Staatsnahe chinesische Hackergruppen haben ihr Angriffsvolumen laut der taiwanischen Sicherheitsfirma TeamT5 mehr als verdoppelt, seit sie KI für Aufklärung und Exploit-Entwicklung einsetzen – bevorzugt DeepSeek. Das BACS meldet für die Schweiz 27'128 freiwillige Meldungen im ersten Halbjahr 2026.
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Nicht die Angriffe werden raffinierter, sondern billiger und zahlreicher: KI senkt die Kosten der Routinearbeit im Angriff so stark, dass dieselben Gruppen doppelt so viele Kampagnen fahren – und das BACS sieht dasselbe Muster auf der Opferseite in der Schweiz.
Staatsnahe chinesische Hackergruppen haben ihr Angriffsvolumen mehr als verdoppelt, seit sie KI-Modelle für Routineaufgaben und die Entwicklung von Schadsoftware einsetzen. Das berichtet die taiwanische Sicherheitsfirma TeamT5, deren Auswertung Bloomberg am 24. August 2026 publik gemacht hat. Das bevorzugte Werkzeug ist ausgerechnet nicht ein westliches Spitzenmodell, sondern DeepSeek.
«DeepSeek ist die KI der Wahl für chinesische Hacker, weil sie relativ leistungsfähig ist bei sehr schwachen Cyber-Leitplanken», sagt Charles Li, Chefanalyst bei TeamT5. Westliche Modelle seien zwar begehrt, ihre Schutzmechanismen aber deutlich strenger und nur mit erheblichem Aufwand zu umgehen. Leistungsfähigere chinesische Modelle wie Kimi K3 von Moonshot AI gäbe es zwar – die seien für den Einsatz im grossen Stil aber schlicht zu teuer.
Wichtig zur Einordnung: Die folgenden Zuschreibungen sind Aussagen von TeamT5, keine gerichtsfest belegten Fakten. Die Firma ordnet einzelnen Gruppen konkrete KI-Einsätze zu:
Auch ChatGPT taucht auf: Die Sicherheitsfirma CyCraft dokumentierte einen Fall, in dem Angreifer nach dem Einbruch bei einem westlichen Think Tank damit ein Modul zur Entschlüsselung einer erbeuteten Signal-Datenbank bauen liessen.
Für die Schweiz ist das keine ferne Geschichte. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) hat seinen Halbjahresbericht am selben Tag veröffentlicht, dem 24. August 2026. Darin: 27'128 freiwillige Meldungen im ersten Halbjahr 2026 – etwas weniger als die 29'006 im zweiten Halbjahr 2025. Bei den kritischen Infrastrukturen läuft es umgekehrt. Dort gingen 200 meldepflichtige Vorfälle ein, nach 135 im Halbjahr davor. Hält der Trend an, verdoppelt sich die Zahl gegenüber 2025 fast.
Und die Diagnose des BACS klingt vertraut: Angreifer setzen «systematisch KI ein, um massgeschneiderte, personalisierte Inhalte glaubwürdig zu vermitteln». Ins Visier gerieten in dieser Periode besonders Stellensuchende, angelockt mit vermeintlichen Traumjobs.
Was das Ganze antreibt, hat das britische AI Security Institute vermessen. Offene Modelle wie GLM-5.2 und DeepSeek V4-Pro erreichen bei Cyber-Aufgaben inzwischen das Niveau geschlossener Spitzenmodelle, die vier bis sieben Monate älter sind – 2025 lag dieser Abstand noch bei sechs bis zehn Monaten. Der Haken bei offenen Gewichten: Sicherheitsvorkehrungen lassen sich nachträglich entfernen, und einmal veröffentlicht, bekommt man sie nicht zurück.
Für dich heisst das konkret: Nicht die Angriffe werden raffinierter, sondern billiger und zahlreicher. Wer Patches aufschiebt oder Phishing-Mails am Rechtschreibfehler erkennen will, verlässt sich auf zwei Annahmen, die gerade verfallen.