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Anthropic greift OpenAI am Super Bowl an – mit Anti-Werbe-Werbung

Anthropic schaltete beim Super Bowl LX zwei TV-Spots gegen Werbung in KI-Chats. Sam Altman konterte scharf. Der Clash zeigt: Die Frage, wie KI-Assistenten finanziert werden, wird zum Kernthema.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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10. FEBRUAR 2026
2 MIN. LESEZEIT
Anthropic greift OpenAI am Super Bowl an – mit Anti-Werbe-Werbung
INHALT
01Zwei Spots, eine klare Botschaft02Abo-Modell vs. Werbefinanzierung – wer zahlt, bestimmt
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01Zwei Spots, eine klare Botschaft02Abo-Modell vs. Werbefinanzierung – wer zahlt, bestimmt
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OpenAI plant Werbung in ChatGPT. Anthropic positioniert sich dagegen – und macht das zur Markenbotschaft. Für dich als Nutzer wird die Frage relevant: Vertraust du einem KI-Assistenten, der dir gleichzeitig etwas verkaufen will?


Zwei KI-Rivalen, ein Football-Finale und eine Grundsatzfrage: Gehört Werbung in deinen KI-Chat? Anthropic hat beim Super Bowl LX erstmals TV-Spots geschaltet – und direkt gegen OpenAI gefeuert.

Zwei Spots, eine klare Botschaft

Anthropic platzierte während des Finales zwischen den Seattle Seahawks und den New England Patriots gleich zwei Spots: einen 60-Sekunden-Clip vor dem Spiel und einen 30-Sekunden-Spot während der Übertragung. Die Online-Version trug die Botschaft «Ads are coming to AI. But not to Claude.» In der TV-Fassung wurde der Ton leicht abgemildert – dort hiess es sinngemäss, dass KI-Chats nicht der richtige Ort für Werbung seien.

OpenAI-CEO Sam Altman reagierte noch am selben Abend auf X. Er gab zu, über die Spots gelacht zu haben – bezeichnete sie aber als «clearly dishonest» und nannte Anthropic «authoritarian». Eine ungewöhnlich scharfe Wortwahl für den sonst diplomatischen Altman.

Der Hintergrund: OpenAI hatte Anfang 2026 bestätigt, Werbeformate für ChatGPT zu prüfen. Anthropic setzt dagegen voll auf Abonnements und Enterprise-Kunden – mit rund 14 Milliarden Dollar annualisiertem Jahresumsatz, wovon mehr als 80 Prozent aus dem B2B-Geschäft stammen.

Abo-Modell vs. Werbefinanzierung – wer zahlt, bestimmt

Dieser Clash ist mehr als Marketing-Theater. Es geht um eine Grundsatzfrage: Wie finanzieren sich KI-Assistenten – und wie beeinflusst das ihre Antworten? Wenn ein Chatbot werbefinanziert ist, hat der Anbieter einen Anreiz, dich möglichst lange im Chat zu halten und dir Produkte nahezulegen. Bei einem Abo-Modell bezahlst du direkt – der Anbieter arbeitet für dich, nicht für Werbekunden.

Für dich als ChatGPT- oder Claude-Nutzer in der Schweiz wird das konkret: Wenn OpenAI Werbung einführt, könnten gesponserte Empfehlungen in deinen Antworten auftauchen. Ob und wie transparent das passiert, ist noch offen.

Anthropic spielt mit dem Super-Bowl-Auftritt bewusst die Vertrauenskarte. Ob das langfristig aufgeht, hängt davon ab, ob das Abo-Modell auch ohne Werbemilliarden konkurrenzfähig bleibt.

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