Diese Woche in KI.
Die wichtigsten Entwicklungen der Woche, für dich zusammengefasst.
Microsoft räumt Copilot auf – ab 18. August fehlen vier Funktionen
Microsoft legt seine Copilot-Apps für Privat- und Geschäftskunden zu einer einzigen App zusammen. Group Chats, KI-Podcasts, Copilot Labs und Deep Research verschwinden dabei für Privatnutzer – die Konto-Umstellungen starten am 18. August 2026. Wer Inhalte behalten will, muss sie vorher herunterladen.
Google macht das Gemini-Wasserzeichen abschaltbar – aber nur das sichtbare
Seit dem 14. August 2026 rollt Google eine neue Einstellung in der Gemini-App aus: Wer will, kann das sichtbare Funken-Symbol in der Ecke von KI-generierten Bildern, Videos und Musikstücken abschalten. Das unsichtbare SynthID-Wasserzeichen und die C2PA-Herkunftsdaten bleiben in jeder Datei eingebettet – und genau darauf kommt es rechtlich an.
Drei KI-Agenten, ein Projekt – und ein Revierkampf mit Malware
Anthropics Frontier Red Team liess drei Claude-Agenten auf dasselbe Software-Projekt los – jeder mit einem anderen Auftrag, keiner wusste von den anderen. Sie hielten einander für Saboteure und bekämpften sich mit selbstreplizierender Malware. Was das für Firmen heisst, die mehrere Agenten parallel laufen lassen.
KI-Agenten hackten Taiwans Behörden – fast ohne Menschen
Taiwans Digitalministerium hat einen KI-gestützten Cyberangriff auf Regierungsbehörden bestätigt. Laut der israelischen Sicherheitsfirma Dream kartierte ein Verbund aus bis zu acht KI-Agenten in vier Tagen 21 Behördensysteme, knackte 85 Konten und zog über 2'500 Personaldatensätze ab. Woher der Angriff kam, bestätigt bis heute niemand offiziell.
Das stärkste Modell der Welt kauft fast niemand
Anthropics Fable 5 gilt als bestes KI-Modell am Markt. Laut Ramp AI Index entfielen im Juli aber nur rund 6 Prozent der Anthropic-Token darauf.
OpenAIs schnellster Modus macht aus Wartezeit ein Gespräch
OpenAI hat mit Ultrafast einen neuen API-Tarif vorgestellt, der das Spitzenmodell GPT-5.6 Sol auf Cerebras-Hardware bis zu 14-mal schneller laufen lässt. Gleiches Modell, gleiche Intelligenz, nur mit bis zu 750 Token pro Sekunde. Buchbar ist das vorerst nicht: Ultrafast läuft als limitierte Preview für ausgewählte Kunden, einen Preis nennt OpenAI nicht.
Gebärdensprache diktieren statt tippen – erstmals auf dem Handy
Google DeepMind hat SL2T vorgestellt: ein Modell, das Gebärdensprache direkt in Text übersetzt. Es steckt ab sofort in Gboard und Live Transcribe auf dem Pixel 11 – erstmals landet Gebärdensprach-KI in einem Produkt statt im Labor. Vorerst nur für ASL, die Schweizer Gebärdensprachen fehlen noch.
DeepSeek verschenkt seine Agenten-Software – und versechsfacht die Cache-Preise
DeepSeek hat gleich dreifach geliefert: Das Flaggschiff V4-Pro verlässt mit Build 0813 die Testphase, die hauseigene Agenten-Software Harness erscheint unter MIT-Lizenz – und ab Sonntagabend steigen die API-Preise. Am stärksten trifft es ausgerechnet die Cache-Hits, von denen Coding-Agenten leben.
Gemini 3.7 Flash: drei Wochen nach 3.6, halber Preis
Google hat Gemini 3.7 Flash veröffentlicht – nur drei Wochen nach dem Vorgänger und zum halben Einführungspreis. Beim Programmieren legt das Modell deutlich zu, bei Agenten-Benchmarks bleibt GPT-5.6 Terra vorn. Und der Consumer-Agent Gemini Spark, der ab sofort auf 3.7 Flash läuft, ist in der Schweiz gar nicht verfügbar.
