Eine neue Brookings-Studie beziffert den US-KI-Infrastrukturausbau auf 3,63 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts – mehr als Eisenbahn, Highways und Telekomausbau je erreichten. Damit sich das refinanziert, müsste die Branche ihren Umsatz bis 2032 um rund 80 Prozent pro Jahr steigern. Ein Columbia-Ökonom zieht dabei einen Vergleich, der aufhorchen lässt.
Oracle hat für sein 165-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum "Project Jupiter" in New Mexico eine Force-Majeure-Mitteilung verschickt. Grund ist keine Naturkatastrophe, sondern eine blockierte Erdgas-Pipeline, deren Wegerechte eine Landkommissarin zweimal ablehnte. Oracle und Geldgeber Blue Owl sehen kein Problem, der Markt handelt die Finanzierung skeptischer.
Der US-KI-Ausbau bindet laut einer Brookings-Studie im Schnitt 3,63 Prozent des jährlichen BIP – mehr als jeder frühere Infrastrukturboom –, und der Studienautor vergleicht die Finanzierungskonstruktionen dahinter ausdrücklich mit der Subprime-Hypothekenkrise.
Der Ausbau der amerikanischen KI-Infrastruktur wird die US-Wirtschaft zwischen 2025 und 2032 rund 10,3 Billionen Dollar kosten — im Schnitt 3,63 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts. Das zeigt die Studie "Financing the AI Buildout" von Stijn Van Nieuwerburgh, Professor für Finance and Real Estate an der Columbia Business School, veröffentlicht am 23. September 2026 im Rahmen der Brookings Papers on Economic Activity. Zum Vergleich: Der amerikanische Eisenbahnbau erreichte in seiner intensivsten Phase rund 2,2 Prozent des BIP, der Bau der Interstate-Highways rund 1 Prozent, der Ausbau der Telekommunikationsnetze ebenfalls rund 1 Prozent. Gemessen an der Wirtschaftsgrösse übertrifft der KI-Buildout damit jeden grossen Infrastrukturboom der US-Geschichte.
Damit sich diese Summe refinanziert, rechnet Van Nieuwerburgh vor, müsste die KI-Branche bis 2032 rund 3,7 Billionen Dollar Jahresumsatz erwirtschaften. Die Ausgangsbasis dafür ist überschaubar: OpenAI und Anthropic kommen zusammen aktuell auf rund 100 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Um von dort auf 3,7 Billionen zu kommen, müsste die Branche laut der Studie ihren Umsatz im Schnitt um rund 80 Prozent pro Jahr steigern. Parallel dazu soll die installierte Rechenzentrumskapazität von aktuell rund 57 Gigawatt über die nächsten sieben Jahre um zusätzliche 183 Gigawatt wachsen. Beide Zahlen stehen für dasselbe Muster: Die physische und die finanzielle Seite des Ausbaus müssen im Gleichschritt laufen, sonst reisst die Rechnung.
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