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KI-Agenten brauchen 600-mal mehr Strom als ein Chat-Prompt

Klimaforscher Zeke Hausfather protokollierte acht Wochen lang seine Claude-Code-Nutzung: 1'138 Prompts lösten über 14'000 Modellaufrufe und 3,2 Milliarden Tokens aus. Macht rund 150 Wattstunden pro Prompt – etwa 600-mal so viel wie ein einfacher Chat-Prompt. Gemessen sind allerdings nur die Tokens, der Rest ist Schätzung.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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9. AUGUST 2026
5 MIN. LESEZEIT
Illustration eines dicken elektroblauen Stromkabels, das sich in ein Dutzend dünner Kabel an einer Steckdosenleiste auffächert, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines dicken elektroblauen Stromkabels, das sich in ein Dutzend dünner Kabel an einer Steckdosenleiste auffächert, kinewsletter.ch Stil
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Der Prompt ist die falsche Masseinheit: Wer mit KI-Agenten arbeitet, verursacht pro Eingabe rund 600-mal mehr Strom als beim Chatten. Der entscheidende Hebel ist trotzdem nicht Verzicht, sondern woher der Strom der Rechenzentren kommt.

Der Klimawissenschaftler Zeke Hausfather hat acht Wochen lang protokolliert, wie viel Strom seine Arbeit mit dem Coding-Agenten Claude Code verursacht – und kommt in seiner Analyse vom 5. August 2026 im Fachblog The Climate Brink auf rund 150 Wattstunden pro getipptem Prompt. Das ist etwa 600-mal so viel wie ein einfacher Chat-Prompt: Für einen Median-Textprompt in Gemini gibt Google 0,24 Wattstunden an, OpenAI-Chef Sam Altman schätzte eine durchschnittliche ChatGPT-Anfrage auf 0,34 Wattstunden. Wichtig für die Einordnung: Direkt gemessen hat Hausfather nur die Token-Zahlen aus seinen lokalen Logs – die Umrechnung in Kilowattstunden ist eine Schätzung mit breitem Unsicherheitsband.

Aus 1'138 Prompts werden 14'000 Modellaufrufe

Zwischen dem 31. Mai und dem 25. Juli 2026 tippte Hausfather, der beim Zahlungsdienstleister Stripe arbeitet, 1'138 Prompts in Claude Code. Ausgelöst haben diese Eingaben über 14'000 einzelne Modellaufrufe – im Schnitt zwölf pro Prompt. Verarbeitet wurden dabei 3,2 Milliarden Tokens (Tokens sind die Wort- und Zeichenbausteine, in denen Sprachmodelle rechnen), also rund 2,9 Millionen pro Eingabe. Zum Vergleich: Ein gewöhnlicher Chat-Austausch ohne Websuche und ohne Reasoning kommt laut Hausfather auf etwa tausend Tokens.

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