Die International Federation of Robotics hat humanoide Roboter erstmals als eigene Kategorie gezählt: rund 7'000 Stück wurden 2025 weltweit für Industrie und professionelle Dienstleistungen verkauft. Klassische Industrieroboter kamen 2024 auf 542'000 Installationen. Die Bank of America erwartet für 2026 trotzdem 90'000 Auslieferungen und 1,2 Millionen bis 2030.
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Humanoide sind heute eine Nische von 7'000 Einheiten – ob daraus ein Massenmarkt wird, entscheidet sich an Taktzeiten, Energieverbrauch und Wartungskosten, nicht an Messeauftritten.
Rund 7'000 humanoide Roboter wurden 2025 weltweit für industrielle und professionelle Dienstleistungen verkauft. Das zeigen neue Daten der International Federation of Robotics (IFR) mit Sitz in Frankfurt, über die Reuters am 21. September berichtete. Es ist das erste Mal, dass der Robotik-Weltverband Humanoide als eigene Kategorie erfasst – und die Zahl fällt deutlich nüchterner aus, als Milliardeninvestitionen und virale Demo-Videos vermuten lassen.
Zur Einordnung: Klassische Industrieroboter kamen 2024 laut IFR auf rund 542'000 Installationen, professionelle Serviceroboter auf etwa 199'000 verkaufte Einheiten. Humanoide sind damit laut IFR-Generalsekretärin Susanne Bieller nur ein winziger Bruchteil des Robotikmarkts. Als humanoid zählt für die IFR ein Roboter, der menschenähnlich aussieht und autonom in einer für Menschen gebauten Umgebung arbeitet – Beine sind ausdrücklich nicht zwingend. Consumer- und Militärroboter sind ausgeschlossen, Medizinroboter laufen in einer separaten Kategorie.
Der zweite Dämpfer: Ein grosser Teil der verkauften Humanoiden arbeitet gar nicht produktiv. Gekauft wurden sie laut Bieller vor allem von Forschungsinstituten und Technologiefirmen, die damit physische Daten fürs Training von KI-Modellen sammeln. Autohersteller – die frühesten kommerziellen Anwender – testen bislang in Pilotprojekten mit einstelligen bis niedrigen zweistelligen Stückzahlen pro Werk.
«Hype geplatzt» wäre die falsche Schlagzeile. Bank of America Global Research rechnet für 2026 mit und mit ; bis 2035 sollen es 10 Millionen sein, was einem jährlichen Wachstum von 86 Prozent entspricht. Pikant dabei: Für 2025 hatte dieselbe Bank rund 20'000 Einheiten angesetzt – fast das Dreifache dessen, was die IFR nun tatsächlich zählt. Die Prognosen laufen der Realität also sichtbar davon. Die IFR selbst nennt in ihren Robotik-Trends 2026 die Bedingung dafür, dass sich das ändert: Humanoide müssen bei Taktzeiten, Energieverbrauch und Wartungskosten mit klassischer Automation mithalten – sonst bleiben sie Demonstrationsobjekte.
Für dich als Beobachter des Werkplatzes Schweiz ist das relevant. Die Schweiz gehört mit 294 Industrierobotern je 10'000 Beschäftigte zu den zehn am stärksten automatisierten Ländern der Welt – der weltweite Durchschnitt liegt bei 132 (IFR, Stand 2024). Automatisiert wird hier aber mit spezialisierten Maschinen statt mit Menschmaschinen: Den IERA Award 2026 der IFR gewann die Schweizer Deep-Tech-Firma Verity für autonome Inventar-Drohnen, die in rund 200 Lagerhäusern weltweit fliegen. Vergangene Woche haben wir über Digit 5 berichtet, einen Humanoiden, der ohne Schutzzaun arbeiten soll. Die IFR-Zahlen zeigen, wie lang der Weg von dort bis zur Serienproduktion noch ist. Die vollständigen Jahreszahlen zu Industrie- und Servicerobotern will die IFR laut Reuters am 24. September veröffentlichen.
ChangXin Memory Technologies startet die fünfte DRAM-Generation. Chinas Speicher rückt auf, während KI-Rechenzentren den weltweiten RAM-Markt leerkaufen.