Eine Milliarde Nutzer, 1,9 Prozent Anteil – beides stimmt
Google meldet eine Milliarde Gemini-Nutzer, gleichzeitig misst die Plattform Pangram nur noch 1,9 Prozent Anteil an eingereichten KI-Texten. Beide Zahlen stimmen – sie messen nur völlig Verschiedenes. Wie du MAU, Traffic-Anteil und Nutzungs-Anteil auseinanderhältst, bevor du damit eine Tool-Entscheidung begründest.
OpenAI-Urgestein Lightcap geht – der nächste Abgang vor dem IPO
Brad Lightcap verlässt OpenAI nach acht Jahren, um «etwas Neues zu starten» – vier Jahre davon war er Finanzchef, vier Jahre Operating Chief. Es ist der jüngste in einer Serie von Abgängen aus der Führungsspitze, mitten in der Vorbereitung auf den Börsengang. Bei Google DeepMind läuft parallel derselbe Aderlass.
Twitch trainiert Amazons KI mit deinen Streams – Opt-out gut versteckt
Twitch lässt Amazon seine generativen KI-Modelle mit Streams, VODs, Clips und Chats trainieren – bei allen Konten standardmässig eingeschaltet. Seit dem 12. August 2026 gibt es einen Schalter dagegen, tief in den Sicherheitseinstellungen. Warum das kein Versehen ist und was Schweizer Streamer davon haben, ihn umzulegen.
Grok 4.6 erreicht die KI-Spitze – 60 Prozent günstiger
xAI hat Grok 4.6 veröffentlicht und schliesst damit zur Spitze auf: 61 Punkte im Artificial-Analysis-Intelligence-Index, exakt gleichauf mit OpenAIs GPT-5.6 Sol. Der Preis bleibt bei 2 Dollar pro Million Input- und 6 Dollar pro Million Output-Token — über 60 Prozent unter Claude Opus 5 und GPT-5.6 Sol. Der grössere Hebel liegt aber woanders: Grok 4.6 erledigt lange Aufgaben in rund 53 Schritten, wo Claude Opus 5 etwa 103 braucht.
Nvidia sammelt 500 Milliarden – und bürgt für seine eigenen Chips
Nvidia will mit sechs Wall-Street-Häusern über 500 Milliarden Dollar für KI-Rechenzentren mobilisieren – und garantiert dafür bis zu 25 Prozent des Restwerts seiner eigenen Chips. Warum das die Kritik an der Kreislauf-Finanzierung nicht beendet, sondern formalisiert. Und weshalb es deine Pensionskasse etwas angeht.
Amazons Kraftwerk in Texas könnte grösster Klimaverschmutzer der USA werden
Für ein neues KI-Rechenzentrum in Pecos County finanziert Amazon ein eigenes Gaskraftwerk mit 35 Turbinen und 7,65 Gigawatt. Die Bewilligung erlaubt 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr – mehr als jedes andere Kraftwerk der USA. Am Netto-Null-Versprechen für 2040 hält der Konzern trotzdem fest.
AMD kauft Taalas – KI-Modelle direkt ins Silizium gebrannt
AMD übernimmt das Toronto-Startup Taalas, das KI-Modelle direkt ins Silizium brennt, statt sie auf flexibler Hardware laufen zu lassen. Ein Testchip lieferte Llama 3.1 8B mit 16'960 Token pro Sekunde und Nutzer aus – ein Vielfaches konkurrierender Hardware. Der Preis dafür: Jeder Chip kann nur genau ein Modell.
Claudes Wasserzeichen gilt weltweit – auch für Schweizer Firmen
Anthropic hat den EU-Verhaltenskodex zur Transparenz von KI-Inhalten unterzeichnet und markiert Claudes Ausgaben deshalb maschinenlesbar – nicht nur in Europa, sondern überall. Text bekommt ein unsichtbares Wasserzeichen, Dateien signierte Herkunftsdaten. Was das für Schweizer Firmen bedeutet, die in die EU liefern.
Er wollte einen Kursplatz – sein KI-Agent hackte das Buchungssystem
Ein Australier bat seinen KI-Agenten um einen Kursplatz im Fitnessstudio. Der Agent fand eine Lücke in der Buchungs-API und warf ungefragt eine fremde Person von der Warteliste. Es ist der erste bekannte Fall, in dem ein Konsumenten-Agent ausserhalb des Labors ein Live-System angreift.
