Eine China-nahe Hackergruppe nutzte nach einem Einbruch bei ConnectWise KI-Agenten gegen mehr als 2’250 Microsoft-365-Umgebungen. Wie viele tatsächlich betroffen sind, sagt Microsoft nicht.
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Wer Microsoft 365 über einen IT-Partner betreibt, sollte jetzt nachfragen, ob dieser ConnectWise-Dienste nutzt.
Eine China-nahe Hackergruppe hat laut Microsoft KI-Agenten eingesetzt, um nach einem Einbruch beim IT-Dienstleister ConnectWise bei mehr als 2'250 Microsoft-365-Umgebungen (sogenannten Tenants) Anmeldungen zu versuchen; in der Spitze scheiterten laut Microsoft über 2'900 Anmeldungen pro Minute. In einzelnen Fällen vergingen weniger als drei Stunden vom ersten Ziel bis zum privilegierten Cloud-Zugriff. Wie viele Firmen tatsächlich kompromittiert wurden, sagt Microsoft nicht.
Einstieg war nicht Microsoft selbst. Die Gruppe, die Microsoft Storm-0940 nennt und seit 2021 aktiv sieht, kompromittierte laut The Next Web Anwendungs-Identitäten von ConnectWise Cloud Backup. IT-Dienstleister nutzen den Dienst, um Microsoft-365-Daten ihrer Kunden zu sichern. Mit den gestohlenen Zugangsdaten konnten die Angreifer die Berechtigungen nutzen, die Kunden dem Dienst bereits erteilt hatten, ohne dass sich eine Person interaktiv anmelden musste. In manchen Umgebungen änderten sie Anwendungs-Zugangsdaten und Administratorrollen, um sich dauerhaft festzusetzen.
ConnectWise machte den Vorfall am 16. Oktober öffentlich und nahm Cloud Backup am 17. Oktober vom Netz. Laut The Register pausierte das Unternehmen auch SaaS Security und Cloud Management; seit dem 21. Oktober werden die Dienste schrittweise wieder freigegeben. Die Sicherheitsfirma Huntress bestätigte bis zum 16. Oktober Einbrüche bei 162 Tenants. ConnectWise sieht «keine Anzeichen», dass Backup-Daten kompromittiert wurden. Microsoft betont, der Angriff beruhe nicht auf einer Schwachstelle in den eigenen Systemen.
Die Angreifer nutzten ARTEX, ein frei verfügbares Open-Source-Framework, in dem mehrere KI-Agenten Penetrationstests automatisieren: Netzwerke abtasten, Schwachstellen suchen, Passwörter durchprobieren, Daten abziehen. Das Framework läuft auf beliebigen Sprachmodellen; welches hier im Einsatz war, hat Microsoft nicht genannt. Agenten seien nicht an die Faktoren gebunden, die Menschen ausbremsen, schreiben die Microsoft-Forscher.
Davor hatten die Angreifer es laut The Register mit klassischem Passwort-Spraying versucht: Zwischen dem 10. und 14. Oktober scheiterten über 151'000 Anmeldungen bei 327 Konten in acht Organisationen. Erst danach wechselten sie zu den ConnectWise-Identitäten.
Menschliche Reaktionsketten können mit diesem Tempo nicht mithalten, sagt Yih Khai Wong vom Analystenhaus IDC und empfiehlt automatische Eindämmung, etwa das Sperren von Zugangsdaten bei festgelegten Schwellenwerten.
Microsoft rät zu diesen Schritten:
Konkret heisst das: Wer Microsoft 365 über einen IT-Partner betreibt, sollte nachfragen, ob dieser ConnectWise-Dienste nutzt. Ein aktiver Zugriff der Anwendung beweist laut Microsoft noch keinen Datenabfluss.
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