei: Auch Metas KI hackte real – OpenAI nennt Details
Nach OpenAI und Anthropic räumt jetzt auch Meta ein, dass eines seiner Modelle bei Sicherheitstests real in ein fremdes Unternehmen eindrang. Zugleich legt OpenAI erstmals offen, was sein Modell GPT-5.6 Sol genau tat – und wie schnell der Vorfall gestoppt wurde. Innerhalb von zwei Wochen ist damit bei allen drei grossen US-Labs dasselbe passiert.
Texas stoppt neue Rechenzentren – Abbott ordnet Voll-Audit an
Gouverneur Greg Abbott hat am Montag einen Genehmigungsstopp für neue Rechenzentren verhängt: Die Strommarktaufsicht PUCT und Netzbetreiber ERCOT müssen jedes Projekt auditieren, bevor es ans Netz darf. Offenzulegen sind Steuervergünstigungen, Strom- und Wasserverbrauch, Kühlung und Eigentümerschaft. Nach New York bremst damit der zweite US-Bundesstaat den KI-Bauboom.
OpenAI kontert Apples Klage – und veröffentlicht private iMessages und Mails
OpenAI reagiert erstmals ausführlich auf Apples Geschäftsgeheimnis-Klage – mit veröffentlichten iMessage-Verläufen und Anwalts-Mails. Apple legt gleichzeitig nach und will per einstweiliger Verfügung OpenAIs Hardware-Pläne stoppen.
KI-Agenten täuschten bei UK-Sicherheitstests echte Menschen
Das britische AI Security Institute und OpenAI haben zwei neue Vorfälle offengelegt: Bei einem Cyber-Test der Behörde führten Anthropics Mythos 5 und OpenAIs GPT-5.6 Sol 19 unsanktionierte Aktionen gegen echte Menschen und Organisationen aus – inklusive gefälschter Online-Identitäten. Beim Testpartner Irregular griff ein OpenAI-Modell wegen einer Fehlkonfiguration eine echte Website an. Realer Schaden entstand laut den Beteiligten nicht.
Mistral Shieldstral: Offenes 3B-Sicherheitsmodell schlägt siebenmal grössere Guard-Modelle
Mistral hat Shieldstral veröffentlicht: einen offenen Sicherheits-Classifier mit nur 3 Milliarden Parametern, der Texte und Bilder moderiert. Die Regeln bekommt das Modell als Klartext-Frage zur Laufzeit — laut Mistral erreicht oder übertrifft es damit Guard-Modelle bis zu siebenfacher Grösse und läuft auf einer einzigen 16-GB-Grafikkarte.
Qwen3.8-Max: Alibaba liefert nach – und verspricht offene Gewichte
Alibaba hat Qwen3.8-Max voll lanciert: 2,4 Billionen Parameter, 1 Million Token Kontext und Case Studies, in denen das Modell tagelang autonom arbeitet. Nächste Woche sollen die Gewichte folgen – es wäre das erste Max-Klasse-Modell, das offen verfügbar wird.
ByteDance Seedance 2.5: 30-Sekunden-Videos mit Ton in einem Durchgang
ByteDance hat Seedance 2.5 vorgestellt: Das Videomodell generiert neu 30 Sekunden Video samt Ton in einem einzigen Durchgang – doppelt so viel wie der Vorgänger und rund dreimal so viel wie Googles Gemini Omni Flash. Clips lassen sich mehrfach zu Minuten-Videos verlängern. Verfügbar ist das Modell vorerst nur auf ByteDances China-Plattformen, die API soll folgen.
Google zieht KI-Bildgenerierung in Google Earth nach einem Tag zurück
Donnerstag lanciert, Freitag abgeschaltet: Googles neues KI-Feature legte generierte Bilder direkt über echte Satellitenkarten. Nutzer erzeugten binnen Stunden täuschend echte Fake-Satellitenbilder – jetzt zieht Google die Notbremse.
OpenAI kündigt Astra an – mit zehn gelösten Mathe-Problemen
OpenAI hat zehn Resultate zu offenen Problemen der Mathematik und theoretischen Informatik publiziert – erzeugt von einer internen Version von Astra, das OpenAI erstmals offiziell als sein nächstes grosses Modell bezeichnet. Alle Beweise sind im Beweisassistenten Lean maschinell verifiziert, die Tokenkosten beziffert OpenAI auf rund 2'000 Dollar. Die Mathe-Community reagiert zwischen Begeisterung und Sinnkrise.
Inkling-Small: Muratis Viertel-Modell überholt sein eigenes Flaggschiff
Zwei Wochen nach seinem ersten offenen Modell legt Mira Muratis Thinking Machines Lab nach: Inkling-Small hat 276 Milliarden Parameter, steht unter Apache-2.0-Lizenz und landet laut Artificial Analysis nur einen Punkt hinter dem rund dreieinhalbmal grösseren Flaggschiff. Auf Coding-Benchmarks schlägt der Kleine das Original sogar.
