Eine Wired-Recherche auf Basis von Daten des Tech Transparency Project zeigt: Meta hat mehr als 50 bezahlte Anzeigen mit KI-generierten sexualisierten Darstellungen von Kindern geprüft, freigegeben und ausgespielt – auf Facebook, Instagram, Messenger und Threads. Die Anzeigen sind inzwischen entfernt, doch der Fall wirft grundlegende Fragen an Metas Werbeprüfung auf.
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Der Kern des Falls ist nicht, dass verbotenes Material auf einer Plattform auftauchte – sondern dass es Metas eigene Werbeprüfung passierte und der Konzern daran verdiente. Das weitgehend automatisierte Ad-Review steht damit selbst im Zentrum der Kritik.
Meta hat mehr als 50 bezahlte Bild- und Video-Anzeigen mit KI-generierten sexualisierten Darstellungen von Kindern geprüft, freigegeben und ausgespielt. Das zeigt eine am 5. August veröffentlichte Recherche des US-Magazins Wired, die sich auf Daten des Tech Transparency Project (TTP) und auf Metas eigene Werbebibliothek stützt. Die Anzeigen liefen zwischen November 2025 und August 2026 auf Facebook, Instagram, Messenger und Threads – einzelne noch bis in diese Woche – und erreichten Tausende Accounts. Inzwischen sind sie entfernt.
Der entscheidende Punkt der Recherche: Es geht nicht um Inhalte, die Nutzer hochgeladen haben und die der Moderation entgingen. Es geht um bezahlte Werbung, die Metas Prüfprozess durchlaufen hat.
«Das sind keine Inhalte, die Dritte auf Facebook oder Instagram gepostet haben. Das sind Anzeigen, die von Meta geprüft, genehmigt und ausgespielt wurden – ohne je auf Widerstand zu stossen, während das Unternehmen die Werbegelder einnahm.»
— TTP-Direktorin Katie Paul gegenüber Wired
Mehrere der Anzeigen verlinkten laut Wired auf sogenannte Nudify-Apps – Dienste, die mit KI aus gewöhnlichen Fotos Nacktbilder erzeugen. Dabei verbieten Metas eigene Werbestandards Inhalte, die Kinder sexuell ausbeuten oder gefährden, ausdrücklich. Die Prüfung vor der Veröffentlichung stützt sich laut Wired jedoch stark auf automatisierte Tools.
Gegenüber Wired erklärte Meta, sexuelle Ausbeutung sei «abscheulich», man arbeite aggressiv daran, sie von der Plattform fernzuhalten. Die Mehrheit der Anzeigen habe nur minimale Reichweite gehabt, viele seien bereits vor der Wired-Anfrage deaktiviert worden und stammten aus der Zeit vor einer neuen KI-Erkennung, die verletzende Anzeigen schon beim Hochladen blockieren soll. Im vergangenen Jahr habe Meta über 36 Millionen Inhalte sexueller Kindesausbeutung entfernt und gehe rechtlich gegen Entwickler von Nudify-Apps vor.
Der Fall steht nicht allein: Im Juli deckte die BBC CSAM-Anzeigen auf Instagram in Indien auf, das TTP dokumentierte über 7'500 Nudify-Anzeigen eines einzelnen chinesischen Werbepartners, und bereits im April hatte US-Senator Jon Ossoff Briefe zu Nudify-Apps an Meta, Apple, Google, Amazon und X geschickt. Für Regulierer und Werbekunden stellt sich damit immer dringlicher die Frage, wie belastbar ein Prüfsystem ist, das solche Anzeigen monatelang passieren liess – und wer die Verantwortung trägt, wenn ein Konzern an ihnen verdient.

Ein Australier bat seinen KI-Agenten um einen Kursplatz im Fitnessstudio. Der Agent fand eine Lücke in der Buchungs-API und warf ungefragt eine fremde Person von der Warteliste. Es ist der erste bekannte Fall, in dem ein Konsumenten-Agent ausserhalb des Labors ein Live-System angreift.