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Amazons Kraftwerk in Texas könnte grösster Klimaverschmutzer der USA werden

Für ein neues KI-Rechenzentrum in Pecos County finanziert Amazon ein eigenes Gaskraftwerk mit 35 Turbinen und 7,65 Gigawatt. Die Bewilligung erlaubt 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr – mehr als jedes andere Kraftwerk der USA. Am Netto-Null-Versprechen für 2040 hält der Konzern trotzdem fest.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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9. AUGUST 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration einer elektroblauen Gasturbine mit Abgaskaminen in einer Wüstenebene hinter Maschendrahtzaun, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer elektroblauen Gasturbine mit Abgaskaminen in einer Wüstenebene hinter Maschendrahtzaun, kinewsletter.ch Stil
INHALT
0135 Turbinen hinter dem eigenen Zaun02Der Baustopp gilt nur fürs Netz0316 Prozent in die falsche Richtung
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Amazon baut die Stromversorgung für sein KI-Rechenzentrum am Netz vorbei – und nimmt dafür ein Kraftwerk in Kauf, das mehr CO2 ausstossen dürfte als jede andere Einzelquelle der USA.

Amazon finanziert ein eigenes Gaskraftwerk in Pecos County, Texas — und diese Anlage könnte laut der New York Times zur grössten einzelnen Quelle von Klimaverschmutzung in den USA werden. Sie soll ein neues KI-Rechenzentrum versorgen und ist genehmigt für den Ausstoss von 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr, mehr als jedes andere Kraftwerk des Landes. Amazon bestätigte das Projekt am 7. August 2026.

35 Turbinen hinter dem eigenen Zaun

Das Kraftwerk GW Ranch wird von Pacifico Energy entwickelt. Die Bewilligungsunterlagen nennen 35 Gasturbinen und 7,65 Gigawatt Leistung — grösser als jedes derzeit in den USA laufende Gaskraftwerk, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Aufgedeckt hat den Fall das Marktforschungsunternehmen Cleanview, das drei frisch eingereichte Baubewilligungen von Amazon mit Satellitenbildern des Geländes abglich.

Wichtig für die Einordnung: Die 33 Millionen Tonnen stammen aus der Emissionsbewilligung vom Januar und sind eine Obergrenze, keine Prognose — Anlagen schöpfen sie selten voll aus, wie Cleanview und AFP betonen. Bewilligt ist trotzdem mehr, als das grösste Kohlekraftwerk der USA ausstösst.

Der Baustopp gilt nur fürs Netz

Anfang August hat Texas' Gouverneur Greg Abbott neue Rechenzentrums-Projekte gestoppt, bis Aufsichtsbehörde PUCT und Netzbetreiber ERCOT sie geprüft haben (wir berichteten). Laut Mitteilung des Gouverneurs betrifft der Stopp aber ausdrücklich Anlagen im ERCOT-Anschlussverfahren — Amazons Kraftwerk soll zunächst gar nicht am Netz hängen, sondern "behind the meter" laufen, also hinter dem eigenen Zähler.

Der Amazon-Sprecher verkauft das als Vorteil: Das Rechenzentrum werde mit neuer Erzeugung vor Ort betrieben, "die die Stromkosten für Familien in Texas nicht erhöht". Genau daran entzündet sich der Widerstand gegen Rechenzentren — New York stoppte im Juli den Bau sämtlicher neuer Anlagen.

16 Prozent in die falsche Richtung

Amazons CO2-Emissionen sind im letzten Jahr um 16 Prozent gestiegen — eine Zahl, die der Konzern selbst ausweist, und die falsche Richtung für ein Unternehmen, das sich mit dem Climate Pledge auf netto null bis 2040 verpflichtet hat. Gegenüber der New York Times sagte der Amazon-Sprecher dazu: "Die Welt sieht heute anders aus als damals, als wir den Climate Pledge mitbegründet haben." Und im gleichen Atemzug: "Unser Engagement hat sich nicht geändert."

Amazon ist dabei kein Einzelfall: Meta, Microsoft und Oracle verfolgen laut AFP ebenfalls eigene Kraftwerksprojekte am Rechenzentrum. Für dich heisst das: Die Klimabilanz der KI, die du täglich nutzt, entsteht zunehmend an Gasturbinen in der texanischen Wüste — und wer in der Schweiz auf AWS setzt, findet diese Emissionen womöglich in der eigenen Scope-3-Bilanz wieder.

Quellen

New York Times: Amazon data center could become biggest climate polluter in the U.S.↗ EXTERNER LINKTechCrunch: Planned Amazon data center could become the biggest climate polluter in the U.S.↗ EXTERNER LINKCleanview/Distilled: Amazon is behind one of the largest gas plants ever proposed↗ EXTERNER LINKAFP: Amazon behind massive private gas plant for new data centres↗ EXTERNER LINKOffice of the Texas Governor: Abbott directs comprehensive data center audit↗ EXTERNER LINK
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