Laut einem Bericht von The Information verhandelt Nvidia über eine Beteiligung an Perplexity – bei einer Bewertung von über 30 Milliarden Dollar. Bestätigt ist nichts: Alle Meldungen gehen auf diesen einen Bericht mit anonymen Quellen zurück. Aufschlussreicher als das Gerücht ist das Muster dahinter – Nvidia investiert seit Jahren in die eigenen Kunden.
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Unbestätigt, aber aufschlussreich: Nvidia würde mit Perplexity erneut in einen eigenen Kunden investieren – genau jenes Muster, das Kritiker als zirkuläre Finanzierung bezeichnen.
Nvidia verhandelt laut einem Bericht des US-Fachdiensts The Information vom 23. August 2026 über eine Beteiligung am KI-Suchanbieter Perplexity. Die neue Eigenkapitalrunde würde Perplexity mit über 30 Milliarden Dollar bewerten – gut 50 Prozent mehr als die 20 Milliarden, die im September 2025 finalisiert wurden. Bestätigt ist davon nichts: Der Bericht stützt sich auf anonyme Quellen, Perplexity wollte sich gegenüber Reuters nicht dazu äussern, Nvidia liess eine Anfrage zunächst unbeantwortet.
Von Reuters über The Decoder bis zu diversen Finanzportalen: Sämtliche Meldungen zu diesem Deal gehen auf denselben Ursprungsbericht zurück. Eine unabhängige Zweitbestätigung gibt es bislang nicht, und auch Perplexity-Chef Aravind Srinivas hat sich nicht dazu geäussert. Aus derselben einen Quelle stammen die Umsatzzahlen: Perplexitys annualisierter Umsatz – der aufs Jahr hochgerechnete laufende Umsatz – soll auf über 750 Millionen Dollar gestiegen sein, von weniger als 250 Millionen zu Jahresbeginn. Treiber sei «Perplexity Computer», ein Cloud-Agent, der Büroaufgaben am Rechner automatisiert.
Aufschlussreicher als das Gerücht ist das Muster dahinter. Nvidia beteiligt sich seit rund zwei Jahren an Firmen, die anschliessend Nvidia-Hardware kaufen oder mieten: OpenAI, xAI, Mistral, CoreWeave, Nebius, zuletzt Poolside und Groq. Im Juli 2026 bestätigte Nvidia laut Bloomberg eine KI-Initiative mit der SK Group im Wert von über 500 Milliarden Dollar und verhandelte parallel über eine Garantie von bis zu 250 Milliarden Dollar für OpenAI-Rechenzentren. Kritiker nennen das zirkuläre Finanzierung: Nvidia finanziere die Nachfrage nach den eigenen Chips gleich mit.
«Investoren bleiben besorgt über zirkuläre Finanzierung. Kapital wird zunehmend eingesetzt, um künftige KI-Kunden und Infrastruktur zu finanzieren.» – Gary Tan, Portfoliomanager bei Allspring Global Investments, gegenüber Bloomberg
Nvidia-Chef Jensen Huang widerspricht: OpenAI werde wohl der nächste Billionen-Konzern, und früh einzusteigen sei «eines der klügsten Investments, die man sich vorstellen kann». Ein Zusammenhang ist ausserdem noch kein Beweis. Perplexity kauft Nvidia-Hardware ohnehin – im Juli 2026 entschied sich das Unternehmen ohne jede Beteiligungsdebatte für Nvidias neue Vera-CPU, die laut Infrastruktur-Chef Nate Kupp agentische Coding-Aufgaben rund 1,5-mal schneller abarbeitet als die bisher genutzten Prozessoren.
Für dich als Schweizer Nutzerin oder Nutzer ist Perplexity kein fernes Startup: Sunrise ist seit März 2025 exklusiver Telko-Partner von Perplexity und schenkt bestehenden Privatkunden ein Jahr Perplexity Pro – regulär rund 20 Franken im Monat. Wenn sich die Bewertung dieses Anbieters innert eines Jahres um die Hälfte erhöht, hängt damit auch ein neues Preisschild an einem Produkt, das viele hier bereits im Abo haben. Bis Nvidia oder Perplexity etwas bestätigen, bleibt es allerdings genau das: ein Bericht.
Thomson Reuters hat rund 40 Millionen Dollar in ein eigenes Sprachmodell für Rechtsarbeit gesteckt. Die letzte Trainingsrunde kostete davon nur 450'000 – der Rest ging in Personal und Content. Und das wichtigste Produkt läuft weiterhin auf Anthropics Claude Agent SDK. Was Schweizer Firmen aus dieser Rechnung lernen.