NewsKategorienWissenNewsletter-ArchivÜber uns
AnmeldenKostenlos abonnieren
JEDEN MONTAG
Die wichtigsten KI-News der Woche — in 5 Minuten.

Der wöchentliche KI-Newsletter für die Schweiz. Kompakt, relevant, zero Bullshit. 5 Minuten lesen, 1 Woche informiert.

FOLGE UNS
LIXIG
NAVIGATION
KI NewsArchivNewsletter-ArchivAutorenÜber unsKontakt
KATEGORIEN
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
WISSEN & REFERENZ
KI-GlossarLLM-VergleichSchweizer KI-StartupsFirmen & OrganisationenKI-Regulierung SchweizKI-Rechenzentren SchweizKI in der VerwaltungApertus in der Praxis
RECHTLICHES
ImpressumDatenschutzAGB
© 2026 Inoo GmbH · Altstätten SG · Schweiz
Ein Produkt von InooSwiss Made Software
HOME·NEWS·REGULIERUNG & ETHIK

Anthropic lockert die 30-Tage-Pflicht – Daten bleiben beim Kunden

Anthropic entschärft seine umstrittene Speicherpflicht: Die 30 Tage bleiben, aber die Daten sollen künftig in der Cloud des Kunden liegen. Laut Reuters haben über 100 Kunden am System mitgebaut – Anthropic selbst hatte die Regel im eigenen Risk Report als «unpopulär» bezeichnet. Für Schweizer Firmen verschiebt sich damit die entscheidende Frage von «wie lange» zu «bei wem».

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
22. AUGUST 2026
3 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Skizze einer Sackkarre mit drei blauen Archivschachteln in einer leeren Lagerhalle mit Regalen, kinewsletter.ch Stil
Handgezeichnete Skizze einer Sackkarre mit drei blauen Archivschachteln in einer leeren Lagerhalle mit Regalen, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Was seit dem 9. Juni gilt02Über 100 Kunden haben mitgebaut03«Unpopulär und ein reales Geschäftsrisiko»04Warum der Speicherort in der Schweiz zählt
INHALT
01Was seit dem 9. Juni gilt02Über 100 Kunden haben mitgebaut03«Unpopulär und ein reales Geschäftsrisiko»04Warum der Speicherort in der Schweiz zählt
in
PARTNER · INOO GMBH
Wie viel KI verträgt dein Betrieb? In 30 Minuten Klartext.

Kostenloses Erstgespräch — herstellerneutral, direkt aus dem Rheintal.

Gespräch buchen →
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Nicht die Speicherdauer ist der eigentliche Streitpunkt, sondern der Speicherort – und den gibt Anthropic künftig an den Kunden ab.

Anthropic will seine umstrittene Speicherpflicht für Geschäftskunden entschärfen: Das 30-Tage-Fenster für die fähigsten Claude-Modelle bleibt bestehen, aber die Daten sollen künftig in der Cloud des Kunden liegen statt auf Anthropics eigenen Servern. Das berichtete Bloomberg am 20. August 2026 unter Berufung auf eine informierte Quelle; Reuters bestätigte es am selben Tag über eine eigene Quelle. Der Rollout ist für diesen Herbst geplant. Eine offizielle Ankündigung von Anthropic gibt es bislang nicht.

Was seit dem 9. Juni gilt

Die Regel ist seit dem 9. Juni 2026 in Kraft. Laut Anthropics Help Center werden Prompts und Ausgaben der sogenannten Covered Models – der Mythos-Klasse und künftiger, ähnlich leistungsfähiger Modelle – 30 Tage aufbewahrt, auf jeder Plattform, auf der sie angeboten werden. Betroffen sind ausschliesslich Organisationen mit Zero Data Retention (ZDR), also mit der Zusicherung, dass gar nichts gespeichert wird. Die Privatabos Free, Pro und Max ändern sich nicht.

Anthropics Begründung: Manche Angriffe werden erst über viele Anfragen hinweg sichtbar. Genannt werden Best-of-N-Jailbreaking – hunderte leicht abgewandelte Varianten desselben Prompts, in der Hoffnung, dass eine durchrutscht – sowie staatlich gestützte Spionage und Erpressungskampagnen.

