Thomson Reuters hat rund 40 Millionen Dollar in ein eigenes Sprachmodell für Rechtsarbeit gesteckt. Die letzte Trainingsrunde kostete davon nur 450'000 – der Rest ging in Personal und Content. Und das wichtigste Produkt läuft weiterhin auf Anthropics Claude Agent SDK. Was Schweizer Firmen aus dieser Rechnung lernen.
Laut einem Bericht von The Information verhandelt Nvidia über eine Beteiligung an Perplexity – bei einer Bewertung von über 30 Milliarden Dollar. Bestätigt ist nichts: Alle Meldungen gehen auf diesen einen Bericht mit anonymen Quellen zurück. Aufschlussreicher als das Gerücht ist das Muster dahinter – Nvidia investiert seit Jahren in die eigenen Kunden.
Das Training ist der billige Teil: Wer ein eigenes Fachmodell erwägt, kauft vor allem Datenaufbereitung und Expertenzeit – und ohne exklusive Inhalte bleibt vom Vorsprung nichts übrig.
Thomson Reuters hat rund 40 Millionen US-Dollar über gut zwei Jahre in ein eigenes Sprachmodell für Rechts-, Steuer- und Compliance-Arbeit gesteckt. Das Modell heisst Thomson, basiert auf Alibabas offenem Qwen und übernimmt eine einzelne Funktion im Kanzlei-Werkzeug CoCounsel Legal. Vorgestellt wurde es am 31. Juli, ausgeliefert in den vergangenen Tagen – zusammen mit den Zahlen dahinter. Die interessanteste: Die abschliessende Trainingsrunde kostete laut Unternehmensangaben nur etwa 450'000 Dollar.
Diese beiden Zahlen sind die eigentliche Nachricht. Wer heute ein spezialisiertes Modell baut, trainiert kein Foundation-Model mehr von null, sondern arbeitet an einem offenen weiter. Thomson Reuters startete bei Alibabas Qwen, zuletzt bei der Variante Qwen3.5-397B, und hat diesen Ausgangspunkt laut CTO Joel Hron gegenüber The Decoder bereits rund ein halbes Dutzend Mal gewechselt.
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