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China sperrt KI-Talente ein – jetzt auch bei Alibaba und DeepSeek

Peking dehnt Reisesperren auf private KI-Schwergewichte aus: Gründer, Forschende und Top-Manager bei Alibaba und DeepSeek brauchen vor jeder Auslandsreise eine Regierungs-Genehmigung.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
28. MAI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Skizze chinesische Pagode mit verschlossenem Tor und blauem Schloss und Koffer davor
Skizze chinesische Pagode mit verschlossenem Tor und blauem Schloss und Koffer davor (Dark)
INHALT
01Aus dem Atomwaffen-Spielbuch02Talent ist die eigentliche Waffe03Was das für die Schweiz heisst
INHALT
01Aus dem Atomwaffen-Spielbuch02Talent ist die eigentliche Waffe03Was das für die Schweiz heisst
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Chinas Top-Talente werden zur staatlichen Ressource erklärt – ein indirekter Vorteil für offene Forschungsstandorte wie ETH und EPFL.

Peking zieht die Schrauben bei der eigenen KI-Elite an. Wie Bloomberg am Dienstag berichtet, müssen Top-Talente bei privaten KI-Schwergewichten wie Alibaba und DeepSeek künftig vor jeder Auslandsreise eine Genehmigung der Regierung einholen. Die Massnahme zielt auf Gründer, Forschende und Führungskräfte, die an fortgeschrittenen KI-Systemen arbeiten.

Aus dem Atomwaffen-Spielbuch

Die Regelung ist neu, aber das Drehbuch ist alt. Reise-Beschränkungen dieser Art waren in China bisher Atomphysikern, Cyber-Sicherheits-Experten und Top-Managern von Staatsbetrieben vorbehalten. Dass jetzt auch zivile KI-Forscher in Privatunternehmen in diese Kategorie fallen, ist ein deutliches Signal: Peking sieht fortgeschrittene KI als nationales Sicherheitsgut.

Bereits Ende 2025 hatte Bloomberg gemeldet, dass einzelne DeepSeek-Manager Auslandsreisen mit der Regierung absprechen mussten. Auch zwei Mitgründer des KI-Startups Manus sollen daran gehindert worden sein, das Land zu verlassen. Die neue Direktive macht aus Einzelfällen eine flächendeckende Policy.

Talent ist die eigentliche Waffe

Für Peking geht es nicht nur um Spionage-Abwehr. KI-Spitzenkräfte sind das knappste Gut im globalen Rennen mit den USA – wer abwandert oder zu lange mit ausländischen Labors flirtet, kann den Vorsprung der Konkurrenz kostbar werden lassen.

  • OpenAI, Anthropic und Google haben zuletzt ungewöhnlich aggressiv chinesische Forschende abgeworben
  • Chinas führende KI-Konferenzen laufen oft parallel zu den westlichen – Reisesperren entkoppeln das Ökosystem
  • Auf dem US-Markt ist Chinas Open-Weight-Strategie (Qwen, DeepSeek) zuletzt zum härtesten Wettbewerber für offene westliche Modelle geworden

Weder Alibaba noch DeepSeek haben den Bericht offiziell kommentiert. Auch die Börse reagierte am Dienstag nicht spürbar – ein Hinweis darauf, dass Investoren die Massnahme als Bestätigung eines bereits bekannten Trends lesen, nicht als Schock.

Was das für die Schweiz heisst

Direkt betrifft die Massnahme natürlich keine Schweizer Forscher. Indirekt schon: Wer in Zürich, Lausanne oder am CSEM mit chinesischen Co-Autoren publiziert oder an Joint-Workshops teilnimmt, muss damit rechnen, dass die Gegenseite kurzfristig nicht reisen kann. Wer Schweizer Talente halten will, kann das Argument umdrehen: Schweiz als offene Forschungs-Insel – mit ETH und EPFL als Marken, die Talente aus aller Welt aktiv suchen. Genau dieses Narrativ pushen aktuell auch die Schweizer KI-Verbände in ihrer Souveränitäts-Debatte.

Quellen

Bloomberg – China Limits Overseas Travel for AI Talent at DeepSeek, