Die Weltbank hat den World Development Report 2026 vorgelegt: In Hochlohnländern wie der Schweiz sind 14,2 Prozent der Jobs durch generative KI automatisierungsgefährdet, in ärmeren Ländern nur 4,5 Prozent. Für den globalen Süden ist KI laut dem Bericht vor allem eines: eine Rettungsleine.
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Je mehr Wissensarbeit eine Volkswirtschaft hat, desto exponierter ist sie gegenüber generativer KI – die Schweiz gehört damit zur Weltspitze des Risikos. Aber: 14,2 Prozent gefährdete Jobs heisst automatisierbar, nicht abgeschafft – was daraus wird, entscheiden Firmen und wie wir KI im Alltag einsetzen.
In Hochlohnländern wie der Schweiz und den USA sind 14,2 Prozent der Arbeitsplätze durch generative KI automatisierungsgefährdet – in Ländern mit tiefem und mittlerem Einkommen sind es nur 4,5 Prozent – das Risiko ist dort also weniger als ein Drittel so gross. Das zeigt der am 4. August veröffentlichte World Development Report 2026 der Weltbank, die erste umfassende Analyse der KI-Folgen für Entwicklungsländer. Die überraschende Pointe des Berichts: Für den globalen Süden ist KI weniger Bedrohung als «Rettungsleine».
Warum trifft es ausgerechnet die reichsten Länder am stärksten? Weil dort die Wissensarbeit dominiert: Tech, Finanzen, Recht, Marketing – genau die Bürojobs, deren Aufgaben generative KI heute schon gut beherrscht. In Entwicklungsländern arbeitet die Mehrheit dagegen manuell, auf dem Feld oder in der Werkstatt, wo Sprachmodelle wenig ausrichten. Laut Weltbank zeigen sich erste Anzeichen von Job-Verdrängung denn auch konzentriert in wissensintensiven Dienstleistungen. Die Schweiz zählt die Weltbank ausdrücklich zur exponierten Hochlohngruppe, wie Keystone-SDA berichtet – zusammen mit den USA, Japan oder Südkorea.
Die zweite Zahl des Berichts dreht die übliche Erzählung um: 16,2 Prozent der Jobs in Entwicklungsländern könnten durch KI deutlich produktiver werden – fast so viel wie die 18,7 Prozent in reichen Ländern. Weltbank-Chefökonom Indermit Gill bringt es so auf den Punkt:
«Sie benötigen keine grossen Modelle oder Big-Data-Zentren, um von KI zu profitieren.»
Kleine, günstige KI-Werkzeuge könnten Millionen Menschen bessere Medizin, Bildung und Landwirtschaft bringen – sofern Strom und Internet vorhanden sind. Ohne gezielte Massnahmen, warnt die Weltbank, könnte KI die Kluft zwischen den Ländern aber auch vergrössern.
Wichtig für die Einordnung: Die 14,2 Prozent messen, wie stark ein Job automatisierbar wäre – nicht, dass er verschwindet. Ob aus Exponierung Stellenabbau wird, hängt davon ab, wie Firmen KI tatsächlich einsetzen. Und da ist die Schweiz weit vorne: Bei der KI-Nutzung liegt sie laut Accenture an Europas Spitze. Konkret heisst das für dich: Je mehr dein Arbeitsalltag aus wiederkehrender Bildschirmarbeit besteht, desto direkter betrifft dich dieser Bericht – und desto mehr lohnt es sich, KI als Werkzeug zu beherrschen, statt von ihr überrascht zu werden.
Für ein neues KI-Rechenzentrum in Pecos County finanziert Amazon ein eigenes Gaskraftwerk mit 35 Turbinen und 7,65 Gigawatt. Die Bewilligung erlaubt 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr – mehr als jedes andere Kraftwerk der USA. Am Netto-Null-Versprechen für 2040 hält der Konzern trotzdem fest.