57 Prozent der Schweizer Unternehmen nutzen KI – mehr als im europäischen Schnitt. Doch das Wachstum hat sich von 48 auf 24 Prozent halbiert, und der Anteil fortgeschrittener Anwender ist von 20 auf 18 Prozent gesunken. Warum die Zahlen aus der AWS-finanzierten Studie einen zweiten Blick verdienen.
MeteoSchweiz hat seine automatischen Gewitterwarnungen auf ein Deep-Learning-Modell umgestellt. Es rechnet alle fünf Minuten für die ganze Schweiz und warnte im Tessin rund 35 Minuten vor dem per Radar bestätigten Grosshagel. Trainiert wurde es auf den Supercomputern des CSCS in Lugano.
Die Schweiz führt bei der Verbreitung von KI, aber die Tiefe der Nutzung hält nicht Schritt – und die Zahlen stammen von einem Anbieter, der von mehr KI-Adoption direkt profitiert.
57 Prozent der Schweizer Unternehmen setzen KI ein, nach 46 Prozent im Vorjahr. Das zeigt die am 27. August 2026 veröffentlichte Studie «Unlocking Switzerland's AI Potential 2026», die das Forschungsunternehmen Strand Partners im Auftrag von Amazon Web Services (AWS) erhoben hat. Damit liegt die Schweiz über dem europäischen Schnitt von 54 Prozent. Der Haken steckt unter der Oberfläche: Das Wachstum hat sich halbiert, und der Anteil jener Firmen, die KI wirklich tief ins Geschäft eingebaut haben, ist gesunken.
Die auffälligste Zahl ist nicht die 57, sondern die 24. Um 24 Prozent ist die KI-Nutzung im Jahresvergleich gewachsen – ein Jahr zuvor waren es laut derselben Studienreihe noch 48 Prozent. Die Kurve steigt also weiter, aber merklich flacher. AWS liest das als Zeichen dafür, dass KI in der Wirtschaft angekommen und «etablierter» ist. Man kann es auch nüchterner formulieren: Wer leicht zu gewinnen war, ist gewonnen.
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