Nat Friedman bestätigt: Metas Muse ist stark von OpenClaw inspiriert, bis hin zur Datei SOUL.md. Kopiert worden sei kein Code, sagt Meta. Die MIT-Lizenz hätte selbst das erlaubt.
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Der Fall zeigt, was Open Source unter MIT-Lizenz einem Konzern erlaubt: Meta baut ein Community-Projekt nach und liefert es mit Milliarden-Reichweite aus, während die OpenClaw Foundation ein Lob auf X bekommt.
Nat Friedman, Produktchef von Metas Superintelligence Labs, hat am Montagabend auf X bestätigt, dass Metas persönlicher KI-Agent Muse «definitiv stark inspiriert» ist vom Open-Source-Projekt OpenClaw. Muse selbst sei aber «von Grund auf neu gebaut», kopiert habe Meta keinen Code. TechCrunch berichtete am 22. September 2026 über den Austausch, ein Meta-Sprecher verwies auf Friedmans Post und hatte nichts zu ergänzen. Lizenzrechtlich ist der Fall unspektakulär, und genau das ist der interessante Teil.
Zwei Wochen lang haben Nutzer die beiden Agenten verglichen. Losgetreten hat es ein X-Post des KI-App-Mitgründers Ansh Nanda, der schrieb, Muse sei «LITERALLY OpenClaw for normies». Danach fiel auf: Muse führt eine Datei namens SOUL.md, dieselbe Textdatei, mit der OpenClaw Persönlichkeit, Tonfall, Werte und Grenzen eines Agenten festlegt. Laut TechCrunch stimmen nicht nur die Dateinamen im Arbeitsverzeichnis überein, auch der Inhalt ist nahezu deckungsgleich. Friedman widersprach dem nicht. Er antwortete, das Team habe gefunden, OpenClaw-Autor Peter Steinberger habe «diese Dinge genau richtig gemacht». Im Januar habe er hunderte Mac minis für sein Team gekauft, weil dort viele OpenClaw liebgewonnen hätten. Ziel sei ein Produkt wie OpenClaw gewesen, nur sicher, einfach nutzbar und auf Milliarden Menschen skalierbar.
OpenClaw steht unter der MIT-Lizenz, Copyright OpenClaw Foundation. Die erlaubt ausdrücklich Nutzen, Kopieren, Ändern, Verbreiten, Unterlizenzieren und Verkaufen. Einzige Bedingung: Wer Code oder wesentliche Teile davon übernimmt, muss Copyright- und Lizenzhinweis mitliefern. Konzepte, Dateinamen und Dateiformate nachbauen fällt nicht einmal darunter. Heisst: Meta hätte selbst Code kopieren dürfen, mit Namensnennung. Die OpenClaw Foundation, seit Juli 2026 gemeinnütziger Träger des Projekts mit über 390'000 GitHub-Sternen gegenüber 247'000 Anfang März, hat sich bislang nicht offiziell geäussert. Steinberger arbeitet seit Februar bei OpenAI.
Muse rollt bisher nur in Nordamerika aus, laut Meta seit dem 8. September in den USA, in der Schweiz kannst du es nicht installieren. Trotzdem betrifft der Fall zwei Gruppen hierzulande. Wer als Entwicklerteam oder Agentur auf MIT-lizenzierten Agenten-Frameworks aufbaut, sieht hier schwarz auf weiss, was die Lizenz einem Konzern mit Milliarden-Reichweite erlaubt und was die Community dafür zurückbekommt, nämlich ein Lob auf X. Und wer später einen solchen Agenten an Mail, Kalender und Zahlungen lässt, sollte wissen, wessen Design dahintersteht: OpenClaw läuft auf deiner eigenen Maschine, Muse laut Meta in einer Cloud-VM, die Meta betreibt. Für diese Bekanntgabe von Personendaten ins Ausland bist du unter dem Datenschutzgesetz verantwortlich, nicht der Anbieter.
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