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Fünf KI-Labore benotet: Bestnote C+, Meta bekommt ein F

Guidelight hat erstmals fünf Frontier-Labore benotet – danach, wie gut sie ihre eigenen Modelle unter Kontrolle halten. Bestnote ist ein C+, Meta bekommt ein F. Und beim Notfallplan steht ausgerechnet Anthropic bei null.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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24. AUGUST 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration eines Schaltpanels mit Not-Aus-Taste und Kipphebeln in einem Betriebsgang, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Schaltpanels mit Not-Aus-Taste und Kipphebeln in einem Betriebsgang, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Sechs Praktiken, keine davon voll erfüllt02Anthropic predigt Sicherheit – und steht bei null03Eine schlechte Note ist noch kein Beweis04Kalifornien zwingt, die Schweiz fragt nicht
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01Sechs Praktiken, keine davon voll erfüllt02Anthropic predigt Sicherheit – und steht bei null03Eine schlechte Note ist noch kein Beweis04Kalifornien zwingt, die Schweiz fragt nicht
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Kein einziges Frontier-Labor setzt die geprüften Kontrollpraktiken vollständig um – und ausgerechnet Anthropic steht beim Notfallplan bei null.

Die gemeinnützige Organisation Guidelight AI Standards hat am 18. August 2026 erstmals fünf führende KI-Labore benotet – und zwar danach, wie gut sie ihre eigenen Modelle unter Kontrolle halten. Anthropic und OpenAI teilen sich laut dem Bericht mit einem C+ (2,50 von 5 möglichen Punkten) die Bestnote, Google erhält ein D+ (1,50), xAI ein D− (0,83), Meta ein F (0,67). Kein einziges Unternehmen setzt auch nur eine der sechs geprüften Praktiken vollständig um.

Sechs Praktiken, keine davon voll erfüllt

Geprüft wurden sechs Grundpraktiken aus Guidelights «Control»-Standard – etwa: protokollieren, was interne KI-Systeme tun; heikle Aktionen erst nach Freigabe zulassen; nach einer Häufung von Warnsignalen automatisch anhalten; einen Notfallplan bereithalten. Bewertet wurde von 0 bis 5, die Gesamtnote ist der Durchschnitt. Über eine 3 – «substanzielle Teilumsetzung» – kam dabei niemand hinaus, die Mehrheit der Einzelnoten liegt bei 2 oder tiefer. Am besten schneidet die Branche beim Erkennen ab, am schlechtesten beim Verhindern und Eindämmen.

Anthropic predigt Sicherheit – und steht bei null

Ein Notfallplan legt vorab fest, was passiert, sobald eine KI dabei ertappt wird, die menschliche Kontrolle zu unterlaufen: welche Berechtigungen ihr entzogen werden und wann sie ganz vom Netz geht. Hier fällt die Spreizung am deutlichsten aus: OpenAI holt mit 3 Punkten den Spitzenwert, weil es mehrfach Trainings- und Einsatz-Workloads nach Sicherheitsvorfällen gestoppt hat. Google kommt auf 2, xAI auf 1 – und Anthropic wie Meta auf 0. Bei Anthropic überrascht das, weil kein anderes Labor so laut über Sicherheit spricht.

«Mich hat überrascht, wie wenig die KI-Firmen dazu gesagt haben, wie sie mit einem sehr ernsten Vorfall umgehen würden, falls ihr Modell in irgendeiner Form ihrer Kontrolle entkommt.»

Das sagt Guidelight-Mitgründer Steven Adler gegenüber TechCrunch. Er arbeitete bis 2024 bei OpenAI und hält laut Guidelight weiterhin Anteile daran.

Eine schlechte Note ist noch kein Beweis

Der wichtigste Vorbehalt steht im Bericht selbst: Bewertet wurde ausschliesslich öffentlich zugängliches Material. Eine tiefe Note bedeutet fehlende Offenlegung, nicht zwingend fehlende Schutzmassnahmen. Google und OpenAI erklärten gegenüber TechCrunch denn auch, der Bericht bilde ihre internen Praktiken nicht vollständig ab; Meta wollte sich nicht äussern, xAI antwortete gar nicht. Die US-Anwältin Lily Li nennt einen Grund fürs Schweigen: Wer sich zu konkret festlegt und die Zusage bricht, riskiert Klagen wegen irreführender Angaben.

Kalifornien zwingt, die Schweiz fragt nicht

Wenn dein Unternehmen GPT-, Claude-, Gemini- oder Llama-Modelle produktiv einsetzt, ist das mehr als eine Fussnote: Die Schweiz kennt keine Pflicht, solche Notfallpläne offenzulegen. Der Bundesrat entschied im Februar 2025, die KI-Konvention des Europarats zu ratifizieren und Gesetzesanpassungen möglichst sektorbezogen vorzunehmen; laut BAKOM soll bis Ende 2026 eine Vernehmlassungsvorlage stehen. Transparenz erzwingen andere: Kaliforniens SB 53 gilt seit diesem Jahr, New Yorks RAISE Act ab dem 1. Januar 2027. Bis dahin ist die Guidelight-Tabelle die einzige unabhängige Grundlage, um die Anbieter zu vergleichen, von denen deine Systeme abhängen.

Quellen

AI Control: An Assessment of Frontier Practices – Guidelight AI Standards (18.08.2026)↗ EXTERNER LINKControl Standard v1.1 – Guidelight AI Standards (10.08.2026)↗ EXTERNER LINKFrontier AI labs still won't say how they'd contain a rogue model – TechCrunch (22.08.2026)↗ EXTERNER LINKThe AI industry is getting better at spotting dangerous behavior – Fortune, Eye on AI (20.08.2026)↗ EXTERNER LINKAI Risk Management Newsletter #46 – Jonas Schuett (21.08.2026)↗ EXTERNER LINKKünstliche Intelligenz – Auslegeordnung und Regulierungsansatz der Schweiz – BAKOM↗ EXTERNER LINKKI-Regulierung: Bundesrat will Konvention des Europarats ratifizieren – admin.ch (12.02.2025)↗ EXTERNER LINKNew York Finalizes RAISE Act for Frontier AI Models; Law Takes Effect January 1, 2027 – Wiley↗ EXTERNER LINK
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