Laut einem Exklusivbericht von Business Insider soll Hugging Face Übernahmeinteresse ab 13 Milliarden Dollar erhalten haben – fast das Dreifache der letzten bekannten Bewertung. Bestätigt ist davon nichts: Alle Meldungen gehen auf dieselbe Quelle zurück, das Unternehmen schweigt. Für die Schweiz ist die Frage trotzdem relevant, denn Apertus von ETH, EPFL und CSCS wird über Hugging Face verteilt.
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Ein unbestätigter Bericht aus einer einzigen Quelle – aber mit realem Schweizer Einsatz: Apertus hängt an genau der Plattform, über deren Verkauf gerade spekuliert wird.
Hugging Face, die zentrale Plattform der offenen KI-Szene, soll Übernahmeinteresse zu einer Bewertung von mindestens 13 Milliarden Dollar erhalten haben. Das berichtete Business Insider am 23. August 2026 unter Berufung auf anonyme Insider – bestätigt ist davon bisher nichts. Zur Einordnung: Zuletzt wurde das Unternehmen 2023 mit 4,5 Milliarden Dollar bewertet. Die kolportierte Zahl wäre fast das Dreifache.
Wer die Meldung diese Woche mehrfach gelesen hat, sollte wissen: Alle Berichte – von TechCrunch über SiliconANGLE bis zu Reuters und Bloomberg – gehen auf denselben Exklusivbericht von Business-Insider-Reporterin Katie Roof zurück. Er stützt sich auf ungenannte Personen, die mit dem Vorgang vertraut sein sollen.
Laut diesem Bericht hat Hugging Face eine Bank eingeschaltet, um das Interesse möglicher Bieter auszuloten. Ein Abschluss existiert nicht, ein Käufer wird nicht genannt, die Gespräche gelten als früh. Hugging Face selbst hat sich bis heute weder bestätigend noch dementierend geäussert; TechCrunch schreibt, man habe das Unternehmen um Stellungnahme gebeten.
Zur Verkaufsthese passt das öffentliche Auftreten von CEO Clément Delangue nur bedingt. Erst in diesem Jahr lehnte das 2016 in New York gegründete Unternehmen laut TechCrunch eine 500-Millionen-Dollar-Investition von Nvidia ab – eine Bewertung von 7 Milliarden Dollar wäre damit verbunden gewesen. Die Begründung: Man wollte keinen dominanten Einzelinvestor, der Entscheidungen beeinflusst.
Im TechCrunch-Podcast Equity sagte Delangue zuletzt, die Firma sei "close to profitability" und optimiere auf "long-term sustainability" statt auf kurzfristigen Gewinn.
"Wir bauen eine Plattform für die Community, und sie vertraut uns ihre Daten und Modelle an – wir haben also eine langfristige Verantwortung ihr gegenüber." – Clément Delangue im TechCrunch-Podcast Equity
Auf Hugging Face liegen laut SiliconANGLE über 3 Millionen öffentliche Modelle – darunter Apertus, das erste grosse offene Schweizer Sprachmodell von ETH Zürich, EPFL und dem Supercomputing-Zentrum CSCS. Die ETH schreibt in ihrer Medienmitteilung vom 2. September 2025 ausdrücklich, Apertus sei über den strategischen Partner Swisscom, die KI-Plattform Hugging Face und das Public-AI-Netzwerk verfügbar.
Allein die grössere Variante mit 70 Milliarden Parametern wurde dort bis zum 25. August 2026 über 35'000 Mal heruntergeladen. Wem die Plattform gehört, ist damit keine rein amerikanische Frage: Ein Eigentümerwechsel würde die Vertriebsinfrastruktur eines Schweizer Vorzeigeprojekts betreffen. Wenn du Apertus oder andere offene Modelle über Hugging Face beziehst, hängt deine Toolchain an genau dieser Plattform.
Der Bericht fällt in eine Phase, in der die Verteilschicht der KI-Branche plötzlich hoch bewertet wird: Am 19. August vereinbarte Stripe die Übernahme des Modell-Routers OpenRouter – die Berichte nennen Beträge zwischen 7 und 8 Milliarden Dollar. Beide Firmen bauen keine eigenen Spitzenmodelle, sondern sitzen zwischen Entwicklern und Modellanbietern.
Bis Hugging Face oder ein Käufer etwas bestätigt, bleibt die 13-Milliarden-Zahl aber genau das: eine Zahl aus einem unbestätigten Bericht.
Laut einem Bericht von The Information verhandelt Nvidia über eine Beteiligung an Perplexity – bei einer Bewertung von über 30 Milliarden Dollar. Bestätigt ist nichts: Alle Meldungen gehen auf diesen einen Bericht mit anonymen Quellen zurück. Aufschlussreicher als das Gerücht ist das Muster dahinter – Nvidia investiert seit Jahren in die eigenen Kunden.