Auf OpenRouter verbrauchen KI-Agenten seit Anfang Februar 2026 mehr Tokens als Menschen – ihr Verbrauch ist seither um das 14-Fache gestiegen, der menschliche nur um das 2,8-Fache. Ein agentischer Auftrag frisst rund 15-mal mehr Tokens als eine Chat-Anfrage. Wer KI-Budgets noch für Chat plant, plant falsch.
Kostenloses Erstgespräch — herstellerneutral, direkt aus dem Rheintal.
Wer KI-Budgets weiter für Chat-Nutzung plant, verrechnet sich um ein Vielfaches – ein agentischer Auftrag frisst rund 15-mal mehr Tokens.
Auf OpenRouter, einem der grössten Modell-Gateways der Welt, verbrauchen KI-Agenten seit Anfang Februar 2026 mehr Tokens als Menschen. Seither ist ihr Verbrauch von 0,51 auf 7,3 Billionen Tokens gestiegen – rund das 14-Fache. Die menschliche Nutzung wuchs im selben Zeitraum nur um den Faktor 2,8. Das meldet OpenRouter-Analyst Peter Walker, aufgegriffen von The Decoder. Kurz gesagt: KI ist zum grössten Kunden von KI geworden.
OpenRouter kann das messen, weil die Plattform ihren Datenverkehr in drei Klassen sortiert: agentisch, gemischt, menschlich. Die Zuordnung läuft über einen gewichteten Score aus sieben Signalen – darunter die Tool-Call-Rate (wie oft ein Modell externe Werkzeuge aufruft), die Zahl der Gesprächsrunden und die zeitlichen Abstände zwischen Anfragen. In seiner eigenen Auswertung datiert OpenRouter den Kipppunkt auf «rund den 1. Februar». Ein Vorbehalt gehört dazu: Klassifiziert wird pro API-Schlüssel, nicht pro Anfrage – ein gemischt genutzter Schlüssel landet ganz im dominanten Muster.
Der Grund für die Explosion ist keine höhere Nachfrage, sondern die Bauweise von Agenten. Ein menschlicher Chat-Turn ist kurz. Ein agentischer Turn schleppt Werkzeug-Definitionen, MCP-Konfigurationen, Skill-Beschreibungen und mehrere Reasoning-Runden mit, bevor überhaupt eine Antwort zurückkommt. Laut OpenRouter-Daten verbraucht eine agentische Anfrage deshalb rund 15-mal mehr Tokens als eine typische menschliche Interaktion.
Chris Clark, COO und Mitgründer von OpenRouter, hat das in einem Gespräch mit SaaStr auf den Punkt gebracht: Etliche grosse Unternehmen hätten ihr Jahresbudget für KI bereits vorzeitig aufgebraucht – weil sie die Rechnung für Chat kalkuliert und dann Agenten bekommen hätten.
Die gute Nachricht: Fast 70 Prozent der Agenten-Tokens stammen aus zwischengespeicherten Prompts, die deutlich günstiger abgerechnet werden. Die Kosten steigen also spürbar langsamer als die Token-Zahlen. Und ein Bias bleibt: OpenRouter ist stark bei offenen Modellen, die weniger token-effizient sind als jene von OpenAI oder Anthropic.
Drei Dinge, die sich aus den Daten ableiten lassen:
Wer Agenten im Dauerbetrieb laufen lässt, zahlt doppelt: an Tokens und am Strom. Beides gehört ab jetzt in die Planung.
Grosse Nvidia-Kunden wurden laut Bloomberg informiert: Server mit Nvidias KI-Chips werden in vielen Fällen über 15 Prozent teurer. Grund sind die explodierenden Speicherpreise.