Anthropic
Anthropic entwickelt die Claude-Modelle und positioniert sich als das sicherheitsorientierte der grossen KI-Labore. Für die Schweiz besonders relevant: Das Unternehmen betreibt seit 2025 ein Forschungsteam in Zürich. Hier sammeln sich alle unsere Artikel zu Modellen, Risk Reports und Geschäftsentwicklung.
San Francisco, USA · gegründet 2021 · www.anthropic.com
Nvidia zeigt: Das Gerüst schlägt das Modell
Nvidias Forschungssystem AVO holt mit Claude Opus 5 einen perfekten Score von 100,00 auf dem öffentlichen Set des Benchmarks ARC-AGI-3. Dasselbe Modell allein kommt auf 30,16 Prozent. Den Unterschied macht nicht das Modell, sondern der Harness – das Gerüst aus Gedächtnis, Werkzeugen und Aufsicht drumherum.
Anthropics stärkstes Modell scannt jetzt Firmencode nach Lücken
Anthropic lässt seinen Sicherheits-Scanner Claude Security ab sofort auf Claude Mythos 5 laufen – dem stärksten Modell des Hauses, das wegen seiner Cyber-Fähigkeiten nie breit freigegeben wurde. Enterprise-Kunden prüfen damit ihre Codebasis auf Schwachstellen und bekommen pro Fund eine CWE-Kategorie, eine Severity-Einstufung und einen Fix-Vorschlag; freigeben muss jeden Patch ein Mensch. Dazu kommen ein 35-Millionen-Dollar-Fonds für Open-Source-Sicherheit und Mythos-Integrationen in Partnerprodukte, die Spitäler, Versorger und Banken schützen.
Anthropic lockert die 30-Tage-Pflicht – Daten bleiben beim Kunden
Anthropic entschärft seine umstrittene Speicherpflicht: Die 30 Tage bleiben, aber die Daten sollen künftig in der Cloud des Kunden liegen. Laut Reuters haben über 100 Kunden am System mitgebaut – Anthropic selbst hatte die Regel im eigenen Risk Report als «unpopulär» bezeichnet. Für Schweizer Firmen verschiebt sich damit die entscheidende Frage von «wie lange» zu «bei wem».
OpenAI wächst schneller – Anthropic verdient trotzdem mehr
Seit dem Start von GPT-5.6 Sol am 9. Juli liegt OpenAIs Umsatz-Run-Rate 35 Prozent höher, im Firmenkundengeschäft sogar 50 Prozent. Ramp-Daten zeigen: Beim Wachstumstempo hat OpenAI Anthropic wieder überholt. Beim absoluten Umsatz liegt Anthropic trotzdem klar vorne – beide Zahlen stimmen gleichzeitig.
DeepSeek gibt Flash Augen – und behält diesmal die Gewichte
DeepSeek hat sein günstiges V4-Flash um Bildverständnis erweitert – zum identischen Preis, ohne Aufschlag. Laut DeepSeeks eigener Tabelle kommt das experimentelle Modell nahe an Claude Opus 4.8 heran und schlägt es auf drei von elf Benchmarks. Zwei Details fehlen in den Schlagzeilen: Jedes Bild wird auf 0,64 Megapixel eingedampft – und die Gewichte veröffentlicht DeepSeek diesmal nicht.
Grok Bot: KI-Agenten jetzt auch im 60-Dollar-Abo
Zehn Tage nach dem Beta-Start weitet SpaceXAI den Zugang zu seinen KI-Agenten Grok Bot aus. Bei Cursor ist der Bot neu schon im Pro+-Abo für 60 Dollar im Monat enthalten statt erst im Ultra-Abo für 200. Alle übrigen Nutzer bekommen einen Gratis-Test – der allerdings nach Verbrauch endet, nicht nach Tagen.
Anthropic will grösser an die Börse als SpaceX
Anthropic rechnet damit, mit seinem Börsengang das Rekordvolumen von SpaceX zu erreichen oder zu übertreffen – ein öffentliches Filing könnte schon Ende August kommen. Die kursierende Bewertung von zwei Billionen Dollar stammt allerdings von Investoren, nicht vom Unternehmen.
Terence Tao: KI stürzt die Mathematik in eine Wertekrise
Fields-Medaillist Terence Tao warnt in einem neuen Essay: KI führt die Mathematik in eine Krise, die so grundlegend ist wie jene um Russell und Gödel. Diesmal steht nicht die mathematische Wahrheit auf dem Prüfstand, sondern die Werte des Fachs – was zählt als Beitrag, wer hat die Arbeit gemacht.
OpenAI patcht Codex, nachdem es echte Nutzerdateien löschte
OpenAI hat für seinen Coding-Agenten Codex mehrere Schutzmassnahmen ausgeliefert, nachdem das Modell GPT-5.6 Sol in einzelnen Fällen echte Nutzerdateien gelöscht hatte. Ein Aufräum-Befehl, der nur temporäre Ordner treffen sollte, zeigte stattdessen auf das echte Home-Verzeichnis. Codex prüft Löschziele jetzt vorab, und der Full-Access-Modus lässt sich nicht mehr aus Versehen aktivieren.
Stripe bestätigt OpenRouter-Kauf – und erklärt die Singularität für begonnen
Stripe hat die Übernahme des KI-Gateways OpenRouter offiziell bestätigt – und begründet in einem Investorenbrief, warum das Unternehmen trotzdem nicht an die Börse geht: Der 1. Januar habe den «Beginn der Singularität» markiert. Einen Kaufpreis nennt Stripe nicht. Axios und Reuters berichten von etwas mehr als 8 Milliarden Dollar, die New York Times von rund 7,5 Milliarden.
Zero Data Retention: OpenAI kontert Anthropics 30-Tage-Logs
OpenAI hält Zero Data Retention auch für seine stärksten Modelle aufrecht und zeigt mit «Private Safety Processing» erstmals, wie Missbrauch über mehrere Gespräche hinweg erkannt werden soll – ohne dass Mitarbeitende je Kundeninhalte sehen. Anthropic geht den umgekehrten Weg und speichert bei seinen fähigsten Modellen 30 Tage lang. Für Schweizer Kanzleien, Banken und Spitäler ist das der Unterschied zwischen «geht» und «geht nicht».
Luzern will den KI-Wildwuchs an den Schulen beenden
Eine einheitliche KI-Plattform für die städtischen Volksschulen: fobizz, für rund 45'000 Franken pro Jahr. Schluss mit privaten ChatGPT-Accounts.























