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Keller-Sutter reicht Strafanzeige wegen Grok-Beleidigungen ein – ein Präzedenzfall zeichnet sich ab

Bundesrätin Karin Keller-Sutter hat Strafanzeige wegen eines von Grok generierten sexistischen Textes eingereicht. Es ist der erste prominente Fall von KI-generierter Diffamierung in der Schweiz – ein Präzedenzfall zeichnet sich ab.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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2. APRIL 2026
2 MIN. LESEZEIT
Skizze eines Richterhammers neben einem Chatbot-Interface – symbolisiert den Rechtsstreit um KI-generierte Beleidigungen
keller_sutter_grok dark
INHALT
01Der 75-Jährige, der Grok zum Pöbeln brachte02Wer haftet – der Prompter oder die KI?03Schweizer Präzedenzfall mit internationaler Signalwirkung
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01Der 75-Jährige, der Grok zum Pöbeln brachte02Wer haftet – der Prompter oder die KI?03Schweizer Präzedenzfall mit internationaler Signalwirkung
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Wer einen Chatbot gezielt für beleidigende Inhalte einsetzt, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen – die Verantwortung verschwindet nicht hinter dem Prompt.

Bundesrätin Karin Keller-Sutter hat Strafanzeige wegen Verleumdung und Beschimpfung eingereicht – wegen eines Textes, den Elon Musks KI-Chatbot Grok über sie generiert hat. Es ist der erste prominente Fall von KI-generierter Diffamierung in der Schweiz.

Der 75-Jährige, der Grok zum Pöbeln brachte

Am 10. März veranlasste ein 75-jähriger Schweizer X-Nutzer den Chatbot Grok, vulgäre, sexistische Beleidigungen über die Bundesrätin zu generieren. Der Output war auf X öffentlich sichtbar. Der Mann bezeichnete sein Vorgehen als «harmlose technische Übung» und löschte den Post wieder – doch da hatten Screenshots bereits die Runde gemacht.

Keller-Sutters Sprecher Pascal Hollenstein machte die Haltung klar: «Solche Frauenfeindlichkeit darf nicht als normal empfunden werden.» Die Strafanzeige richtet sich gegen unbekannt.

Wer haftet – der Prompter oder die KI?

Strafrechtsprofessorin Monika Simmler (Universität St. Gallen) sieht gute Chancen, den Prompt-Autor haftbar zu machen. Ihre Argumentation: Die KI fungiert als Werkzeug, der Mensch trägt die Verantwortung für das Ergebnis – ähnlich wie jemand, der ein Megafon für Beschimpfungen nutzt.

Der Haken: Es gibt in der Schweiz bisher keine etablierte Rechtsprechung zu KI-generierter Diffamierung. Die Frage, ob die Plattform (X), der KI-Entwickler (xAI) oder der Prompt-Autor haftet, ist juristisches Neuland.

Schweizer Präzedenzfall mit internationaler Signalwirkung

Dieser Fall wird von Juristen europaweit beobachtet. Die EU diskutiert im Rahmen des AI Acts ähnliche Haftungsfragen. Die Schweiz könnte mit diesem Verfahren faktisch Massstäbe setzen – noch bevor eine formelle Regulierung greift.

Für KI-Nutzer heisst das: Wer einen Chatbot gezielt für beleidigende Inhalte einsetzt, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Die Verantwortung verschwindet nicht hinter dem Prompt.

Quellen

SRF News↗ EXTERNER LINK20 Minuten↗ EXTERNER LINKTages-Anzeiger↗ EXTERNER LINK
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