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Vier von fünf in der Schweiz nutzen KI

Der IGEM-Digimonitor 2026 zeigt: 80 Prozent nutzen KI-Dienste – doppelt so viele wie 2024. Fast jede dritte Person täglich.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
26. AUGUST 2026
4 MIN. LESEZEIT
Illustration von fünf Stühlen in einem Gemeindesaal, vier davon elektroblau, kinewsletter.ch Stil
Illustration von fünf Stühlen in einem Gemeindesaal, vier davon elektroblau, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Von 40 auf 80 Prozent in zwei Jahren02Die Jungen sind längst durch03Suchen heisst zunehmend fragen04Vom Textknecht zum Einkaufsberater05ChatGPT hat die Schweiz06Was die Prozente nicht verraten
INHALT
01Von 40 auf 80 Prozent in zwei Jahren02Die Jungen sind längst durch03Suchen heisst zunehmend fragen04Vom Textknecht zum Einkaufsberater05ChatGPT hat die Schweiz06Was die Prozente nicht verraten
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Die KI-Nutzung in der Schweiz hat sich seit 2024 von 40 auf 80 Prozent verdoppelt – KI ist damit vom Trendthema zur Alltagsinfrastruktur geworden, dominiert von ChatGPT mit 4,3 Millionen Nutzenden.

80 Prozent der internetnutzenden Schweizer Bevölkerung zwischen 15 und 75 Jahren nutzen 2026 KI-Dienste – doppelt so viele wie 2024. Das zeigt der IGEM-Digimonitor 2026, den die Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) und die WEMF AG für Werbemedienforschung am 25. August veröffentlicht haben. Fast jede dritte Person greift inzwischen täglich zu ChatGPT und Co. Damit ist KI in der Schweiz kein Trendthema mehr, sondern Infrastruktur.

Von 40 auf 80 Prozent in zwei Jahren

Der Digimonitor misst die Schweizer Mediennutzung seit 2014. Eine derart steile Kurve hat er in dieser Zeit selten gesehen: 2024 lag die KI-Nutzung bei 40 Prozent, 2025 bei 60 Prozent, jetzt bei 80. Allein im letzten Jahr kamen 20 Prozentpunkte dazu – und das zum zweiten Mal in Folge.

Zum Vergleich: Die klassische Suchmaschine, das meistgenutzte Werkzeug im Netz überhaupt, kommt laut IGEM auf 98 Prozent, mehr als zwei Drittel nutzen sie täglich. KI ist also in gut zwei Jahren in Schlagdistanz zu einem Werkzeug gerückt, das seit über zwanzig Jahren zum Alltag gehört.

Die Jungen sind längst durch

Bei den 15- bis 34-Jährigen ist die Sache entschieden: 91 Prozent nutzen KI mindestens gelegentlich, 44 Prozent täglich. Laut SRF, das die Zahlen ebenfalls aufbereitet hat, sind es bei den jungen Männern zwischen 15 und 24 Jahren sogar 52 Prozent tägliche Nutzung.

Interessant ist, wo KI zuerst ankommt: nicht im Büro. Die private Nutzung liegt mit 76 Prozent deutlich vor der beruflichen oder schulischen mit 61 Prozent. Die Leute bringen KI von zu Hause an den Arbeitsplatz – nicht umgekehrt.

Suchen heisst zunehmend fragen

Der spannendste Befund der Studie steckt in der Suche. 77 Prozent nutzen laut IGEM den KI-Modus innerhalb klassischer Suchmaschinen, 57 Prozent suchen gezielt über eigenständige KI-Plattformen. Damit werden KI-Plattformen für die Suche bereits häufiger eingesetzt als YouTube (34 Prozent) oder Social Media (28 Prozent).

Konkret heisst das: Der Wandel passiert grösstenteils dort, wo die Leute ohnehin schon sind. Die meisten wechseln nicht bewusst zu einem KI-Dienst – sie bekommen KI serviert, wenn sie wie gewohnt etwas googeln.

