OpenAI hält Zero Data Retention auch für seine stärksten Modelle aufrecht und zeigt mit «Private Safety Processing» erstmals, wie Missbrauch über mehrere Gespräche hinweg erkannt werden soll – ohne dass Mitarbeitende je Kundeninhalte sehen. Anthropic geht den umgekehrten Weg und speichert bei seinen fähigsten Modellen 30 Tage lang. Für Schweizer Kanzleien, Banken und Spitäler ist das der Unterschied zwischen «geht» und «geht nicht».
Anthropic entschärft seine umstrittene Speicherpflicht: Die 30 Tage bleiben, aber die Daten sollen künftig in der Cloud des Kunden liegen. Laut Reuters haben über 100 Kunden am System mitgebaut – Anthropic selbst hatte die Regel im eigenen Risk Report als «unpopulär» bezeichnet. Für Schweizer Firmen verschiebt sich damit die entscheidende Frage von «wie lange» zu «bei wem».
Datenschutz wird zum Verkaufsargument im KI-Markt – und OpenAI stellt sich mit Zero Data Retention bewusst gegen Anthropics 30-Tage-Speicherung.
OpenAI hat am 19. August 2026 bestätigt, dass Zero Data Retention (ZDR) – also die Zusicherung, Prompts und Modellantworten nach der Verarbeitung nicht zu speichern – auch für die leistungsfähigsten Modelle bestehen bleibt. Gleichzeitig zeigt das Unternehmen als Vorschau Private Safety Processing: ein Sicherheitssystem, das Missbrauchsmuster über mehrere zusammenhängende Interaktionen hinweg erkennen soll, ohne dass OpenAI-Mitarbeitende die Inhalte zu sehen bekommen. Der Kontrast zum Konkurrenten ist der eigentliche Punkt: Anthropic verlangt bei seinen fähigsten Modellen 30 Tage Datenaufbewahrung. OpenAI verspricht null.
Das Problem, das beide Labs lösen wollen, ist dasselbe. Je mehr ein Modell kann, desto seltener steht der Missbrauch in einer einzelnen Anfrage. Bisherige ZDR-taugliche Schutzsysteme bewerten jede Interaktion für sich – und genau dort entwischen die geduldigen Angreifer.
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