Seit Ende August können Schweizer Werbetreibende Anzeigen in ChatGPT direkt über den Ads Manager buchen – ohne Agentur, ohne OpenAI-Sales. Das Mindest-Tagesbudget liegt bei 20 Franken. Personalisierte Werbung bleibt in der Schweiz vorerst gesperrt.
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Der Einstieg kostet ab 20 Franken pro Tag – aber Anzeigen im Antwortfluss eines Assistenten sind ein anderes Spiel als klassische Suchwerbung.
Bisher brauchte es für Werbung in ChatGPT eine Agentur oder einen Draht zum OpenAI-Vertrieb. Das ist vorbei: Seit dem 31. August 2026 ist der Self-Service-Zugang zum ChatGPT Ads Manager in 31 europäischen Märkten offen – und die Schweiz führt OpenAI in seiner Länderliste als verfügbar. Wer will, klickt sich seine Kampagne also selbst zusammen.
Die interessanteste Zahl steht in der Hilfe-Dokumentation von OpenAI: Das Mindest-Tagesbudget pro Kampagne beträgt in der Schweiz 20 Franken. Zum Vergleich – in der Eurozone sind es 15 Euro, in den USA 25 Dollar. Alternativ lässt sich ein Gesamtbudget für die ganze Kampagnenlaufzeit setzen.
Abgerechnet wird nach einem von drei Modellen: CPM (Preis pro tausend Einblendungen), CPC (Preis pro Klick) oder oCPC – ein Klickpreis, bei dem das System zusätzlich auf eine von dir definierte Conversion hin optimiert, etwa einen Kaufabschluss. Beim Tagesbudget solltest du wissen: Es ist ein Richtwert, kein Deckel. An einzelnen Tagen kann die Ausgabe bis zum Doppelten betragen, über sieben Tage hinweg aber nie mehr als das Siebenfache deines Tagesbudgets.
Targeting gibt es auf Länderebene, optional zusätzlich nach Plattform – iOS-App, Android-App oder Web. Das Ganze läuft weiterhin als Beta.
Ein Detail, das im Marketing-Jubel gerne untergeht: Personalisierte Werbung ist im EWR und in der Schweiz zunächst nicht verfügbar. OpenAI wählt Anzeigen hier ausschliesslich über den Kontext des laufenden Chats aus – nicht über frühere Unterhaltungen, gespeicherte Erinnerungen oder eine Interessenshistorie.
Für dich als Werbetreibender heisst das: weniger Zielgenauigkeit als bei Google oder Meta, dafür ein Umfeld, in dem jemand gerade aktiv etwas abwägt. Und für dich als Nutzerin heisst es: Deine Chat-Historie fliesst hierzulande nicht in die Anzeigenauswahl ein.
Weitere Leitplanken: Anzeigen erscheinen nur bei den Tarifen Free und Go – Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei. Sie stehen unterhalb des Antwortendes, sind als gesponsert gekennzeichnet und optisch von der Antwort getrennt. Bei persönlichen Gesundheits-, Psyche- oder Politikthemen wird gar keine Werbung ausgespielt, politische Anzeigen sind komplett untersagt. Werbetreibende bekommen ausschliesslich aggregierte Zahlen zu Views und Klicks – keine Chats, keine Namen, keine IP-Adressen.
OpenAI betont, dass Werbung die Antworten von ChatGPT nicht beeinflusst; Anzeigen laufen auf getrennten Systemen. Technisch mag das sauber sein. Die schwierigere Frage ist psychologischer Natur: Ein Assistent, dem du eine Kaufentscheidung anvertraust, ist etwas anderes als eine Ergebnisliste. Wenn direkt unter der Empfehlung ein bezahlter Platz steht, muss der Leser jedes Mal neu unterscheiden – Rat oder Reklame?
Für Schweizer KMU ist die Rechnung trotzdem simpel: 20 Franken pro Tag sind ein überschaubarer Testeinsatz für einen Kanal, den die Konkurrenz noch kaum bespielt. Wer es probiert, sollte sauber messen, wie sich der Traffic von Google Ads unterscheidet. Und im Kopf behalten, dass sich hier gerade ein Werbemarkt formt, dessen Spielregeln noch niemand kennt – OpenAI eingeschlossen.
Seit der Chart-Woche vom 31. August 2026 sind vollständig KI-generierte Songs in Australien nicht mehr chartberechtigt. Die Regel geht auf globale Prinzipien des Weltverbands IFPI zurück – und die Schweizer Hitparade steht auf derselben Liste. IFPI Schweiz plant ein eigenes Chartreglement.