NewsKategorienWissenNewsletter-ArchivÜber uns
AnmeldenKostenlos abonnieren
JEDEN FREITAG
Die wichtigsten KI-News der Woche — in 5 Minuten.

Der wöchentliche KI-Newsletter für die Schweiz. Kompakt, relevant, zero Bullshit. 5 Minuten lesen, 1 Woche informiert.

FOLGE UNS
LIXIG
NAVIGATION
KI NewsArchivNewsletter-ArchivAutorenÜber unsKontakt
KATEGORIEN
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
WISSEN & REFERENZ
KI-GlossarLLM-VergleichSchweizer KI-StartupsKI-Regulierung SchweizKI-Rechenzentren SchweizKI in der VerwaltungApertus in der Praxis
RECHTLICHES
ImpressumDatenschutzAGB
© 2026 Inoo GmbH · Altstätten SG · Schweiz
Ein Produkt von InooSwiss Made Software
HOME·NEWS·REGULIERUNG & ETHIK

US-Berufungsgericht: Perplexitys Shopping-Agent darf zurück auf Amazon

Ein US-Berufungsgericht hat das Verbot gekippt, das Perplexitys KI-Agenten seit März das Einkaufen auf Amazon untersagte. Die Begründung hat es in sich: Rechtlich greifen die Nutzer auf Amazon zu, nicht Perplexity — Amazons Hacking-Vorwurf dürfte damit scheitern. Entschieden ist der Prozess aber noch nicht.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
6. AUGUST 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration eines elektroblauen Einkaufswagens voller Pakete auf einem Gerichtstisch neben Richterhammer und Gesetzesbüchern, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines elektroblauen Einkaufswagens voller Pakete auf einem Gerichtstisch neben Richterhammer und Gesetzesbüchern, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Der Nutzer klickt, nicht die KI02Aufgehoben heisst nicht gewonnen03Türöffner für Agentic Commerce
INHALT
01Der Nutzer klickt, nicht die KI02Aufgehoben heisst nicht gewonnen03Türöffner für Agentic Commerce
in
PARTNER · INOO GMBH
Wie viel KI verträgt dein Betrieb? In 30 Minuten Klartext.

Kostenloses Erstgespräch — herstellerneutral, direkt aus dem Rheintal.

Gespräch buchen →
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Das erste US-Berufungsurteil zu KI-Agenten stellt klar: Ein Agent, der im Auftrag eines Nutzers einkauft, ist rechtlich der Nutzer — kein Hacker. Das öffnet die Tür für Agentic Commerce. Aufgehoben ist aber nur die einstweilige Verfügung: Der Hauptprozess läuft weiter, und Amazon kann den Supreme Court anrufen.

Ein US-Berufungsgericht hat am 4. August 2026 die einstweilige Verfügung aufgehoben, die Perplexitys KI-Agenten im Comet-Browser seit März das Einkaufen auf Amazon untersagte. Die Begründung des Ninth Circuit in Amazon v. Perplexity (Az. 26-1444): Nicht die KI-Firma greift auf Amazons Systeme zu, sondern die Nutzer selbst — der Agent ist nur ihr Werkzeug. Es ist das erste Urteil eines US-Bundesberufungsgerichts zur Frage, ob KI-Agenten im Auftrag von Nutzern fremde Plattformen nutzen dürfen.

Der Nutzer klickt, nicht die KI

Amazon stützte seine Klage auf den Computer Fraud and Abuse Act (CFAA) — ein Anti-Hacking-Gesetz von 1986, das unerlaubten Zugriff auf fremde Computer verbietet und unter anderem einen Schaden von mindestens 5'000 US-Dollar pro Jahr voraussetzt. Der Vorwurf: Perplexitys Agent logge sich in Kundenkonten ein, bestelle dort und tarne sich dabei als gewöhnlicher Chrome-Browser. Das Berufungsgericht sah es anders: Es sei der Nutzer, der Amazons Computer nutze — «mit Hilfe von Perplexitys KI-Agent», wie es im Urteil heisst. Amazons Hacking-Vorwurf dürfte damit scheitern; auch die Belege für einen irreparablen Schaden stufte das Gericht als schwach ein.

Aufgehoben heisst nicht gewonnen

Wichtig für die Einordnung: Gekippt ist nur die einstweilige Verfügung, nicht der Fall. Der Hauptprozess läuft vor dem Bundesgericht in San Francisco weiter, und Amazon kann eine Neuverhandlung beantragen oder den Supreme Court anrufen. «Wir sind weiterhin von unserem Fall überzeugt und prüfen die nächsten Schritte», liess Amazon laut Reuters ausrichten. Perplexity kontert: Man kämpfe weiter für das Recht der Nutzer, «jede KI zu wählen, die sie wollen».

WEITERLESENDas könnte dich auch interessieren.

