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Die EU wappnet ihre Cybersicherheit gegen KI – und mit KI

Die EU-Kommission hat am 7. Juli einen Aktionsplan für Cybersicherheit und KI vorgelegt: fortschrittliche KI-Modelle vor dem Marktstart prüfen, bestehende Gesetze durchsetzen und dieselbe Technik zur Verteidigung nutzen.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
8. JULI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration eines Vorhängeschlosses auf einer Tastatur mit Wappen und Dokumenten, kinewsletter.ch Stil
Illustration Vorhängeschloss auf Tastatur, Dark Mode, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Zwei Seiten derselben Medaille02Was konkret geplant ist03Warum das auch die Schweiz angeht
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01Zwei Seiten derselben Medaille02Was konkret geplant ist03Warum das auch die Schweiz angeht
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Brüssel will fortschrittliche KI-Modelle vor dem Marktstart auf Cyberrisiken prüfen und gleichzeitig KI zur Verteidigung einsetzen – mit Folgen bis in die Schweiz.

Fortschrittliche KI-Modelle können Sicherheitslücken aufspüren und Angriffe automatisieren – in einem Tempo und Ausmass, das menschliche Angreifer nie erreichen würden. Die EU-Kommission hat darauf am 7. Juli mit einem eigenen Aktionsplan für Cybersicherheit und künstliche Intelligenz reagiert. Die Idee: dieselbe Technik, die zur Bedrohung wird, auch zur Verteidigung nutzen.

Zwei Seiten derselben Medaille

Der Plan geht von einer simplen Beobachtung aus: KI verändert die Cybersicherheit in beide Richtungen. Sie hilft, Schwachstellen früher zu finden und kritische Infrastruktur besser zu schützen. Gleichzeitig können Angreifer damit Attacken automatisieren und deren Geschwindigkeit und Reichweite drastisch erhöhen.

KI verändert die Bedeutung von Cybersicherheit. Und wir müssen Schritt halten.

So brachte es Henna Virkkunen, EU-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, auf den Punkt.

Was konkret geplant ist

Der Aktionsplan bündelt mehrere Bausteine:

  • KI-Modelle vor dem Markteintritt prüfen: Die Kommission will Europas Fähigkeit stärken, fortschrittliche Modelle im Einklang mit dem AI Act zu bewerten – zusammen mit der EU-Cybersicherheitsagentur ENISA und über eine sichere Testplattform.
  • Bestehende Gesetze durchsetzen: Der Plan stützt sich auf schon geltende Regeln wie die NIS2-Richtlinie und den Cyber Resilience Act.
  • Eine «Grand Challenge»: Ein EU-weiter Wettbewerb soll Firmen und Forschende zusammenbringen, um KI-gestützte Abwehrlösungen zu entwickeln.
  • Souveräne KI-Kapazitäten: Weitere Investitionen in eigene Infrastruktur wie die geplanten AI Factories und Gigafactories.

Warum das auch die Schweiz angeht

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Europa ist bei fortschrittlichen KI-Modellen bislang stark von US-Anbietern abhängig – ein Punkt, der im Plan mitschwingt und den Ruf nach europäischer Souveränität lauter macht.

Für die Schweiz ist der Vorstoss trotz Nicht-Mitgliedschaft relevant. Schweizer Firmen, die Produkte oder digitale Dienste in die EU liefern, fallen unter Regelwerke wie den Cyber Resilience Act. Und die Debatte, wie viel Regulierung KI braucht, läuft hierzulande parallel. Wenn Brüssel jetzt einen konkreten Fahrplan vorlegt, setzt das auch einen Massstab, an dem sich Bern orientieren wird.

Quellen

Europäische Kommission – Commission presents EU Action Plan on Cybersecurity and Artificial Intelligence (Primärquelle, 07.07.2026)↗ EXTERNER LINKEuropäische Kommission – Pressemitteilung IP/26/1544 (07.07.2026)↗ EXTERNER LINKEUbusiness – EU to harness artificial intelligence to strengthen cybersecurity (07.07.2026)↗ EXTERNER LINK
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