Nachdem führende KI-Chefs am Wochenende vor den Risiken ihrer eigenen Technologie gewarnt hatten, gerieten am Montag auch Schweizer Aktien unter Druck. Comet verlor 6,6 Prozent, VAT 5,7 Prozent, ABB 3,6 Prozent. Betroffen sind vor allem Zulieferer für Rechenzentren und Chipfertigung.
Kostenloses Erstgespräch — herstellerneutral, direkt aus dem Rheintal.
Der Schweizer Anteil am KI-Boom hängt nicht an Modellen, sondern an Ventilen, Klappen und Messtechnik – und genau diese Titel reagieren jetzt am stärksten auf Zweifel am Investitionstempo.
Die Warnungen führender KI-Chefs vor den Risiken ihrer eigenen Technologie haben am Montag auch an der Schweizer Börse Spuren hinterlassen. Aktien, die zuletzt vom KI-Boom profitiert hatten, zählten zum Wochenauftakt zu den grössten Verlierern: ABB gab um 10.15 Uhr 3,6 Prozent nach, Comet verlor 6,6 Prozent. Das meldete die Nachrichtenagentur SDA.
Die Verlustliste liest sich wie eine Landkarte des Schweizer Anteils am KI-Ausbau – und der besteht kaum aus Software:
Auffällig ist das Muster: Je näher ein Unternehmen an der Chipfertigung sitzt, desto kräftiger fiel der Kursrutsch aus. Die Zulieferer der Halbleiterbranche verloren deutlich mehr als die Infrastruktur-Anbieter.
Ausgelöst hat den Rücksetzer Dario Amodei. Der Anthropic-Chef schrieb am Samstag, er sei besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm das gesamte Internet übernehmen und potenziell Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe verursachen könnte. Er rief die Branche dazu auf, die Entwicklung ihrer leistungsfähigsten Modelle zu verlangsamen.
Rückendeckung bekam er prominent: von Tesla-Chef Elon Musk und von OpenAI-Chef Sam Altman – der zudem einem schnellen Börsengang seines Unternehmens eine Absage erteilte.
«Es stellt sich nun die Frage, ob ein vorsichtigeres Entwicklungstempo bei KI die Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bremsen und damit die hohen Gewinnerwartungen der Branche gefährden könnte.»
So kommentierten die Experten der LBBW am Montagmorgen. Die Nachfrage nach Rechenleistung bleibe hoch – doch gerade wegen ihrer hohen Bewertung seien Technologiewerte anfällig für Zweifel an den gewaltigen Investitionssummen.
Der Schweizer Handelstag begann nicht im luftleeren Raum. Bereits in der Nacht hatten die technologielastigen Börsen in Asien gelitten, allen voran Seoul mit den Aktien von SK Hynix und Samsung: Der koreanische Leitindex Kospi gab um mehr als 3 Prozent nach.
Wenn du Schweizer Industriewerte im Depot hast, hast du womöglich mehr KI-Exposure, als dir bewusst war. Der Schweizer Anteil am KI-Boom liegt nicht bei den Modellen, sondern bei Vakuumventilen, Klappenantrieben, Messtechnik und Kabeln – Komponenten, ohne die kein Rechenzentrum und keine Chipfabrik läuft. Genau deshalb reagieren diese Titel jetzt so empfindlich auf eine Debatte, die in Kalifornien geführt wird.
Ob daraus mehr wird als ein Tagesrücksetzer, hängt weniger an Essays als an Bestellungen. Solange die Hyperscaler weiter bauen, bleiben die Auftragsbücher voll – unabhängig davon, wie schnell die Modelle dahinter besser werden.
Seit Ende August können Schweizer Werbetreibende Anzeigen in ChatGPT direkt über den Ads Manager buchen – ohne Agentur, ohne OpenAI-Sales. Das Mindest-Tagesbudget liegt bei 20 Franken. Personalisierte Werbung bleibt in der Schweiz vorerst gesperrt.