NewsKategorienWissenNewsletter-ArchivEvents
AnmeldenKostenlos abonnieren
JEDEN MONTAG
Die wichtigsten KI-News der Woche — in 5 Minuten.

Der wöchentliche KI-Newsletter für die Schweiz. Kompakt, relevant, zero Bullshit. 5 Minuten lesen, 1 Woche informiert.

FOLGE UNS
LIXIG
NAVIGATION
KI NewsArchivNewsletter-ArchivAutorenÜber unsKontakt
KATEGORIEN
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
WISSEN & REFERENZ
KI-GlossarKI-Events SchweizEvent einreichenLLM-VergleichSchweizer KI-StartupsFirmen & OrganisationenKI-Regulierung SchweizKI-Rechenzentren SchweizKI in der VerwaltungApertus in der Praxis
RECHTLICHES
ImpressumDatenschutzAGB
© 2026 Inoo GmbH · Altstätten SG · Schweiz
Ein Produkt von InooSwiss Made Software
HOME·NEWS·REGULIERUNG & ETHIK

OpenAI stoppt russische Einflusskampagne mit ChatGPT

OpenAI hat ein Cluster von ChatGPT-Konten aus Russland gesperrt, das Social-Media-Posts für ein erfundenes «International Burke Institute» erzeugte – darunter deutschsprachige Telegram-Inhalte gegen die EU. Die Reichweite blieb klein, die Infrastruktur dahinter war auf Wachstum angelegt.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
26. AUGUST 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration einer Theaterkulisse mit einer vorgetäuschten Instituts-Fassade, die von Holzbalken gestützt wird, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Theaterkulisse mit einer vorgetäuschten Instituts-Fassade, die von Holzbalken gestützt wird, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Ein Thinktank, der zu 94 Prozent abgeschrieben war02Deutschsprachige Posts gegen die EU03Klein in der Wirkung, gross im Aufbau04Der Bund kennt genau dieses Muster
INHALT
01Ein Thinktank, der zu 94 Prozent abgeschrieben war02Deutschsprachige Posts gegen die EU03Klein in der Wirkung, gross im Aufbau04Der Bund kennt genau dieses Muster
Inoo GmbH
Präsentiert & entwickelt von
kinewsletter.ch ist ein Projekt der Inoo GmbH

KI-Beratung und Softwareentwicklung aus dem St. Galler Rheintal.

inoo.ch →
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Nicht die Reichweite ist das Problem, sondern der Baukasten: KI half hier, einer erfundenen Institution Autorität zu verleihen – 34 von 36 ihrer Fachartikel waren abgeschrieben. Der Bund nennt genau dieses Muster als aktuell stärkste Beeinflussungsbedrohung für die Schweiz.

OpenAI hat am 25. August 2026 ein Cluster von ChatGPT-Konten aus Russland gesperrt, das Social-Media-Beiträge für eine verdeckte Einflusskampagne erzeugte. Im Zentrum stand das «International Burke Institute» (IBI), ein selbsternannter Expertenkreis mit Adresse in Israel, der laut dem Bericht des Unternehmens vor allem eines war: eine Fassade. Die Reichweite blieb überschaubar, doch OpenAI warnt ausdrücklich vor der Infrastruktur dahinter.

Ein Thinktank, der zu 94 Prozent abgeschrieben war

Die Betreiber steuerten ChatGPT auf Russisch und liessen sich mehrheitlich englische Kommentare für X, LinkedIn, Facebook, Substack und Telegram schreiben. Dabei wiesen sie das Modell ausdrücklich an, sprachliche Spuren ihrer Herkunft zu tilgen. Weil OpenAI den Zugang aus Russland sperrt, liefen die Zugriffe über VPN.

Die Beiträge verlinkten auf die IBI-Website, und die hielt der Prüfung nicht stand. Von 36 untersuchten Fachartikeln, die zwischen September 2025 und Mai 2026 erschienen, waren 34 von anderswo kopiert — teils mit falscher Zuschreibung. Ein Text aus einem Cambridge-Journal lief unter dem Namen einer Politikwissenschaftlerin aus Nottingham, eine Migrationsstudie unter dem einer australischen Lebensmittelchemikerin. Dazu erfand das Institut einen «Souveränitätsindex», der Russland gut und westliche Staaten schlecht aussehen liess.

