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Waymo baut seinen eigenen Chip – Nvidia bleibt trotzdem drin

Alphabets Robotaxi-Tochter Waymo hat erstmals offengelegt, was im Kofferraum ihrer fahrerlosen Taxis steckt: einen selbst entwickelten 5-Nanometer-Chip mit über 1'000 TOPS. Er verarbeitet die Rohdaten von 13 Kameras, vier Lidar- und sechs Radar-Sensoren. Ein Bruch mit Nvidia ist es trotzdem nicht.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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22. AUGUST 2026
3 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Skizze eines geöffneten Kofferraums mit grossem blauem Rechenmodul, Kabeln und Werkstattlampe, kinewsletter.ch Stil
Handgezeichnete Skizze eines geöffneten Kofferraums mit grossem blauem Rechenmodul, Kabeln und Werkstattlampe, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Ein Rechenzentrum im Kofferraum02Nvidia fliegt trotzdem nicht raus03Der Chip steckt in einem chinesischen Auto
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Waymo baut den Chip selbst, der die Sensordaten seiner Robotaxis vorverarbeitet – ersetzt Nvidia und AMD damit aber nicht, sondern verschafft sich nur mehr Kontrolle über Kosten und Lieferkette.

Alphabets Robotaxi-Tochter Waymo hat am 20. August 2026 erstmals offengelegt, was im Kofferraum ihrer fahrerlosen Taxis steckt: einen selbst entwickelten Chip, gefertigt von TSMC im 5-Nanometer-Verfahren. Er liefert laut Waymo über 1'000 TOPS (Billionen Rechenoperationen pro Sekunde) und läuft bereits in der neuesten Fahrzeuggeneration. Damit reiht sich Waymo in die Riege der KI-Firmen ein, die ihre Hardware selbst bauen — die Trennung von Nvidia ist es allerdings nicht.

Ein Rechenzentrum im Kofferraum

Der Baustein ist ein ASIC: ein Spezialchip, der für genau eine Aufgabe entworfen wird und diese deutlich effizienter erledigt als ein Universalprozessor. Hier ist das die Vorverarbeitung. Er nimmt die Rohdaten von 13 hochauflösenden Kameras, vier Lidar- und sechs Radar-Einheiten entgegen und bereitet sie in Echtzeit auf, bevor sie das eigentliche Fahr-Hirn erreichen — inklusive Rauschunterdrückung über mehrere Aufnahmen hinweg, damit das Auto auch bei Dunkelheit gut sieht.

«Wir entwerfen ein System, das man auch für ein Rechenzentrum beeindruckend fände — nur mit der zusätzlichen Komplexität eines Fahrzeugs und harten Echtzeit-Anforderungen.»

So beschreiben es Engineering-Vizepräsident Satish Jeyachandran und Compute-Chef Daniel Rosenband im Waymo-Blog. Die Rechenleistung im Auto habe sich in acht Jahren verzwanzigfacht. Weil kein Mensch übernehmen kann, laufen zwei Recheneinheiten dauerhaft parallel: Fällt eine aus, macht die andere ohne Unterbruch weiter.

Nvidia fliegt trotzdem nicht raus

Die naheliegende Schlagzeile — «Waymo löst sich von Nvidia» — trifft es nicht ganz. Im selben Blogpost nennt Waymo sieben Partner, mit denen es weiterarbeitet: AMD, Micron, Nvidia, Samsung, Sandisk, Socionext und TSMC. Der eigene Chip ergänzt die zugekaufte Hardware, statt sie zu ersetzen.

Was sich ändert, ist die Verhandlungsposition. Laut Bloomberg, das die Nachricht zuerst meldete, will Waymo damit seine Chip-Versorgung breiter aufstellen und langfristig Kosten senken. Die 1'000 TOPS liegen etwa auf dem Niveau von Nvidias aktueller Plattform fürs autonome Fahren — für eine allerdings engere Aufgabe. Und 5 Nanometer sind bei TSMC längst nicht mehr die modernste Fertigung, sondern erprobte, günstigere Grossserie.

Der Chip steckt in einem chinesischen Auto

Verbaut wird der ASIC im Ojai, Waymos erstem von Grund auf fürs Ride-Hailing gebauten Robotaxi. Die Fahrzeugbasis stammt von Zeekr, der Premium-Marke des chinesischen Geely-Konzerns; die Autonomie-Technik montiert Waymo in Arizona. Seit dem 20. August steht der Ojai allen Fahrgästen in Los Angeles, Phoenix und San Francisco offen — Waymo fährt derzeit rund 500'000 bezahlte Fahrten pro Woche.

Für dich in der Schweiz bleibt das vorerst Zuschauersport — Robotaxis fahren hier keine. Näher rückt die Technik trotzdem: Waymo will 2026 in London starten, dem ersten europäischen Markt. Der grössere Trend geht ohnehin über Robotaxis hinaus. Wer eine KI-Arbeitslast wirklich gut kennt, baut irgendwann den Chip dafür selbst — Google mit seinen TPUs und Amazon mit Trainium machen es im Rechenzentrum seit Jahren vor. Waymo zeigt jetzt, dass die Rechnung auch im Kofferraum aufgeht.

Quellen

Waymo – A look under our trunk: what's in our compute (20.08.2026)↗ EXTERNER LINKBloomberg – Alphabet's Waymo Has Built a Custom Chip for Its Robotaxis (20.08.2026)↗ EXTERNER LINKTechRepublic – Alphabet's Waymo Unveils Custom Silicon to Power Its Next-Gen Robotaxis (21.08.2026)↗ EXTERNER LINKSemafor – Waymo builds custom chip for robotaxi fleet (21.08.2026)↗ EXTERNER LINKElectrek – You can now ride a Chinese EV in the US as Waymo opens Zeekr Ojai to all (20.08.2026)↗ EXTERNER LINKWaymo – Meet the 6th-generation Waymo Driver↗ EXTERNER LINKThe Decoder – Waymo builds its own chip for its robotaxis, cutting its reliance on Nvidia (21.08.2026)↗ EXTERNER LINK
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