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Google DeepMind kauft sich in Eve-Online-Studio ein – und macht Spiele zum KI-Trainingsplatz

CCP Games heisst seit dem 6. Mai 2026 Fenris Creations, ist unabhängig von Pearl Abyss – und hat Google DeepMind als Minderheits-Investor. Das KI-Labor will mit Eve Online Long-Horizon-Planning, Memory und Continual Learning trainieren.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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8. MAI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Planetarium mit Teleskop und Sternenkarte, kinewsletter.ch Stil
Planetarium mit Teleskop und Sternenkarte (Dark Mode), kinewsletter.ch Stil
INHALT
01120 Millionen Dollar und ein neuer Name02Eve Online als Trainingsdaten03Vom AlphaStar-Erbe zum echten Wirtschaftsmodell
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01120 Millionen Dollar und ein neuer Name02Eve Online als Trainingsdaten03Vom AlphaStar-Erbe zum echten Wirtschaftsmodell
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

DeepMind macht aus 22 Jahren MMO-Wirtschaft eine Trainingsumgebung für Agenten, die langfristig planen, sich erinnern und kontinuierlich lernen.

CCP Games ist Geschichte. Das isländische Studio hinter dem Weltraum-MMO Eve Online heisst seit Mittwoch, 6. Mai 2026, Fenris Creations, ist unabhängig von Pearl Abyss – und hat Google DeepMind als Minderheits-Investor an Bord.

120 Millionen Dollar und ein neuer Name

Pearl Abyss, das südkoreanische Studio hinter "Black Desert", hatte CCP 2018 für 425 Millionen Dollar übernommen. Acht Jahre später geht es zurück in die Unabhängigkeit: Die gesamte Transaktion ist mit 120 Millionen Dollar bewertet, bezahlt teils in Cash, teils nicht. CEO Hilmar Veigar Pétursson bleibt, das Team bleibt, der Hauptsitz in Reykjavik bleibt – nur der Name ist neu.

Den entscheidenden Twist liefert aber Google: DeepMind hat sich als Teil des Deals einen Minderheits-Anteil gesichert. Die Investitionssumme bezeichnet Pétursson als "im Millionen-Bereich" – ein bewusst kleiner, strategischer Anker.

Eve Online als Trainingsdaten

Warum interessiert sich ein KI-Labor für ein 22 Jahre altes Spiel? Weil Eve Online ein einzigartig komplexes System ist: zehntausende Spielerinnen und Spieler, eine simulierte Wirtschaft mit echten Marktdynamiken, koordinierte Schlachten mit Tausenden von Raumschiffen, Allianzen die über Monate planen.

Genau das interessiert DeepMind. Die Forschung soll sich auf drei Bereiche konzentrieren:

  • Long-horizon planning – Strategien über Stunden oder Tage hinweg
  • Memory – relevante Information über lange Zeiträume halten
  • Continual learning – aus laufenden Erfahrungen weiterlernen, ohne Vorwissen zu vergessen

Damit die Live-Spielerschaft nichts merkt, läuft das Training auf Offline-Servern – der Live-Service wird nicht zum Versuchsfeld.

Vom AlphaStar-Erbe zum echten Wirtschaftsmodell

DeepMind hat mit AlphaStar 2019 schon einmal ein Spiel zum Reasoning-Benchmark gemacht – damals StarCraft II. Eve Online geht eine Stufe weiter: Das Spiel ist nicht ein Spielfeld mit klaren Regeln, sondern eine Mini-Volkswirtschaft mit Politik, Diplomatie und Märkten, die nie pausieren.

Einordnung: Wer KI-Agenten bauen will, die im realen Geschäftsalltag funktionieren – langfristig planen, Beziehungen pflegen, mit Unsicherheit umgehen – braucht Trainingsumgebungen, die genau das simulieren. Eve Online ist näher an einer Volkswirtschaft als jede synthetische Sim-Umgebung. Für DeepMind ein billiger, lebender Datensatz mit zwei Jahrzehnten Tiefe.

Für die Spielerschaft heisst es vorerst: nichts ändert sich. Für die KI-Branche heisst es: MMOs sind plötzlich Trainings-Infrastruktur.

Quellen

Fenris Creations / CCP: Studio behind EVE Online goes independent↗ EXTERNER LINKEngadget: Google bought a stake in the maker of Eve Online↗ EXTERNER LINKGame Developer: EVE Online studio rebrands as Fenris Creations↗ EXTERNER LINKPC Gamer: CCP Games is no more↗ EXTERNER LINK
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