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Suno markiert KI-Songs – sechs Tage nach dem GEMA-Urteil

Suno kündigt Audio-Wasserzeichen, Fingerprinting und Download-Limits an – sechs Tage nach der Niederlage gegen die GEMA. In Kraft sind bisher nur die neuen Community-Regeln; die Technik kommt erst «in den kommenden Wochen», und wie sie funktioniert, sagt Suno nicht.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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7. AUGUST 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration einer Schallplatte mit einem elektroblauen Siegelstempel in Wachs auf Notenblättern, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Schallplatte mit einem elektroblauen Siegelstempel in Wachs auf Notenblättern, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Angekündigt ist noch nicht ausgeliefert02Der Grund heisst Streaming-Betrug03Brüssel verlangt genau das seit dem 2. August04Was das Urteil verlangt, löst kein Wasserzeichen
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01Angekündigt ist noch nicht ausgeliefert02Der Grund heisst Streaming-Betrug03Brüssel verlangt genau das seit dem 2. August04Was das Urteil verlangt, löst kein Wasserzeichen
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Suno liefert Governance-Ankündigungen statt Lizenzen: Wasserzeichen adressieren die Verbreitung von KI-Songs, nicht die Herkunft der Trainingsdaten – und genau darum ging es vor dem Landgericht München.

Der KI-Musikdienst Suno will Songs, die auf seiner Plattform entstehen, künftig mit Audio-Wasserzeichen und Fingerprinting versehen, Downloads begrenzen und seine Community-Regeln verschärfen. Angekündigt hat das Mitgründer und CEO Mikey Shulman am 6. August in einem Blogpost – sechs Tage, nachdem das Landgericht München entschieden hatte, dass Suno für das Training mit GEMA-Repertoire Lizenzen braucht. Live ist von den Massnahmen bisher aber nur ein Teil.

Angekündigt ist noch nicht ausgeliefert

Sofort in Kraft sind die überarbeiteten Community-Richtlinien, datiert auf den 6. August. Sie verbieten neu ausdrücklich «täuschendes Audio, das als echt präsentiert wird» sowie das Nutzen der Stimme oder des Abbilds einer realen Person ohne Erlaubnis.

Die eigentliche Neuigkeit dagegen ist Zukunftsmusik: Wasserzeichen und Fingerprinting kommen laut Suno «in den kommenden Wochen». Ob Suno dafür auf Googles SynthID setzt oder etwas Eigenes baut, wollte das Unternehmen gegenüber TechCrunch nicht sagen. Shulman schreibt nur:

Diese Werkzeuge sind so gebaut, dass sie robust und manipulationsresistent sind, ohne das Hörerlebnis zu beeinträchtigen.

Auch die neue Download-Policy gegen Massenverbreitung ist bloss angekündigt – Details wollte Suno auf Nachfrage nicht nennen.

Der Grund heisst Streaming-Betrug

Dahinter steckt ein lukratives Betrugsmodell: massenhaft KI-Songs hochladen, per Bots abspielen lassen, Tantiemen kassieren. Ein Mann aus North Carolina bekannte sich dieses Jahr schuldig, so über 8 Millionen Dollar abgezweigt zu haben – mit Hunderttausenden KI-Songs und Milliarden gefälschter Streams. Suno räumt im Blogpost eine «wichtige Verantwortung» ein, solchen Missbrauch zu erschweren. Zuletzt forderten die grossen Labels zudem, KI-Massenware aus den Charts zu verbannen.

Brüssel verlangt genau das seit dem 2. August

Seit dem 2. August gilt in der EU Artikel 50 des AI Act: Wer KI-Systeme anbietet, die synthetisches Audio erzeugen, muss deren Ausgaben maschinenlesbar als KI-generiert markieren. Genau diese Kategorie trifft Suno. Im Blogpost selbst taucht der AI Act allerdings nirgends auf – Suno spricht nur von «aufkommenden Industriestandards». Die Schweiz kennt keine solche Kennzeichnungspflicht; weil Suno aber ein globales Produkt ist, landet die Markierung hierzulande trotzdem in den Songs.

Was das Urteil verlangt, löst kein Wasserzeichen

Der Haken: Wasserzeichen betreffen die Verbreitung, nicht die Datenherkunft. Das Münchner Gericht verurteilte Suno für das Training an geschützten Werken – daran ändert eine Markierung nichts. Suno streitet zudem in den USA mit Universal und Sony, verlor im November 2025 laut Have I Been Pwned die Daten von 55 Millionen Nutzern und sammelte im Juni 400 Millionen Dollar bei 5,4 Milliarden Bewertung ein. Warner ist bis heute das einzige Major-Label mit einer Suno-Lizenz.

Für dich heisst das: Erkennbar werden KI-Songs frühestens in einigen Wochen – und auch dann nur, wenn die Streamingdienste die Markierung tatsächlich auslesen und anzeigen.

Quellen

Suno: Building the future of music responsibly (Primärquelle)↗ EXTERNER LINKSuno: Community Guidelines (Primärquelle, Stand 06.08.2026)↗ EXTERNER LINKGEMA: GEMA prevails over Suno (Pressemitteilung 31.07.2026)↗ EXTERNER LINKTechCrunch: Amid legal battles, Suno says it will start watermarking songs↗ EXTERNER LINKEngadget: Suno is adding audio watermarks so AI-generated songs are more easily identifiable↗ EXTERNER LINKGizmodo: AI music startup Suno is adding a watermark to songs as legal troubles pile up↗ EXTERNER LINKDigital Music News: Suno announces sweeping download and labeling changes↗ EXTERNER LINKEU AI Act, Artikel 50: Transparenzpflichten↗ EXTERNER LINK
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