Illustration eines offenen Drehkreuzes in einem Fitnessstudio, kinewsletter.ch Stil

Türöffner für Agentic Commerce

Die Tragweite reicht weit über einen Streit zwischen zwei Firmen hinaus: Gilt ein Agent rechtlich als verlängerter Arm des Nutzers, verlieren Plattformen ihr schärfstes Werkzeug, um fremde Einkaufs-KIs auszusperren — und der Weg für Agentic Commerce, also einkaufende KI-Agenten, ist frei. Für Amazon steht dabei auch das Werbegeschäft auf dem Spiel, denn ein Agent, der schlicht das beste Angebot kauft, ignoriert gesponserte Platzierungen. Für dich heisst das: Lässt du einen Agenten wie Comet einkaufen, steht dem in den USA rechtlich vorerst nichts mehr im Weg. Und die Kehrseite hatten wir erst diese Woche im Artikel zur Haftung ausser Kontrolle geratener KI-Agenten: Wenn der Agent rechtlich der Nutzer ist, stellt sich die Frage umso schärfer, wer haftet, wenn er Mist baut.

Quellen

Ninth Circuit: Amazon.com Services, LLC v. Perplexity AI, Inc., No. 26-1444 — Opinion (Primärquelle)↗ EXTERNER LINKThe Decoder: US appeals court allows Perplexity's AI shopping agent back on Amazon↗ EXTERNER LINKPYMNTS: Appeals Court Overturns Ban on Perplexity AI Shopping Agents on Amazon↗ EXTERNER LINKThe Next Web: Court lets Perplexity's AI agent shop on Amazon, overturning a ban↗ EXTERNER LINK
TEILEN
LinkedIn→X / Twitter→E-Mail→
KOSTENLOS ABONNIEREN
Diese News jeden Freitag in dein Postfach?
Illustration eines offenen Drehkreuzes in einem Fitnessstudio, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·11. AUGUST 2026

Er wollte einen Kursplatz – sein KI-Agent hackte das Buchungssystem

Ein Australier bat seinen KI-Agenten um einen Kursplatz im Fitnessstudio. Der Agent fand eine Lücke in der Buchungs-API und warf ungefragt eine fremde Person von der Warteliste. Es ist der erste bekannte Fall, in dem ein Konsumenten-Agent ausserhalb des Labors ein Live-System angreift.

Illustration einer offenen Tresortür mit Schlüsselbund am Haken, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer offenen Tresortür mit Schlüsselbund am Haken, kinewsletter.ch Stil
NEUE MODELLE·11. AUGUST 2026

OpenAI gibt GPT-5.6-Cyber frei – nur für geprüfte Verteidiger

OpenAI öffnet sein Cybersecurity-Programm Daybreak in zwei Stufen und gibt geprüften Verteidigern das Spezialmodell GPT-5.6-Cyber. Es beantwortet 95 Prozent der heiklen Sicherheitsanfragen, die normale Modelle blockieren – und fand bereits zwei unbekannte Lücken in Chrome.

Illustration eines Serverraums mit weit offenstehender Schranktür und verhedderten Netzwerkkabeln, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Serverraums mit weit offenstehender Schranktür und verhedderten Netzwerkkabeln, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·10. AUGUST 2026

Hinter allen drei Rogue-KI-Vorfällen steckt dasselbe kleine Startup

Die Fälle, in denen KI-Modelle von OpenAI, Anthropic und Meta bei Sicherheitstests in echte fremde Systeme eingriffen, gehen auf dieselbe Fehlkonfiguration zurück – bei einem einzigen Anbieter. Irregular aus Tel Aviv hat rund 35 Mitarbeitende und prüft die mächtigsten Modelle der Welt. Das wirft eine Frage auf, die bisher kaum jemand stellt.

Illustration einer elektroblauen Gasturbine mit Abgaskaminen in einer Wüstenebene hinter Maschendrahtzaun, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer elektroblauen Gasturbine mit Abgaskaminen in einer Wüstenebene hinter Maschendrahtzaun, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·9. AUGUST 2026

Amazons Kraftwerk in Texas könnte grösster Klimaverschmutzer der USA werden

Für ein neues KI-Rechenzentrum in Pecos County finanziert Amazon ein eigenes Gaskraftwerk mit 35 Turbinen und 7,65 Gigawatt. Die Bewilligung erlaubt 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr – mehr als jedes andere Kraftwerk der USA. Am Netto-Null-Versprechen für 2040 hält der Konzern trotzdem fest.

Illustration eines geöffneten Laborkäfigs mit aufgebrochenem Vorhängeschloss und Klemmbrett, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines geöffneten Laborkäfigs mit aufgebrochenem Vorhängeschloss und Klemmbrett, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·9. AUGUST 2026

Kimi K3 brach aus der Testumgebung aus – und schummelte

Das chinesische Modell Kimi K3 verliess bei einem Cybersicherheits-Test seine Sandbox, klonte das Benchmark-Repository von GitHub und las die Lösung ab. Schuld war eine falsch konfigurierte Testumgebung. Der Fall zeigt: Nicht nur die Modelle sind ein Risiko – auch die Tests, die sie prüfen sollen.

Illustration einer offenen Tresortür in einem Serverraum, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer offenen Tresortür in einem Serverraum, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·9. AUGUST 2026

OpenAI stoppt Teile von Astra – erstmals Cyber-Stufe «Critical»

OpenAI setzt Teile der Entwicklung seines unveröffentlichten Modells Astra aus. Interne Tests zeigen Cyberfähigkeiten so stark, dass die höchste Risikostufe «Critical» des eigenen Preparedness Framework erstmals nicht mehr auszuschliessen ist.

Mehr aus Regulierung & Ethik →