OpenAI hat das Präsentations-Startup NextSlide übernommen — abgeschlossen wurde der Deal schon Anfang Jahr, bekannt gegeben erst am 7. August. Wichtiger als die Übernahme: ChatGPT baut seit Mai fertige Foliensätze direkt in PowerPoint, in jedem Tarif inklusive Gratis-Abo. Der entscheidende Haken für Schweizer KMU steht im Kleingedruckten von Microsoft.
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ChatGPT erstellt seit Mai 2026 Präsentationen direkt in PowerPoint — auch im Gratis-Tarif; wer Firmendaten hineingibt, hat mit OpenAI und Microsoft aber zwei Verarbeiter statt einem.
OpenAI hat das Präsentations-Startup NextSlide übernommen und das Team an ChatGPT gesetzt. Bekannt wurde der Deal erst am Freitag, 7. August 2026 — abgeschlossen war er laut TechCrunch schon Anfang Jahr. Das Produkt nextslide.ai wird eingestellt, ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Die interessantere Nachricht steckt in der Reihenfolge: Seit Mai 2026 baut dir ChatGPT fertige Foliensätze direkt in Microsoft PowerPoint — in jedem Tarif, auch im Gratis-Abo.
Gründer Ahmed Beshry schrieb auf LinkedIn, die Ankündigung komme «a few months late», der Deal sei «earlier this year» erfolgt — so gibt TechCrunch den Post wieder. PYMNTS datiert die Bekanntgabe auf Freitag, den 7. August; OfficeChai liest aus Beshrys LinkedIn-Profil einen Wechsel im März 2026 heraus — bestätigt ist das nicht.
Kaufpreis, Teamgrösse, Firmensitz, Investoren: nichts davon wurde offengelegt. Genau das ist die Aussage — es riecht nach einem klassischen Acqui-Hire, bei dem das Team den Preis rechtfertigt, nicht das Produkt. Auf nextslide.ai steht nur noch eine Abschiedsnotiz: gegründet «vor gut einem Jahr», das Team sei jetzt bei OpenAI.
Beshry ist dabei kein Neuling. Sein voriges Startup Caper AI (kassenlose Einkaufswagen) ging 2021 für rund 350 Millionen US-Dollar an Instacart — nach nur 13 Millionen zuvor eingesammeltem Kapital.
«ChatGPT for PowerPoint» läuft seit Mai 2026 als Seitenleiste direkt in PowerPoint. Laut OpenAIs Hilfeseite ist das Add-in weltweit für alle Tarife verfügbar — Free, Go, Plus, Pro, Business, Enterprise, Edu und K-12, wobei Free und Go nur begrenzten Zugang erhalten. Es baut Decks aus einem Prompt, aus Notizen, Dokumenten oder Tabellen, bearbeitet bestehende Folien und analysiert auf Wunsch die Story eines Decks samt möglicher Publikumseinwände.
So installierst du es: In PowerPoint auf Start → Add-Ins, dort nach «ChatGPT» suchen. Bezahlt wird über Credits — eine typische Aufgabe mit GPT-5.5 verbraucht laut OpenAI 10 bis 50 Credits pro Nachricht.
Der Haken kommt von OpenAI selbst: Die Treue zu deinem Firmen-Template ist nicht garantiert, fortgeschrittene Diagramm-, Formen- und Formatierungsfunktionen sind teils unfertig. OpenAI rät ausdrücklich, von wichtigen Dateien vorher eine Kopie anzulegen.
Für Schweizer KMU ist ein Satz auf derselben Hilfeseite wichtiger als alles andere:
«As part of Microsoft's Add In Marketplace Terms of Service, Microsoft may have the ability to read the content of your PowerPoint files.»
Konkret heisst das: Wer Firmendaten in ein Deck legt und ChatGPT darauf ansetzt, hat zwei Verarbeiter im Spiel statt einem — OpenAI und Microsoft. Für dein Bearbeitungsverzeichnis nach revDSG ist das ein dokumentierbarer Sachverhalt, kein Detail am Rand.
Zwei Punkte entschärfen die Lage teilweise. Erstens trainieren ChatGPT Business, Enterprise, Edu und die API standardmässig nicht mit deinen Daten — bei Free, Plus und Pro musst du das selbst abschalten. Zweitens bietet OpenAI Datenresidenz für die Region «Europe (EEA + Switzerland)», dort als eine von nur drei Regionen weltweit inklusive Inference Residency, also der Modellausführung in der Region selbst. Das gilt aber nur für neue Enterprise- und Edu-Kunden und nur für allgemein verfügbare Funktionen — nicht für Beta-Features, Metadaten, Logins oder Daten aus angebundenen Integrationen.
Wie wackelig dieses Segment ist, zeigt der Markt selbst. Platzhirsch Gamma sammelte im November 2025 laut TechCrunch 68 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 2,1 Milliarden ein — profitabel, mit 100 Millionen Dollar Jahresumsatz (ARR), 70 Millionen Nutzern und rund 50 Mitarbeitenden. Konkurrent Tome dagegen hatte laut VentureBeat 20 Millionen Nutzer und 43 Millionen Dollar auf dem Konto — und stampfte sein Präsentationsprodukt trotzdem ein, um stattdessen ein KI-CRM zu bauen. Begründung von Mitgründer Keith Peiris: Im allgemeinen Präsentationsmarkt lasse sich selbst mit funktionierendem Produkt und echten Nutzerzahlen kaum dauerhaft etwas Eigenes aufbauen.
Für dich heisst das: Zahlst du ohnehin ChatGPT Plus oder Business und arbeitest in PowerPoint, brauchst du für Standard-Decks kein zusätzliches Abo — die Folien bleiben nativ editierbar. Nutzt du ein Spezialtool, prüf lieber heute als morgen, ob sich deine Präsentationen im Notfall sauber exportieren lassen.

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