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Radio Schaffhuuse: Neues Schweizer Radio wird komplett von KI moderiert

Seit dem 1. Juli moderiert beim neuen «Radio Schaffhuuse» ausschliesslich künstliche Intelligenz – mit geklonten Stimmen der eigenen Redaktion. Das Konzept macht Lokalradio bezahlbar, hat aber einen Haken: Auf DAB+ fehlt laut SRF der Hinweis, dass hier eine Maschine spricht.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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5. AUGUST 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration eines Retro-Radiomikrofons vor leerem Studiostuhl und Radiogerät, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Retro-Radiomikrofons vor leerem Studiostuhl und Radiogerät, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Geklonte Stimmen, echter Journalismus02KI-Radio Nummer drei – möglich dank tiefer Kosten03Der Haken: Auf DAB+ fehlt der KI-Hinweis
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01Geklonte Stimmen, echter Journalismus02KI-Radio Nummer drei – möglich dank tiefer Kosten03Der Haken: Auf DAB+ fehlt der KI-Hinweis
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

KI macht Lokalradio für kleine Verlage erstmals wirtschaftlich stemmbar – doch weil die Schweiz anders als die EU keine Kennzeichnungspflicht kennt, merken Hörerinnen und Hörer nicht immer, dass eine Maschine spricht.

Seit dem 1. Juli ist «Radio Schaffhuuse» auf Sendung – ein Lokalradio des Schaffhauser Verlags Bock, bei dem die komplette Moderation und die Nachrichten von künstlicher Intelligenz gesprochen werden. Die Stimmen gehören echten Redaktionsmitgliedern, wurden aber digital geklont. Nach einem Monat Testbetrieb zieht SRF eine durchzogene Bilanz: Das Konzept funktioniert, doch die KI stolpert über Dorfnamen – und beim Empfang über DAB+ fehlt laut SRF der Hinweis, dass hier gar kein Mensch am Mikrofon sitzt.

Geklonte Stimmen, echter Journalismus

Hinter dem Sender steht der Verlag von Unternehmer Giorgio Behr, der damit sein Angebot aus der Gratiszeitung «Schaffhauser Bock» und dem Onlineportal «Schaffhausen 24» ergänzt. Ein physisches Studio gibt es nicht: Der gesamte Sendeplan existiert nur virtuell. Die Inhalte werden laut dem Verlag von Journalistinnen und Journalisten verfasst oder geprüft, die KI übernimmt das Kürzen, Zusammenfassen – und eben das Sprechen. Empfangbar ist das Programm in der ganzen Ostschweiz über DAB+ (Kanal 5D) und den Webplayer auf radio-sh.ch.

KI-Radio Nummer drei – möglich dank tiefer Kosten

Radio Schaffhuuse ist bereits das dritte Projekt dieser Art: «Radio Lozärn» machte laut SRF 2023 den Anfang, die Technologie stammt vom liechtensteinischen «Radio Vaterland», das im März 2025 startete. Der Reiz liegt in der Ökonomie: Ein eigener Radiosender wäre für ein kleines Medienhaus normalerweise kaum finanzierbar – die Automatisierung macht ihn plötzlich möglich. «Wir sparen nicht bei den Journalistinnen und Journalisten, sondern bei allen Funktionen, die sich mit den heutigen Methoden automatisieren oder eliminieren lassen», sagt Behr in der Mitteilung des Verlags.

Der Haken: Auf DAB+ fehlt der KI-Hinweis

Perfekt ist das Resultat nicht. Die Moderationen klingen laut SRF oft mechanisch, besonders Gemeinde- und Politikernamen spricht die KI falsch aus. Schwerer wiegt die Transparenzfrage: Der Hinweis auf die KI-Stimmen erscheint nur im Webplayer – bei der DAB+-Ausstrahlung fehlt er. Marc Liebenberg, Präsident des Schaffhauser Pressevereins, fordert gegenüber SRF eine klare Kennzeichnung am Anfang und Ende jeder Nachrichtensendung. Während die EU mit Artikel 50 des AI Acts eine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte eingeführt hat, existiert in der Schweiz keine solche Vorschrift – ob du eine Maschine hörst, hängt hier vom Goodwill des Senders ab. Die Macherinnen wollen den Testbetrieb in den kommenden Monaten nutzen, um genau solche Kinderkrankheiten auszubügeln.

Quellen

SRF: Neues KI-Radio in Schaffhausen – Das Problem mit den Dorfnamen↗ EXTERNER LINKSchaffhausen24: «Radio Schaffhuuse» startet am 1. Juli den Testbetrieb↗ EXTERNER LINKpersoenlich.com: Verlag Bock – Radio Schaffhuuse startet Testbetrieb↗ EXTERNER LINKKlein Report: KI-«Radio Schaffhuuse» bald on air↗ EXTERNER LINK
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