Über 100 Kunden haben mitgebaut

Neu ist also nicht die Dauer, sondern der Ort. Laut Reuters arbeitet Anthropic seit Monaten an dem System und stimmt sich dabei mit über 100 Kunden ab, darunter Salesforce – nach Angaben von The Decoder Kunden aus regulierten Branchen.

«Unpopulär und ein reales Geschäftsrisiko»

WEITERLESENDas könnte dich auch interessieren.

Handgezeichnete Skizze von drei blauen Protestschildern auf Holzpfosten vor einem Maschendrahtzaun mit Wasserturm dahinter, kinewsletter.ch Stil

Anthropic hat das kommen sehen. Im Risk Report vom August 2026 schreibt das Unternehmen über den eigenen Entscheid (aus dem Englischen übersetzt):

Wir gehen davon aus, dass er bei Kunden unpopulär sein wird, die null Speicherung gewohnt sind, und reale Risiken für unseren Geschäftserfolg birgt – besonders, wenn die Konkurrenz nicht nachzieht. Wir halten ihn aber für unerlässlich, um raffinierte Angriffe zu erkennen und zu verhindern, die sich über mehrere Anfragen erstrecken.

Genau so kam es: Microsoft schränkte im Juni laut PYMNTS die Nutzung von Claude Fable 5 durch Mitarbeitende ein, solange die Rechtsabteilung prüfte. Und einen Tag vor dem Bloomberg-Bericht legte OpenAI mit Zero Data Retention plus «Private Safety Processing» nach – das haben wir hier eingeordnet. Anthropics Antwort darauf ist kein Rückzug, sondern ein Kompromiss: Wir behalten die 30 Tage, ihr behaltet die Daten.

Warum der Speicherort in der Schweiz zählt

Für Schweizer Organisationen ist der Ort keine Formalie. Der EDÖB hält fest, dass das seit dem 1. September 2023 geltende Datenschutzgesetz technologieneutral formuliert und damit direkt auf KI-gestützte Datenbearbeitungen anwendbar ist – bei hohen Risiken verlangt es eine Datenschutz-Folgenabschätzung. Wer bestimmt, wo Daten 30 Tage lang liegen, bestimmt auch Region, Zugriffsweg und Rechtsraum – genau die Punkte, die eine Kanzlei, eine Bank oder ein Spital in dieser Folgenabschätzung beantworten muss.

Bemerkenswert: Über Amazon Bedrock und die Google Cloud Agent Platform gilt das Prinzip bereits heute – dort bleiben die aufbewahrten Daten laut Anthropic in AWS beziehungsweise in GCP. Neu wäre es für den direkten Weg zu Anthropic.

Ein Vorbehalt bleibt: Die Zusage steht bisher nur in Berichten, nicht in einem Vertrag. Bis Anthropic die Details selbst publiziert, ändert sich an deiner Risikoabwägung nichts.

Quellen

Anthropic Help Center – Data retention practices for Covered Models↗ EXTERNER LINKAnthropic – Risk Report August 2026↗ EXTERNER LINKAnthropic – Claude Fable 5 & Mythos 5 Ankündigung↗ EXTERNER LINKBloomberg – Anthropic Plans to Change Data Retention Policy for Advanced AI (20.08.2026)↗ EXTERNER LINKReuters – Anthropic plans to change enterprise data retention policy, source says↗ EXTERNER LINKThe Decoder – Anthropic changes data retention policy after enterprise pushback↗ EXTERNER LINKPYMNTS – Anthropic Plans to Tweak Data Retention Rules After Enterprise Concerns↗ EXTERNER LINKAxios – OpenAI previews zero-retention safety system as Anthropic requires data logs↗ EXTERNER LINKEDÖB – KI und Datenschutz↗ EXTERNER LINK
FIRMEN IN DIESEM ARTIKEL
AnthropicMicrosoftOpenAIAmazonGoogle
TEILEN
LinkedIn→X / Twitter→E-Mail→
KOSTENLOS ABONNIEREN
Diese News jeden Montag in dein Postfach?
Handgezeichnete Skizze von drei blauen Protestschildern auf Holzpfosten vor einem Maschendrahtzaun mit Wasserturm dahinter, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·22. AUGUST 2026

Rechenzentren: Amerikas Ablehnung springt in einem Jahr auf 75 Prozent

Drei von vier Amerikanerinnen und Amerikanern lehnen ein Rechenzentrum in ihrer Nachbarschaft ab – ein Schwenk von 33 Prozentpunkten in zwölf Monaten.

