Beim Coding-Tool OpenCode ist ein Angreifer in einen älteren Teil der Console eingedrungen. Gespeicherte Schlüssel von KI-Anbietern könnten offengelegt worden sein, Nutzer melden Abbuchungen in Hunderten Dollar. Anthropic und Google haben Schlüssel gesperrt.
KI-Beratung und Softwareentwicklung aus dem St. Galler Rheintal.
Wer API-Schlüssel in der OpenCode Console hinterlegt hat, sollte sie sofort ersetzen und die Nutzung seit dem 16. Oktober prüfen. Wie der Einbruch lief, ist noch offen.
Beim quelloffenen KI-Coding-Tool OpenCode ist ein Angreifer in einen älteren Teil des Dienstes «Console» eingedrungen. Betroffen sind laut OpenCode 1,4 Prozent der Console-Nutzer, die dort Schlüssel von KI-Anbietern hinterlegt hatten. Einige berichten von Abbuchungen in Hunderten Dollar.
Der Einbruch geschah laut The Hacker News in der Nacht vom 16. Oktober. Die Console ist ein optionaler, gehosteter Dienst, in dem Nutzer API-Schlüssel (Zugangscodes) von OpenAI, Anthropic oder Google speichern können. Wer keine Mail von OpenCode erhielt, ist nicht betroffen. Die App und das Kommandozeilen-Tool sind nicht im Spiel, weil dort gespeicherte Schlüssel nie zu OpenCode gelangen, wie Mitgründer Dax Raad sagt. Raad meldete zudem, Angreifer hätten das System 48 Stunden lang ununterbrochen attackiert.
Nutzer melden unbestätigte Beträge: 281 Dollar bei OpenAI und 168 Dollar bei Anthropic, an anderer Stelle 1'700 Dollar insgesamt, rund 200 Euro bei Google. OpenCode sagt, Rückerstattungen seien im Gang. Anthropic und Google haben die Schlüssel gesperrt, die sie als betroffen einstuften. OpenAI half laut TechCrunch beim Wiederherstellen des Zugangs und erstattet Kunden Guthaben, das in dem Angriff verbraucht wurde.
OpenCode spricht von einem «grossangelegten Distillation-Angriff». Gemeint ist das massenhafte Abgreifen von Modellantworten, um damit ein anderes Modell zu trainieren. Wie das mit dem Einbruch zusammenhängt, hat OpenCode nicht erklärt, und Skeptiker sehen schlicht einen Einbruch. Offen sind auch der Einstieg, die Zahl der Schlüssel und der Beginn des Zugriffs. Gesichert ist ebenfalls nicht, dass Schlüssel kopiert wurden: OpenCode spricht von «möglicherweise» offengelegten.
Brisant ist ein Nebenaspekt: Kommerzielle KI-Modelle halfen dem Team zuerst bei der Analyse und verweigerten sie später, als der Schadcode ihre Sicherheitsfilter auslöste. David Sacks, Co-Vorsitzender des US-Präsidentenrats für Wissenschaft und Technologie, schrieb, die Leitplanken seien nach hinten losgegangen.
Hast du Schlüssel in der OpenCode Console hinterlegt, ersetze sie bei jedem Anbieter, aktualisiere alle Apps mit dem alten Schlüssel, prüfe die Nutzung seit dem 16. Oktober und setze Ausgabenlimits. Einen Schweiz-Bezug gibt es nicht.
Weil Claude und Co. immer mehr Code liefern, hat Anthropic Git durch ein eigenes System ersetzt. Die Zahlen stammen von Anthropic selbst und sind nicht unabhängig geprüft.