ChangXin Memory Technologies startet die fünfte DRAM-Generation. Chinas Speicher rückt auf, während KI-Rechenzentren den weltweiten RAM-Markt leerkaufen.
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Chinas Speicherindustrie schliesst technisch auf – aber die entscheidenden Zahlen zu Ausbeute und Liefermenge hält CXMT zurück. Spürbar ist der Engpass trotzdem längst: an Schweizer Gerätepreisen.
Der chinesische Speicherhersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) hat am 20. September 2026 an der World Manufacturing Convention in Hefei die Serienproduktion seiner fünften DRAM-Generation angekündigt – der «G5-Plattform». Laut Unternehmensmitteilung laufen darauf bereits zwei LPDDR5X-Chips mit je 24 Gigabit für Smartphones vom Band. Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt: Chinas Speicherindustrie rückt genau dann auf, wenn KI-Rechenzentren den weltweiten RAM-Markt leerkaufen.
CXMT nennt für die Speicherzellen einen Half-Pitch von 11,95 Nanometern, erreicht mit Quadruple Patterning – einem Verfahren, das feine Strukturen durch mehrfaches Belichten und Ätzen erzeugt, statt sie in einem Schritt zu schreiben. Die Firma selbst spricht von Prozessen «auf Augenhöhe mit den besten Fertigungsknoten der Branche». Der Haken: Die 11,95 Nanometer beschreiben eine einzelne Struktur im Speicherfeld, nicht den ganzen Chip. Mit den «12-Nanometer-Klassen» von Samsung, SK Hynix und Micron ist die Zahl deshalb nicht direkt vergleichbar – darauf weisen Analysten in der «Seoul Economic Daily» ebenso hin wie eine Einordnung von XenoSpectrum.
Die meistzitierte Zahl der Ankündigung: mindestens 50 Prozent mehr Chips pro Wafer als bei der Vorgängergeneration. In CXMTs eigener Fussnote steht, worauf sich das bezieht – auf die Brutto-Zahl vor dem Aussortieren defekter Chips, normiert auf 8-Gigabit-Bausteine. Ausbeute, Stückzahlen und Monatskapazität hat CXMT nicht veröffentlicht. Wie viel zusätzlicher Speicher am Ende tatsächlich auf dem Markt landet, ist damit offen.
Brisant wird das durch die Marktlage. Nach Zahlen des Marktforschers TrendForce kamen Samsung (39,4 %), SK Hynix (24,9 %) und Micron (23,3 %) im zweiten Quartal 2026 zusammen auf 87,6 Prozent des DRAM-Umsatzes. CXMT lag laut TrendForce mit 9,5 Prozent auf Rang vier – nach 7,6 Prozent im Vorquartal. Der Grund ist simpel: Die drei Grossen lenken ihre Kapazität in HBM und Server-DDR5 für KI-Rechenzentren um. Die Lücke beim gewöhnlichen Speicher füllen chinesische Anbieter.
Für dich zeigt sich das an der Kasse. Digitec hat im August nachgerechnet: DDR5-Riegel kosteten in der Schweiz im Schnitt 352 Prozent mehr als ein Jahr zuvor – für 64 GB DDR5-6000 zahlst du über 1100 Franken statt gut 200. Smartphones, Notebooks und Konsolen sind dadurch teurer geworden. Ob ein vierter grosser Anbieter das dämpft, hängt an genau den Zahlen, die CXMT nicht genannt hat.

Salesforce hat an seiner Hauskonferenz Dreamforce «Koa» vorgestellt, das erste eigene Reasoning-Modell des CRM-Konzerns. Es basiert auf Nvidias offenem Modell Nemotron und ist auf Aufgaben in Vertrieb, Marketing und Kundendienst trainiert. Damit kauft ein Anwendungsanbieter die Denkleistung nicht mehr nur bei OpenAI oder Anthropic ein – er baut sie selbst.