Deutschsprachige Posts gegen die EU

Für dich als deutschsprachigen Leser ist ein Detail besonders relevant: Einer der Betreiber erzeugte deutsche Texte für einen Telegram-Kanal namens «Lahme Ente», der Ukraine, EU und deutsche Bundesregierung kritisierte und für bessere Beziehungen zu Russland warb. Ein zweiter Operator entwarf Logos für rund ein Dutzend Telegram-Kanäle mit Fokus auf Deutschland, die USA, Frankreich, Polen und die Türkei.

Klein in der Wirkung, gross im Aufbau

Bei der Einordnung bleibt OpenAI nüchtern: Einzelne Posts erreichten nur wenige Aufrufe, die offiziellen IBI-Konten hatten kaum Abonnenten. Lediglich die verknüpften Telegram-Kanäle kamen je auf 10'000 bis 20'000 Follower. Auf der Breakout-Skala der Brookings Institution stuft OpenAI die Operation am unteren Rand von Kategorie drei ein.

Entscheidend sei aber nicht das Publikum, sondern der Aufbau. KI diente hier als Hilfsmittel, um einer erfundenen Institution Autorität zu verleihen — ein Gerüst, das sich über die Zeit hätte hochskalieren lassen. Ausgerechnet die ChatGPT-Nutzung führte OpenAI dann auf die Spur der grösseren Operation.

Der Bund kennt genau dieses Muster

Das Staatssekretariat für Sicherheitspolitik (SEPOS) hält fest, dass von allen Beeinflussungsaktivitäten Desinformation und Propaganda die Schweiz derzeit am stärksten bedrohen — und beschreibt exakt dieses Muster: Hinter scheinbar tausend unabhängigen Stimmen könne «in Wahrheit auch nur ein einzelner Mitarbeiter einer russischen Trollfabrik oder eine künstliche Intelligenz stecken». Ende 2025 setzte der Bundesrat eine interdepartementale Arbeitsgruppe gegen Beeinflussungsaktivitäten ein.

Panik ist trotzdem nicht angebracht: Bei Wahlen und Abstimmungen wurden laut Pälvi Pulli, stellvertretende Staatssekretärin für Sicherheitspolitik, bisher keine Desinformationsversuche registriert. Der Haken: Der Bund verweist selbst darauf, dass künstliche Intelligenz es zunehmend schwerer macht, Desinformation überhaupt als solche zu erkennen.

Quellen

Disrupting a new covert influence campaign from Russia – OpenAI↗ EXTERNER LINKRussia used ChatGPT to run a covert influence campaign pushing pro-Kremlin narratives across the West – The Decoder↗ EXTERNER LINKOpenAI: Chat-GPT-Entwickler sperrt Konten nach Desinformationskampagne – Handelsblatt↗ EXTERNER LINKBekämpfung von Beeinflussungsaktivitäten und Desinformation – Staatssekretariat für Sicherheitspolitik SEPOS↗ EXTERNER LINKDesinformationskampagnen in der Schweiz nehmen zu – SRF↗ EXTERNER LINKThe Breakout Scale: Measuring the impact of influence operations – Brookings Institution↗ EXTERNER LINK
FIRMEN IN DIESEM ARTIKEL
OpenAIMeta
TEILEN
LinkedIn→X / Twitter→E-Mail→
KOSTENLOS ABONNIEREN
Diese News jeden Montag in dein Postfach?

WEITERLESENDas könnte dich auch interessieren.

Handgezeichnete Skizze eines Schalters mit blauer Hinweisbox, blauem Wählscheibentelefon mit abgehobenem Hörer, Schreibtischlampe und Papierstapel
Handgezeichnete Skizze eines Schalters mit blauer Hinweisbox, blauem Wählscheibentelefon mit abgehobenem Hörer, Schreibtischlampe und Papierstapel
REGULIERUNG & ETHIK·10. OKTOBER 2026

Anthropic-Modell meldet der Polizei einen erfundenen Mordhinweis

Ein Testlauf mit Claude Haiku 4.5 reichte im Juli einen falschen Hinweis zu einem ungelösten Mordfall bei der Polizei von Philadelphia ein. Anthropic schaltet das Internet für interne Tests ab, das Weisse Haus verlangt Meldungen. Wir ordnen ein, was das für Firmen mit KI-Agenten heisst.