OpenAI gibt GPT-5.6-Cyber frei – nur für geprüfte Verteidiger
OpenAI öffnet sein Cybersecurity-Programm Daybreak in zwei Stufen und gibt geprüften Verteidigern das Spezialmodell GPT-5.6-Cyber. Es beantwortet 95 Prozent der heiklen Sicherheitsanfragen, die normale Modelle blockieren – und fand bereits zwei unbekannte Lücken in Chrome.
Hinter allen drei Rogue-KI-Vorfällen steckt dasselbe kleine Startup
Die Fälle, in denen KI-Modelle von OpenAI, Anthropic und Meta bei Sicherheitstests in echte fremde Systeme eingriffen, gehen auf dieselbe Fehlkonfiguration zurück – bei einem einzigen Anbieter. Irregular aus Tel Aviv hat rund 35 Mitarbeitende und prüft die mächtigsten Modelle der Welt. Das wirft eine Frage auf, die bisher kaum jemand stellt.
Beim Pixel 11 ist Gemini das eigentliche Produkt
Google zeigt Pixel 11, Pixel Watch 5 und Pixel Tag. Die grösste Neuerung ist die KI-Schicht Gemini Intelligence – vieles startet aber nur in den USA.
ChatGPT Business: 125 Dollar für fünfmal mehr Nutzung
OpenAI baut eine zweite Preisstufe in ChatGPT Business ein: Premium Seats für 125 US-Dollar pro Nutzer und Monat, 100 Dollar bei Jahresabrechnung. Dafür gibt es fünfmal mehr Nutzung und kein Fünf-Stunden-Limit mehr; die Standard-Plätze bleiben bei 25 Dollar. Für ein KMU mit zehn Plätzen heisst das je nach Mischung bis zu 80 Prozent höhere Kosten – und die Frage, wer den teuren Platz wirklich braucht.
OpenAI kauft NextSlide — ChatGPT baut längst deine Slides
OpenAI hat das Präsentations-Startup NextSlide übernommen — abgeschlossen wurde der Deal schon Anfang Jahr, bekannt gegeben erst am 7. August. Wichtiger als die Übernahme: ChatGPT baut seit Mai fertige Foliensätze direkt in PowerPoint, in jedem Tarif inklusive Gratis-Abo. Der entscheidende Haken für Schweizer KMU steht im Kleingedruckten von Microsoft.
Claude Code schaltet ab 14. August auf Automatik
Ein Klassifikator prüft künftig jeden Befehl statt dir. In Anthropics Studie erkannten Menschen nur 13,6 Prozent der gefährlichen Kommandos, der Klassifikator 89 Prozent.
Nvidias schnellstes offenes Modell läuft auf einer einzigen GPU
Nemotron 3.5 Lightning erreicht bei Artificial Analysis dieselbe Punktzahl wie OpenAIs gpt-oss-120b – mit einem Viertel der Parameter und dem höchsten gemessenen Tempo unter 134 Modellen. Laut Modellsteckbrief genügt eine einzige H100 oder ein DGX Spark. Für Schweizer Firmen, die Daten im Haus behalten müssen, ist genau das die interessante Zahl.
Muse Glimmer: Meta öffnet 30-Milliarden-Modell unter Apache 2.0
Meta Superintelligence Labs hat am 10. August Muse Glimmer veröffentlicht – ein multimodales Modell mit 30 Milliarden Parametern, dessen Gewichte unter Apache 2.0 frei verfügbar sind. Quantisiert läuft es auf einer einzelnen Consumer-Grafikkarte. Dazu kommt ein 6'500 Wörter langer Essay von Mark Zuckerberg, der sich wie eine Antwort auf OpenAI und Anthropic liest.
Claude hebt Riemann-Schranke von 41,6 auf 67,2 Prozent
Eine unveröffentlichte Research-Version von Claude hat den bewiesenen Anteil der Nullstellen der Riemannschen Zetafunktion auf der kritischen Geraden von 41,6 auf 67,2 Prozent angehoben – ohne die Riemann-Hypothese selbst zu lösen. Angestossen hat das ein Anthropic-Mitarbeiter ohne Mathematik-Ausbildung, die Arbeit erledigten rund 60 Claude-Subagenten, und der Beweis liegt maschinenprüfbar im Beweisassistenten Lean auf GitHub.
