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Rechenzentren: Amerikas Ablehnung springt in einem Jahr auf 75 Prozent

Drei von vier Amerikanerinnen und Amerikanern lehnen ein Rechenzentrum in ihrer Nachbarschaft ab – ein Schwenk von 33 Prozentpunkten in zwölf Monaten.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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22. AUGUST 2026
3 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Skizze von drei blauen Protestschildern auf Holzpfosten vor einem Maschendrahtzaun mit Wasserturm dahinter, kinewsletter.ch Stil
Handgezeichnete Skizze von drei blauen Protestschildern auf Holzpfosten vor einem Maschendrahtzaun mit Wasserturm dahinter, kinewsletter.ch Stil
INHALT
0133 Punkte in zwölf Monaten02Zwei Institute, zwei Methoden, ein Trend03Nicht die KI stört, sondern die Stromrechnung04Beringen ist nicht Texas – noch nicht
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0133 Punkte in zwölf Monaten02Zwei Institute, zwei Methoden, ein Trend03Nicht die KI stört, sondern die Stromrechnung04Beringen ist nicht Texas – noch nicht
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Der Engpass beim KI-Ausbau ist nicht mehr die Technik, sondern die Zustimmung vor Ort – und die bröckelt schneller, als selbst Meinungsforscher es für möglich hielten.

Drei von vier Amerikanerinnen und Amerikanern würden sich gegen ein Rechenzentrum in ihrer Nachbarschaft wehren – vor einem Jahr war die Bevölkerung noch fast exakt gespalten. Das zeigt eine neue Umfrage von Heatmap Pro, für die das Institut Embold Research vom 8. bis 13. August 2026 2'045 registrierte Wählerinnen und Wähler befragt hat. Mehr als sechs von zehn sind nicht einfach dagegen, sondern entschieden dagegen.

33 Punkte in zwölf Monaten

Heatmap stellt dieselbe Frage seit August 2025 – viermal, ohne ein einziges Wort daran zu ändern. Damals sagten 43 Prozent Ja und 42 Prozent Nein. Im Februar 2026 lehnten 51 Prozent ab, im Mai sieben von zehn, jetzt 75 Prozent: ein Schwenk von 33 Prozentpunkten. Noch deutlicher am anderen Ende der Skala: Nur 4 Prozent würden ein Rechenzentrum entschieden befürworten, vor einem Jahr waren es 13 Prozent.

«Ein schnellerer und tieferer Umschwung in der amerikanischen Öffentlichkeit, als ich ihn bei irgendeinem Thema je für möglich gehalten hätte» – so beschreibt Heatmap-Journalist Robinson Meyer den Befund.

Der Widerstand zieht sich durch alle Lager: Bei Republikanern liegen Rechenzentren 43 Punkte im Minus, bei ländlichen Wählenden 63, bei Demokraten 75.

Zwei Institute, zwei Methoden, ein Trend

Eine unabhängige Erhebung stützt die Richtung: Gallup befragte vom 2. bis 18. März 2026 telefonisch 1'000 Erwachsene und meldete am 13. Mai 71 Prozent Ablehnung gegenüber KI-Rechenzentren, 48 Prozent entschieden. Gegen ein Atomkraftwerk vor der Haustür wehrten sich in derselben Umfrage nur 53 Prozent.

Direkt gegeneinander rechnen darf man die Zahlen aber nicht: Heatmap befragt registrierte Wählende per Textnachricht-Link (±2,3 Prozentpunkte), Gallup Erwachsene per Telefon (±4 Punkte) – und Gallup fragt ausdrücklich nach KI-Rechenzentren, Heatmap nach Rechenzentren allgemein.

Nicht die KI stört, sondern die Stromrechnung

Warum kippt die Stimmung? Gallup hat die Gegnerinnen und Gegner offen gefragt: Die Hälfte nennt den Ressourcenverbrauch – je 18 Prozent Wasser und Strom. 20 Prozent sorgen sich um Kosten, davon 15 Prozent explizit um höhere Stromrechnungen. Die Ablehnung von KI selbst kommt erst weit dahinter. Politisch schlägt das durch: New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul verhängte ein einjähriges Moratorium, Texas' Gouverneur Greg Abbott stoppte Projekte bis zu einem Pflicht-Audit, und laut Heatmap-Pro-Daten haben über 530 Bezirke und Gemeinden den Bau eingeschränkt oder verboten.

Beringen ist nicht Texas – noch nicht

Auch die Schweiz kennt die Debatte, eine Nummer kleiner. Anfang Juli räumte die Kantonspolizei Zürich im zürcherischen Benken ein Protestcamp gegen Rechenzentren in der Region Schaffhausen – allen voran gegen die Anlage der US-Firma Stack Infrastructure in Beringen SH. Sie soll bis zu 350 Gigawattstunden Strom pro Jahr brauchen, fast drei Viertel des Verbrauchs des ganzen Kantons. Der Bund erwartet für Schweizer Rechenzentren bis 2029 gegenüber 2024 rund 43 Prozent mehr Stromverbrauch – etwa 3 Terawattstunden, mehr als die Stadt Zürich braucht.

Ein Unterschied bleibt: In Beringen entsteht laut Bauherrin kein KI-Rechenzentrum, sondern Cloud-Infrastruktur; Trainings-Anlagen mit mehreren hundert Megawatt sind hierzulande zu teuer. Die Streitpunkte aber sind dieselben: Wasser, Strom, Land.

Quellen

Heatmap News – Exclusive: 75% of Americans Now Oppose Local Data Center Development (19.08.2026)↗ EXTERNER LINKGallup – Americans Oppose AI Data Centers in Their Area (13.05.2026)↗ EXTERNER LINKThe Decoder – Data center opposition surged from 42 to 75 percent in just one year, survey finds (21.08.2026)↗ EXTERNER LINKwatson / CH Media – Immer mehr stromfressende Rechenzentren in der Schweiz – aber auch immer mehr Kritik (26.07.2026)↗ EXTERNER LINKBote der Urschweiz / CH Media – KI frisst Strom und Wasser: Jetzt formiert sich der Widerstand (05.07.2026)↗ EXTERNER LINKGallup – Less Support in U.S. for Solar, Wind Energy; More for Nuclear (22.04.2026)↗ EXTERNER LINK
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