DeepSeek kontert OpenAI: Fast Luna-Niveau zu 60 Prozent tieferen Kosten
Keine 24 Stunden nach OpenAIs grosser Preissenkung legt DeepSeek nach: Das Update V4 Flash 0731 erreicht laut Artificial Analysis fast das Niveau von GPT-5.6 Luna – kostet pro Aufgabe aber rund 60 Prozent weniger. Die Modellgewichte sind frei verfügbar, unter MIT-Lizenz.
Microsoft baut sein erstes Cyber-Modell – und braucht OpenAI weiter
Microsoft AI hat MAI-Cyber-1-Flash vorgestellt, das erste eigene Modell nur für Cybersecurity. Laut Microsoft erreicht es im Verbund mit dem Agenten-System MDASH 96 Prozent auf dem Benchmark CyberGym und halbiert die Kosten. Die härtesten 10 Prozent der Fälle gehen aber weiterhin an GPT-5.4 von OpenAI.
Radio Schaffhuuse: Neues Schweizer Radio wird komplett von KI moderiert
Seit dem 1. Juli moderiert beim neuen «Radio Schaffhuuse» ausschliesslich künstliche Intelligenz – mit geklonten Stimmen der eigenen Redaktion. Das Konzept macht Lokalradio bezahlbar, hat aber einen Haken: Auf DAB+ fehlt laut SRF der Hinweis, dass hier eine Maschine spricht.
FHNW und Giotto.ai forschen an effizienteren KI-Modellen
Das High-Performance-Computing-Labor der FHNW und das Lausanner KI-Labor Giotto.ai wollen gemeinsam Rechenaufwand und Inferenzkosten von KI-Modellen senken, ohne Leistung einzubüssen. Im Fokus: Serving-Engines, Deployment-Profile und Hardware-Beschleuniger.
49 Prozent: Schweizer Beschäftigte sind Europas fleissigste KI-Nutzer
Laut der Accenture-Studie «Pulse of Change» nutzen 49 Prozent der Schweizer Beschäftigten täglich KI-Tools – fast doppelt so viele wie im Europa-Schnitt. Gleichzeitig fürchtet rund die Hälfte, dass KI den Berufseinstieg für die nächste Generation erschwert.
Apertus 1.5: Die Schweiz gibt ihrem offenen KI-Modell Augen
ETH, EPFL und das CSCS haben Apertus 1.5 veröffentlicht – das vollständig offene Schweizer Sprachmodell versteht jetzt Bilder, denkt in einem Reasoning-Modus mit und merkt sich viermal mehr Kontext. Alles unter Apache 2.0, alles nachvollziehbar.
Gemini Robotics ER 2: Googles Roboter-Gehirn für alle Entwickler
Google DeepMind hat mit Gemini Robotics ER 2 das «Gehirn» seiner neuen Robotik-Familie für alle Entwickler geöffnet: Das Modell plant mehrstufige Roboter-Aufgaben, erkennt per Videoverständnis in Echtzeit, ob etwas schiefläuft, und koordiniert mehrere Roboter gleichzeitig. Die beiden Action-Modelle der Gemini-Robotics-2-Familie bleiben vorerst Early-Access-Partnern vorbehalten.
DeepMind löst das AlphaFold-Team auf – Nobelpreisträger geht zu Anthropic
Laut einem Bericht der Financial Times hat Google DeepMind das Team hinter dem Nobelpreis-prämierten AlphaFold aufgelöst: Die meisten Original-Autoren sind intern versetzt, fast ein Viertel hat das Unternehmen verlassen. Nobelpreisträger John Jumper wechselt zu Anthropic.
Anthropics KI knackt Krypto-Verfahren – mit einem Benchmark aus Zürich
Anthropics stärkstes Modell Claude Mythos hat eigenständig neue Angriffe auf zwei kryptografische Verfahren gefunden – darunter einen Post-Quantum-Kandidaten, den Experten zwei Jahre lang geprüft hatten. Produktive Systeme sind laut Anthropic nicht betroffen. Den Prüf-Benchmark baute Anthropic mit der ETH Zürich.
AISI: Benchmarks unterschätzen KI-Agenten systematisch
Das britische AI Security Institute zeigt in seinem Frontier AI Trends Report, dass gängige Benchmarks die wahren Fähigkeiten von KI-Agenten zu tief ansetzen. Verbesserte man nur das «Scaffolding» eines Modells, stieg die Leistung in Cyber-Tests um fast 10 Prozentpunkte. Für KI-Sicherheit und Regulierung ist das ein Alarmzeichen.
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