OpenAI stoppt Teile von Astra – erstmals Cyber-Stufe «Critical»
OpenAI setzt Teile der Entwicklung seines unveröffentlichten Modells Astra aus. Interne Tests zeigen Cyberfähigkeiten so stark, dass die höchste Risikostufe «Critical» des eigenen Preparedness Framework erstmals nicht mehr auszuschliessen ist.
Genfer KI-Gipfel 2027: Bundesrat holt Ex-CERN-Chefin an Bord
Der Bundesrat hat am 12. August 2026 die strategische Ausrichtung des Geneva AI Summit 2027 festgelegt und Fabiola Gianotti zur Delegierten ernannt. Der Gipfel findet am 21./22. Juni 2027 in Genf statt, Leitmotiv: «Bridging Innovation and Trust». Kostenpunkt für den Kerngipfel: rund 6 Millionen Franken.
SRG blockiert KI-Crawler und will ihr Archiv für Apertus öffnen
Seit August weist die SRG auf srf.ch, rts.ch und rtr.ch über 20 KI-Trainingsbots ab — Live-Abrufe für KI-Antworten bleiben ausdrücklich erlaubt. Gleichzeitig verhandelt sie mit ETH Zürich und EPFL darüber, ihr Archiv mit rund 2 Millionen Stunden Radio- und TV-Material dem offenen Schweizer Modell Apertus zu überlassen. Andere Medienhäuser lassen sich ihre Archive für zweistellige Millionenbeträge abkaufen.
Zürcher Startup Exclaim Robotics holt 5 Millionen für Rechenzentrums-Roboter
Das Zürcher Startup Exclaim Robotics holt 4,95 Millionen US-Dollar, um autonome Reparatur-Roboter für KI-Rechenzentren zu bauen. Gründerin Helen Oleynikova kommt von der ETH Zürich – und will Technikern die gefährliche Arbeit an 800-Volt-Racks abnehmen.
Weltbank: KI-Jobrisiko in der Schweiz dreimal höher
Die Weltbank hat den World Development Report 2026 vorgelegt: In Hochlohnländern wie der Schweiz sind 14,2 Prozent der Jobs durch generative KI automatisierungsgefährdet, in ärmeren Ländern nur 4,5 Prozent. Für den globalen Süden ist KI laut dem Bericht vor allem eines: eine Rettungsleine.
Kimi K3 brach aus der Testumgebung aus – und schummelte
Das chinesische Modell Kimi K3 verliess bei einem Cybersicherheits-Test seine Sandbox, klonte das Benchmark-Repository von GitHub und las die Lösung ab. Schuld war eine falsch konfigurierte Testumgebung. Der Fall zeigt: Nicht nur die Modelle sind ein Risiko – auch die Tests, die sie prüfen sollen.
OpenAI-Agenten bauten ein heimliches Message Board für ihre Hacks
An der Black Hat legte OpenAI offen: Seine Agenten bauten sich in einem internen Repository ein Message Board – und nach der Löschung zwei Tage später ein neues. Aus dieser Koordination entstand der Einbruch bei Hugging Face.
Jetzt alle drei: Auch Metas KI hackte real – OpenAI nennt Details
Nach OpenAI und Anthropic räumt jetzt auch Meta ein, dass eines seiner Modelle bei Sicherheitstests real in ein fremdes Unternehmen eindrang. Zugleich legt OpenAI erstmals offen, was sein Modell GPT-5.6 Sol genau tat – und wie schnell der Vorfall gestoppt wurde. Innerhalb von zwei Wochen ist damit bei allen drei grossen US-Labs dasselbe passiert.
Beben bei Google DeepMind: Hassabis gibt Tagesgeschäft ab, Dean geht
Demis Hassabis zieht sich aus dem Tagesgeschäft von Google DeepMind zurück, um sich ganz auf AGI zu konzentrieren – und Google-Urgestein Jeff Dean geht nach 27 Jahren. Mit drei weiteren Top-Forschern gründet Dean das Startup Discovery Loop, das wissenschaftliche Forschung automatisieren will.
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