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KI frisst den Arbeitsspeicher – PC-Riesen greifen zu China-Chips

HP, Asus und Acer verbauen laut Nikkei Asia erstmals chinesischen Arbeitsspeicher – nicht weil er billiger wäre, sondern weil KI-Rechenzentren den Markt leerkaufen. In der Schweiz sind Notebooks laut Galaxus binnen zwölf Monaten um 30 Prozent teurer geworden.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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7. AUGUST 2026
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Illustration elektroblauer Speichermodule vor einem fast leergeräumten Lagerregal, kinewsletter.ch Stil
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INHALT
01Der Chip, der gar nicht billiger ist02Warum dein Laptop gegen ChatGPT antritt03Galaxus: 30 Prozent mehr in zwölf Monaten04Warten lohnt sich vorerst nicht
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01Der Chip, der gar nicht billiger ist02Warum dein Laptop gegen ChatGPT antritt03Galaxus: 30 Prozent mehr in zwölf Monaten04Warten lohnt sich vorerst nicht
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Der KI-Boom bindet 2026 rund 70 Prozent der weltweiten Speicherchip-Produktion – deshalb kaufen HP, Asus und Acer erstmals chinesischen Arbeitsspeicher ein. Für Schweizer Käufer heisst das: Notebooks bleiben teuer und im Einstiegssegment knapp.

HP, Asus und Acer verbauen erstmals Arbeitsspeicher des chinesischen Herstellers CXMT in ihren Notebooks. Das berichtete Nikkei Asia am 4. August 2026 unter Berufung auf Personen aus der Lieferkette – offiziell bestätigt hat es keiner der drei Konzerne. Der Grund ist eine beispiellose Knappheit: KI-Rechenzentren beanspruchen 2026 voraussichtlich rund 70 Prozent der weltweiten Speicherchip-Produktion – eine Nachfrage, die laut Semafor die DRAM-Preise innert 18 Monaten verdreifacht hat.

Der Chip, der gar nicht billiger ist

Man würde vermuten, die drei kaufen in China ein, um Kosten zu drücken. Falsch. «Their DRAM is definitely no cheaper than the likes of Samsung», zitiert Tom's Hardware eine der Nikkei-Quellen. Es geht also nicht um den Preis, sondern schlicht darum, überhaupt Ware zu bekommen.

Entsprechend vorsichtig agieren die Hersteller: kleine Mengen, wenige Modelle – und ausdrücklich keine Geräte für den US-Markt. CXMT steht auf einer Liste des US-Verteidigungsministeriums mit Firmen, denen Verbindungen zum chinesischen Militär zugeschrieben werden. Dazu kommt die Rücksicht auf die eigenen Hauptlieferanten: Micron, Samsung und SK Hynix kontrollieren zusammen rund 90 Prozent des DRAM-Markts, und niemand will sie in einer Knappheit verärgern. Acer wollte gegenüber Nikkei keine Lieferanten nennen – dementierte den Bericht aber auch nicht.

Für CXMT ist es trotzdem ein Ritterschlag: Beim Börsengang Ende Juli sammelte das Unternehmen aus Hefei laut CNBC 8,6 Milliarden Dollar ein, der Kurs sprang am ersten Handelstag um 466 Prozent – seither ist es das wertvollste in China gelistete Unternehmen.

Warum dein Laptop gegen ChatGPT antritt

DRAM ist der Arbeitsspeicher, das Kurzzeitgedächtnis eines Geräts – er entscheidet mit, wie viele Programme und Browser-Tabs gleichzeitig flüssig laufen. KI-Rechenzentren brauchen exakt dieselben Bausteine, nur in gigantischen Mengen und mit besseren Margen für die Hersteller. Also wandert Fabrikkapazität Richtung Server. Für Notebook-Speicher bleibt weniger übrig.

Galaxus: 30 Prozent mehr in zwölf Monaten

In der Schweiz steht das längst auf dem Preisschild. Galaxus sagte im Juni gegenüber Blick, die Notebook-Preise seien in den vergangenen zwölf Monaten um 30 Prozent gestiegen; Interdiscount nannte 15 bis 20 Prozent. Media Markt Schweiz rechnete im April gegenüber SRF mit 10 bis 20 Prozent Aufschlag bei Notebooks. Am härtesten trifft es günstige Geräte – dort machen die Speicherchips 15 bis 20 Prozent des Gesamtpreises aus.

Und es sind nicht nur die Preise. Digitec-Galaxus-Sprecher Manuel Wenk sagte gegenüber SRF:

«Noch mehr als die Preise machen uns aktuell Lieferausfälle zu schaffen, vor allem im günstigen Segment.»

Warten lohnt sich vorerst nicht

Das Marktforschungsunternehmen TrendForce erwartet für das dritte Quartal 2026 nochmals 13 bis 18 Prozent höhere Vertragspreise bei Server-DRAM – und flächendeckend steigende Notebook-Preise im Handel. Samsung hat laut Digitec bereits angekündigt, dass 2027 noch schwieriger werden dürfte. Konkret heisst das: Wenn du in den nächsten Monaten ein günstiges Notebook brauchst, kaufst du es besser früher als später.

Quellen

Nikkei Asia: HP, Asus and Acer begin using CXMT chips amid memory shortage (Primärbericht)↗ EXTERNER LINKSemafor: Major PC makers turn to China's CXMT amid memory shortage↗ EXTERNER LINKTom's Hardware: Three major PC makers now using Chinese memory amid unprecedented shortage↗ EXTERNER LINKTrendForce: CXMT eyes second Beijing DRAM fab; HP, Asus and Acer begin limited use↗ EXTERNER LINKTrendForce: Server-DRAM-Vertragspreise sollen in Q3 2026 um 13–18 % steigen↗ EXTERNER LINKCNBC: CXMT market debut – chinesischer Speicherhersteller nimmt 8,6 Mrd. Dollar auf↗ EXTERNER LINKSouth China Morning Post: CXMT's blowout earnings outlook fuels rally in Chinese memory chip stocks↗ EXTERNER LINKSRF: Chip-Krise wegen KI – Handys und Laptops werden bis zu 20 Prozent teurer↗ EXTERNER LINKBlick: Chipkrise macht Laptops massiv teurer – Galaxus meldet +30 % in zwölf Monaten↗ EXTERNER LINKDigitec: Speicherkrise – jetzt werden auch GPUs markant teurer↗ EXTERNER LINKBrack: Einordnung der Chipkrise 2026 (DRAM/NAND)↗ EXTERNER LINK
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