Vom Textknecht zum Einkaufsberater

Zwei Jahre lang war KI vor allem ein Werkzeug für Texte und Übersetzungen. Das ist vorbei. 57 Prozent nutzen KI heute für Recherchen, knapp 40 Prozent für die Einkaufsberatung, und auch Lernen mit Tutorials gewinnt an Bedeutung.

Die Einkaufsberatung ist dabei der auffälligste Sprung: Laut SRF lag dieser Anwendungsfall vor zwei Jahren noch bei mageren 6 Prozent. Damit liegen KI-Plattformen (39 Prozent) inzwischen auf Augenhöhe mit YouTube (40 Prozent) und vor Social Media (36 Prozent). Gekauft wird über KI allerdings noch kaum – als direkter Shopping-Kanal kommen KI-Plattformen laut IGEM erst auf 6 Prozent.

ChatGPT hat die Schweiz

Bei den Anbietern ist das Rennen deutlich: ChatGPT nutzen zwei Drittel der Bevölkerung (67 Prozent, 4,3 Millionen Personen) zumindest gelegentlich, 17 Prozent täglich. Keine andere Plattform hat seit 2024 einen vergleichbaren Reichweitenzuwachs erzielt.

Der Rest des Feldes:

  • Gemini (Google): 32 Prozent
  • Copilot (Microsoft): 30 Prozent
  • Meta AI: 13 Prozent
  • Claude (Anthropic) und Perplexity: je 10 Prozent
  • Mistral: 3 Prozent

Der Wert für Mistral verdient einen zweiten Blick. Der französische Anbieter gilt als europäische Antwort auf OpenAI – in der Schweiz spielt er praktisch keine Rolle. Wer auf digitale Souveränität in Europa hofft, findet in diesen 3 Prozent eine ernüchternde Zahl.

Was die Prozente nicht verraten

Ein paar Einschränkungen gehören dazu. Die Studie beruht auf einer Online-Befragung: Intervista hat im Auftrag von IGEM und WEMF zwischen März und April 2026 insgesamt 1957 Personen befragt, davon 1002 in der Deutschschweiz, 747 in der Romandie und 208 in der italienischsprachigen Schweiz. Das Vertrauensintervall liegt bei maximal plus/minus 2,2 Prozentpunkten – bei kleineren Teilstichproben deutlich höher.

Die Befragten schätzen ihre eigene Nutzung ein. Der Digimonitor erhebt keine tatsächliche Nutzungszeit, die kleinste Einheit ist die «tägliche Nutzung». Und: Repräsentativ ist die Studie für die internetnutzende Bevölkerung von 15 bis 75 Jahren – das sind 6,4 Millionen Personen, nicht die gesamte Schweiz.

Für dich als Nutzer heisst das trotzdem: Wenn du KI im Alltag einsetzt, bist du damit in der Schweiz seit diesem Jahr in der klaren Mehrheit. Und wenn du beruflich etwas anbietest, das über eine Suche gefunden werden soll, wird es 2026 zunehmend von einer KI gefunden – nicht von einem Menschen mit zehn blauen Links.

Quellen

Studie IGEM-Digimonitor 2026 – Medienmitteilung (Primärquelle)↗ EXTERNER LINKIGEM: KI, Trends & Technik – Nutzung von KI in der Schweiz↗ EXTERNER LINKDigimonitor 2026: KI setzt ihren Siegeszug fort (Netzwoche)↗ EXTERNER LINKIGEM-Digimonitor: KI-Nutzung in der Schweiz verdoppelt (persoenlich.com)↗ EXTERNER LINKIGEM Digimonitor 2026: KI-Nutzung nimmt in der Schweiz rasant zu (SRF)↗ EXTERNER LINKIGEM-Digimonitor 2026: KI-Nutzung in der Schweiz verdoppelt (m&k)↗ EXTERNER LINKKI erobert Schweizer Alltag: 60 Prozent nutzen ChatGPT & Co. (Netzwoche, Vorjahr)↗ EXTERNER LINK
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