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Schweizer KI-Aktien brechen ein – ABB verliert 3,6 Prozent

Nachdem führende KI-Chefs am Wochenende vor den Risiken ihrer eigenen Technologie gewarnt hatten, gerieten am Montag auch Schweizer Aktien unter Druck. Comet verlor 6,6 Prozent, VAT 5,7 Prozent, ABB 3,6 Prozent. Betroffen sind vor allem Zulieferer für Rechenzentren und Chipfertigung.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
15. SEPTEMBER 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration einer Standseilbahn, die einen steilen Berghang hinunterfährt, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Standseilbahn, die einen steilen Berghang hinunterfährt, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Wer in der Schweiz am Rechenzentrum verdient02Ein Essay am Samstag, rote Kurse am Montag03Seoul verlor über Nacht drei Prozent04Was das für dich heisst
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01Wer in der Schweiz am Rechenzentrum verdient02Ein Essay am Samstag, rote Kurse am Montag03Seoul verlor über Nacht drei Prozent04Was das für dich heisst
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Der Schweizer Anteil am KI-Boom hängt nicht an Modellen, sondern an Ventilen, Klappen und Messtechnik – und genau diese Titel reagieren jetzt am stärksten auf Zweifel am Investitionstempo.

Die Warnungen führender KI-Chefs vor den Risiken ihrer eigenen Technologie haben am Montag auch an der Schweizer Börse Spuren hinterlassen. Aktien, die zuletzt vom KI-Boom profitiert hatten, zählten zum Wochenauftakt zu den grössten Verlierern: ABB gab um 10.15 Uhr 3,6 Prozent nach, Comet verlor 6,6 Prozent. Das meldete die Nachrichtenagentur SDA.

Wer in der Schweiz am Rechenzentrum verdient

Die Verlustliste liest sich wie eine Landkarte des Schweizer Anteils am KI-Ausbau – und der besteht kaum aus Software:

  • ABB (−3,6 %) profitierte zuletzt stark von den hohen Investitionen in Rechenzentren
  • Belimo (−3,9 %) aus dem Zürcher Oberland liefert Gebäudeinfrastruktur für Data Center
  • Accelleron (−3,8 %) baut Stromgeneratoren
  • Huber+Suhner (−2,2 %) ist auf Verkabelung spezialisiert
  • VAT (−5,7 %), Inficon (−5,1 %) und Comet (−6,6 %) beliefern die Chip-Industrie

Auffällig ist das Muster: Je näher ein Unternehmen an der Chipfertigung sitzt, desto kräftiger fiel der Kursrutsch aus. Die Zulieferer der Halbleiterbranche verloren deutlich mehr als die Infrastruktur-Anbieter.

Ein Essay am Samstag, rote Kurse am Montag

Ausgelöst hat den Rücksetzer Dario Amodei. Der Anthropic-Chef schrieb am Samstag, er sei besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm das gesamte Internet übernehmen und potenziell Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe verursachen könnte. Er rief die Branche dazu auf, die Entwicklung ihrer leistungsfähigsten Modelle zu verlangsamen.

Rückendeckung bekam er prominent: von Tesla-Chef Elon Musk und von OpenAI-Chef Sam Altman – der zudem einem schnellen Börsengang seines Unternehmens eine Absage erteilte.

«Es stellt sich nun die Frage, ob ein vorsichtigeres Entwicklungstempo bei KI die Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bremsen und damit die hohen Gewinnerwartungen der Branche gefährden könnte.»

So kommentierten die Experten der LBBW am Montagmorgen. Die Nachfrage nach Rechenleistung bleibe hoch – doch gerade wegen ihrer hohen Bewertung seien Technologiewerte anfällig für Zweifel an den gewaltigen Investitionssummen.

Seoul verlor über Nacht drei Prozent

Der Schweizer Handelstag begann nicht im luftleeren Raum. Bereits in der Nacht hatten die technologielastigen Börsen in Asien gelitten, allen voran Seoul mit den Aktien von SK Hynix und Samsung: Der koreanische Leitindex Kospi gab um mehr als 3 Prozent nach.

Was das für dich heisst

Wenn du Schweizer Industriewerte im Depot hast, hast du womöglich mehr KI-Exposure, als dir bewusst war. Der Schweizer Anteil am KI-Boom liegt nicht bei den Modellen, sondern bei Vakuumventilen, Klappenantrieben, Messtechnik und Kabeln – Komponenten, ohne die kein Rechenzentrum und keine Chipfabrik läuft. Genau deshalb reagieren diese Titel jetzt so empfindlich auf eine Debatte, die in Kalifornien geführt wird.

Ob daraus mehr wird als ein Tagesrücksetzer, hängt weniger an Essays als an Bestellungen. Solange die Hyperscaler weiter bauen, bleiben die Auftragsbücher voll – unabhängig davon, wie schnell die Modelle dahinter besser werden.

Quellen

Schweizer «KI-Aktien» mit Technologiesorgen klar im Minus – SDA↗ EXTERNER LINKMontag, 14. September 2026 – AWP Basic / cash↗ EXTERNER LINKAsian AI stocks slide as top lab CEOs call for slower development – Business Standard↗ EXTERNER LINKWe Must Pace the Frontier – Dario Amodei↗ EXTERNER LINK
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