Illustration eines industriellen Schaltraums mit blau leuchtender Warnlampe und Reihen von Kippschaltern, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines industriellen Schaltraums mit blau leuchtender Warnlampe und Reihen von Kippschaltern, kinewsletter.ch Stil (Dark Mode)
REGULIERUNG & ETHIK·21. AUGUST 2026

Fünf US-Behörden warnen: KI schreibt Exploits für Siemens-Steuerungen

NSA, CISA, FBI, Energieministerium und Umweltbehörde warnen gemeinsam: Angreifer lassen sich von KI Exploit-Skripte für Siemens-S7-Steuerungen schreiben und tarnen sie als Monitoring-Software. Betroffen sind Wasserwerke, Kraftwerke und Fabriken – Baureihen, die auch in der Schweiz überall laufen.

Illustration einer Tresortür mit Zahlenschloss und leerem Stahlregal, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Tresortür mit Zahlenschloss und leerem Stahlregal, kinewsletter.ch Stil
Nur für Abonnenten·REGULIERUNG & ETHIK·20. AUGUST 2026

Zero Data Retention: OpenAI kontert Anthropics 30-Tage-Logs

OpenAI hält Zero Data Retention auch für seine stärksten Modelle aufrecht und zeigt mit «Private Safety Processing» erstmals, wie Missbrauch über mehrere Gespräche hinweg erkannt werden soll – ohne dass Mitarbeitende je Kundeninhalte sehen. Anthropic geht den umgekehrten Weg und speichert bei seinen fähigsten Modellen 30 Tage lang. Für Schweizer Kanzleien, Banken und Spitäler ist das der Unterschied zwischen «geht» und «geht nicht».

Illustration eines Filmschneidetischs mit Filmrolle, Wachssiegel und Füllfeder, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Filmschneidetischs mit Filmrolle, Wachssiegel und Füllfeder, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·19. AUGUST 2026

Hollywood einigt sich mit ByteDance – statt zu klagen

Die MPA und ByteDance unterzeichnen einen gemeinsamen Rahmen zum Schutz von Filmrechten in den KI-Modellen Seedance und Seedream – sechs Monate nach der Unterlassungsaufforderung. Was genau drinsteht, sagt keine der beiden Seiten.

Illustration eines Auktionshammers vor gestapelten Archivkisten mit Akten und einem verlassenen Flughafen-Check-in-Schalter, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Auktionshammers vor gestapelten Archivkisten mit Akten und einem verlassenen Flughafen-Check-in-Schalter, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·19. AUGUST 2026

Google zahlt 10 Millionen für die Mails einer toten Airline

100 Millionen Mitarbeiter-Mails, 500 Millionen Teams-Chats, 175'658 Personaldossiers: Google ersteigert die Daten der eingestellten Spirit Airlines fürs KI-Training. Das Gericht hat die Genehmigung vertagt.

Illustration eines weit offenen blauen Drehkreuzes in einer leeren Fabrikhalle, daneben eine überquellende Holzbox mit Papierzetteln, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines weit offenen blauen Drehkreuzes in einer leeren Fabrikhalle, daneben eine überquellende Holzbox mit Papierzetteln, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·18. AUGUST 2026

Fünf Tage bis zum Exploit: KI-Agent knackt Snowflakes Jira

Wiz' autonomer Red Agent fand eine kritische Lücke in einem öffentlichen Snowflake-Repo — fünf Tage, nachdem sie live ging — nutzte sie aus und erbeutete ein internes Jira-Token. Ob GitHub Copilot sie mitverursacht hat, ist zwischen Wiz und GitHub umstritten.

Mehr aus Regulierung & Ethik →