Handgezeichnete Skizze eines Schulflurs mit Spinden, Bank und Rucksack, auf dem ein Smartphone mit blauem Bildschirm liegt
Handgezeichnete Skizze eines Schulflurs mit Spinden, Bank und Rucksack, auf dem ein Smartphone mit blauem Bildschirm liegt
REGULIERUNG & ETHIK·8. OKTOBER 2026

«Unannehmbares Risiko»: Studie zu ChatGPT for Teens

Common Sense Media stuft ChatGPT for Teens als unannehmbares Risiko ein: Elternalarme blieben aus, Krisenverweise fehlten oft, der Lernmodus liess sich umgehen. OpenAI bestreitet die Methodik. Wir ordnen ein, was das für Familien in der Schweiz heisst.

Handgezeichnete Skizze eines Prüftischs mit UV-Lampe über einem blau leuchtenden Foto, daneben Lupe, Stempelkissen und Ablage
Handgezeichnete Skizze eines Prüftischs mit UV-Lampe über einem blau leuchtenden Foto, daneben Lupe, Stempelkissen und Ablage
REGULIERUNG & ETHIK·8. OKTOBER 2026

Googles KI-Detektor ist jetzt für alle offen

Google öffnet den SynthID Detector für alle: Auf synthid.com lassen sich Bilder, Videos und Audio auf das SynthID-Wasserzeichen prüfen. Es erkennt nur Wasserzeichen von Google und Partnern, ein negatives Ergebnis beweist nichts. Wir ordnen ein, was das für die Schweiz heisst.

Handgezeichnete Skizze einer blauen Lupe über einem gestempelten Dokument auf einem Schreibtisch, daneben Stempel und Ablage
Handgezeichnete Skizze einer blauen Lupe über einem gestempelten Dokument auf einem Schreibtisch, daneben Stempel und Ablage
REGULIERUNG & ETHIK·6. OKTOBER 2026

OpenAI markiert ChatGPT-Texte in der EU unsichtbar

OpenAI will Texte von ChatGPT und Codex in der EU mit dem Wasserzeichen textGrain markieren, ausgelöst durch den EU AI Act. Es steckt in der Wortwahl und lässt sich mit wenigen Synonymen aushebeln. Wir ordnen ein, was das für die Schweiz heisst.

Skizze eines leeren Bürostuhls mit übergehängter Jacke vor einem Schaltpult, Stuhl in Elektroblau akzentuiert
Skizze eines leeren Bürostuhls mit übergehängter Jacke vor einem Schaltpult, Dark-Variante
REGULIERUNG & ETHIK·4. OKTOBER 2026

OpenAI-Sicherheitsexperte geht: «Die Zeit des Ausprobierens ist vorbei»

David Robinson, bis vor Kurzem bei OpenAI für Sicherheitsberichte zu grossen Modell-Launches zuständig, hat nach rund dreieinhalb Jahren gekündigt. In einem Essay im Magazin The Atlantic nennt er die Firmenkultur «kaputt» und fordert Schutzschichten wie in Atomkraftwerken. OpenAI sagt, man verstärke die Sicherheitsmassnahmen.

Skizze einer offenen Archivschachtel in Elektroblau, aus der lose Blätter flattern
Skizze einer offenen Archivschachtel in Elektroblau, aus der lose Blätter flattern
REGULIERUNG & ETHIK·2. OKTOBER 2026

OpenAI trennt sich laut WSJ von drei Sicherheitsforschern

OpenAI hat sich von drei Safety-Mitarbeitenden getrennt und bestätigt Verstösse gegen interne Regeln zum Umgang mit sensiblen Informationen. Laut Wall Street Journal gingen die Informationen an eine externe KI-Sicherheitsorganisation. Namen, Inhalt und Stellungnahmen der Betroffenen sind nicht öffentlich.

Mehr aus Regulierung & Ethik →