DeepSeek hat sein günstiges V4-Flash um Bildverständnis erweitert – zum identischen Preis, ohne Aufschlag. Laut DeepSeeks eigener Tabelle kommt das experimentelle Modell nahe an Claude Opus 4.8 heran und schlägt es auf drei von elf Benchmarks. Zwei Details fehlen in den Schlagzeilen: Jedes Bild wird auf 0,64 Megapixel eingedampft – und die Gewichte veröffentlicht DeepSeek diesmal nicht.
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Bildverständnis zum Flash-Tarif ist ein echtes Angebot – aber es gibt keine Gewichte, keinen zweiten Anbieter und bisher keine unabhängige Messung.
DeepSeek hat am 21. August 2026 ein experimentelles Bildmodell freigeschaltet: deepseek-v4-flash-vision-exp ergänzt das günstige Textmodell V4-Flash um Bildverständnis – laut DeepSeeks Change Log ohne Preisaufschlag und mit derselben Textleistung wie das Basismodell. Auf der Vergleichstabelle, die DeepSeek selbst zum Release publiziert hat, rückt das Modell damit in die Nähe von Anthropics Spitzenmodell Claude Opus 4.8. Zugänglich ist es ausschliesslich über die API – Modellgewichte gibt es diesmal keine.
DeepSeeks Tabelle vergleicht elf Benchmarks. Auf drei davon liegt die Vision-Variante vor Opus 4.8: DeepSWE (59,3 zu 58,0), Agents' Last Exam (27,3 zu 25,7) und ZeroBench (35,0 zu 34,0). Auf den anderen acht liegt sie zurück, teilweise klar – bei NL2Repo, einem Test für das Bauen ganzer Code-Repositories aus einer Beschreibung, trennen die beiden 12 Punkte (57,7 zu 69,7).
Wichtig für die Einordnung: Alle diese Zahlen stammen von DeepSeek, gemessen im hauseigenen Testgerüst «DeepSeek Harness Minimal Mode». Eine unabhängige Messung existiert Stand heute nicht – bei Artificial Analysis, der üblichen Referenz für Modellvergleiche, hat das Modell noch keinen Eintrag.
Die aufschlussreichste Zahl steht nicht in der Benchmark-Tabelle, sondern in der API-Dokumentation. DeepSeek rechnet Bild vor der Verarbeitung auf rund herunter – das sind 0,64 Megapixel, knapp ein Drittel eines Full-HD-Bildschirms. Ein Bild kostet dadurch höchstens , egal ob du 2000 oder 5000 Pixel Kantenlänge hochlädst, und bis zu 600 Bilder passen in eine einzige Anfrage.
Der Rest bleibt, wie du ihn von V4-Flash kennst: 1 Million Tokens Kontextfenster und 0,22 US-Dollar pro Million Input-Tokens ausserhalb der Stosszeiten, laut DeepSeeks Preisliste exakt der Tarif des Textmodells. Für Screenshots, Diagramme und Browser-Automatisierung ist das ein sehr günstiges Angebot. Für gescannte A4-Seiten mit Kleingedrucktem ist es knapp – die Auflösung ist der Preis für den Preis.
Genau hier bricht DeepSeek mit der eigenen Linie. V4-Flash und V4-Pro liegen unter MIT-Lizenz auf Hugging Face – das Textmodell V4-Flash-0731 wurde dort seit dem Release Ende Juli über 2,8 Millionen Mal heruntergeladen. Für die Vision-Variante gibt es kein solches Repository, weder auf Hugging Face noch auf GitHub. Auch OpenRouter führt genau einen Anbieter für das Modell: DeepSeek selbst. SiliconANGLE hält fest, dass DeepSeek angesichts seiner Open-Source-Historie später eine frei verfügbare Version nachreichen könnte – versprochen hat es das Unternehmen nicht.
Das ist die zweite Hälfte einer Bewegung, die wir vor einer Woche schon beim Agenten-Framework Harness beobachtet haben: Die Werkzeuge werden verschenkt, die Modelle wandern hinter die API.
Konkret heisst das: Wer Rechnungen, Screenshots oder Kundendokumente durch dieses Modell schickt, schickt sie an eine chinesische API – eine Alternative gibt es nicht. Beim rein textbasierten V4-Flash hattest du dank MIT-Lizenz noch die Wahl, es auf eigener Infrastruktur zu betreiben; bei der Vision-Variante fällt diese Option weg. Das Preisargument bleibt stark – die Abwägung verschiebt sich vom Tarif zum Datenweg.
Alibabas Qwen-Team hat die Gewichte von Qwen3.8 freigegeben. Apache 2.0 gilt aber nur fürs 27B-Modell – beim Max steht Kleingedrucktes im Lizenztext.