Weil Claude und Co. immer mehr Code liefern, hat Anthropic Git durch ein eigenes System ersetzt. Die Zahlen stammen von Anthropic selbst und sind nicht unabhängig geprüft.
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Git bleibt für normale Teams der Standard. Der Fall deutet an, dass KI-Agenten zuerst Werkzeuge sprengen, die für menschliches Tempo gebaut wurden.
Anthropic hat seine interne Code-Verwaltung von Git auf ein selbst gebautes System namens Scion umgestellt. Der Grund: Die Zahl der täglich zusammengeführten Codeänderungen wuchs von rund 2'500 im Mai 2026 auf über 30'000 im September, und Git wurde zum grössten Bremsklotz der Entwicklung. Alle Zahlen stammen aus Anthropics eigenem Engineering-Blog vom 13. Oktober; unabhängig überprüfen lassen sie sich nicht.
Das Hauptarchiv wiegt fast 100 GB, eine komprimierte Arbeitskopie über 25 GB. Allein für automatische Tests holt Anthropic rund 25 Millionen Mal pro Tag eine Kopie des Codes; ein naiver Abruf mit Git hätte laut Blog über 600 Petabyte Datenverkehr täglich verursacht. Bisher liefen mehrere hundert interne Git-Spiegelserver. Scion braucht laut Anthropic etwa 200-mal weniger Rechenleistung und Speicher, Abrufe dauern Sekunden statt Minuten, und die Testumgebung gewann 25 Prozent Rechenkapazität zurück. Ein Team aus sieben Personen baute Scion, das Review-System «Antique» und weitere Werkzeuge und migrierte das Archiv in fünf Monaten. Offline arbeiten geht nicht – laut Anthropic unwichtig, weil der Hauptnutzer Claude immer online ist.
Auffällig ist ein Satz aus dem Blog, sinngemäss übersetzt: Sehr oft habe die Aufgabe der Ingenieure darin bestanden, Claude «Nein» zu sagen. Der Entwickler Simon Willison vermutet, dass Modelle der Fable- und Mythos-Klasse ein Schlüssel für das höhere Tempo sind, und sieht in Scion eine Neuauflage zentraler Systeme wie Subversion. Crypto Briefing zufolge eignet sich Scion für riesige Archive mit vielen Coding-Agenten und wird nicht breit angeboten.
Für normale Teams ändert sich nichts: Git bleibt der Standard. Der Fall deutet an, wo KI-Agenten zuerst Grenzen sprengen: bei Werkzeugen, die für menschliches Tempo gebaut wurden. Zur Schweiz machen die Quellen keine Angaben.
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