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Hollywood einigt sich mit ByteDance – statt zu klagen

Die MPA und ByteDance unterzeichnen einen gemeinsamen Rahmen zum Schutz von Filmrechten in den KI-Modellen Seedance und Seedream – sechs Monate nach der Unterlassungsaufforderung. Was genau drinsteht, sagt keine der beiden Seiten.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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19. AUGUST 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration eines Filmschneidetischs mit Filmrolle, Wachssiegel und Füllfeder, kinewsletter.ch Stil
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INHALT
01Vom Unterlassungsbrief zum Handschlag02Der Haken: das Kleingedruckte fehlt03In der Schweiz fehlt der erste Entscheid
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01Vom Unterlassungsbrief zum Handschlag02Der Haken: das Kleingedruckte fehlt03In der Schweiz fehlt der erste Entscheid
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Hollywood verhandelt jetzt, statt nur zu klagen. Ein MoU ohne offengelegte Leitplanken ersetzt aber weder ein Urteil noch eine Lizenz – und in der Schweiz fehlt bis heute beides.

Die Motion Picture Association (MPA) und ByteDance haben am Montag, 17. August 2026, ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet – einen gemeinsamen Rahmen, der das geistige Eigentum der Film- und TV-Branche in ByteDances generativen KI-Modellen schützen soll. Betroffen sind Seedance (Video) und Seedream (Bild), also die Modelle hinter den KI-Funktionen von TikTok, CapCut und Dreamina. Hinter der MPA stehen sieben Studios, darunter Disney, Netflix, Universal und Warner Bros. Discovery.

Vom Unterlassungsbrief zum Handschlag

Sechs Monate zuvor klang das noch ganz anders. Im Februar schickte die MPA eine Unterlassungsaufforderung an ByteDance – Anlass war der Release von Seedance 2.0, mit dem Nutzer Clips mit den Gesichtern von Brad Pitt und Tom Cruise erzeugten. Einer davon ging viral. Die MPA warf dem Konzern damals vor, etabliertes Urheberrecht «in massivem Ausmass» zu missachten.

Danach begannen Gespräche. Laut der MPA-Mitteilung spiegeln die Releases von Seedance 2.5 und Seedream 5.0 Pro im Juli bereits «fortlaufende Fortschritte beim IP-Schutz». MPA-Chef Charles Rivkin spricht von «sinnvollen Leitplanken», ByteDance-Chefjurist John Rogovin von einem «wichtigen Rahmen für die weitere Zusammenarbeit».

Der Haken: das Kleingedruckte fehlt

Ein MoU ist kein Urteil und keine Lizenz. Weder MPA noch ByteDance haben offengelegt, wie die Leitplanken technisch funktionieren – darauf weist The Next Web hin. Vor allem löst der Deal nur die eine Hälfte des Problems: die Outputs. Ein Modell so zu filtern, dass es Iron Man nicht mehr zeichnet, ist Ingenieursarbeit. Ob Studio-Material überhaupt fürs Training verwendet werden durfte, bleibt offen. Genau darüber streiten Disney, Universal und Warner Bros. seit 2025 vor Gericht mit Midjourney – ein Urteil steht aus. Und in München hat die GEMA Ende Juli .

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In der Schweiz fehlt der erste Entscheid

Für dich als Kreative oder Filmschaffende hierzulande ist die Lage unbequem. Nach herrschender Meinung deckt das Ausschliesslichkeitsrecht im Urheberrechtsgesetz (URG) auch KI-Nutzungen ab – ein klärender Schweizer Gerichtsentscheid fehlt aber bis heute, wie «Die Volkswirtschaft» festhält. Bundesrat und das Institut für Geistiges Eigentum wollen 2026 einen Gesetzesentwurf vorlegen, gestützt auf die Motion Gössi. Diskutiert werden eine gesetzliche Schranke mit Vergütungspflicht oder eine kollektive Lizenzierung; ProLitteris lehnt vergütungsfreie Nutzung ausdrücklich ab. Für dein Gesicht gilt derweil der Persönlichkeitsschutz nach Art. 28 ZGB.

Wer Schweizer Inhalte in der EU ausspielt, hat schon jetzt eine harte Pflicht: Seit dem 2. August 2026 ist der EU AI Act anwendbar. Artikel 50 verlangt, Deepfakes als künstlich erzeugt offenzulegen.

Quellen

MPA and ByteDance Announce Global Agreement to Protect Intellectual Property – MPA (17.08.2026)↗ EXTERNER LINKMotion Picture Association Strikes Deal with ByteDance – Variety (17.08.2026)↗ EXTERNER LINKMPA Inks AI IP Protection Deal With ByteDance – The Hollywood Reporter (17.08.2026)↗ EXTERNER LINKByteDance signs AI copyright pact with Hollywood trade group – NBC News/Reuters (17.08.2026)↗ EXTERNER LINKByteDance signs a copyright pact with Hollywood's MPA – TNW (17.08.2026)↗ EXTERNER LINKByteDance agrees to reel in its AI models to protect Hollywood IP – Engadget (17.08.2026)↗ EXTERNER LINKByteDance and Hollywood Reach Agreement Over AI Video IP Rights – PetaPixel (18.08.2026)↗ EXTERNER LINKMidjourney Seeks to Reveal Studios' Use of AI – Variety (02.07.2026)↗ EXTERNER LINKKI und Urheberrecht: Die Schweiz sucht eine Lösung – Die Volkswirtschaft (03.02.2026)↗ EXTERNER LINKKünstliche Intelligenz und Urheberrecht: Position von ProLitteris↗ EXTERNER LINKRevision des Urheberrechts – Institut für Geistiges Eigentum↗ EXTERNER LINKEU AI Act, Artikel 50 – Transparenzpflichten↗ EXTERNER LINK
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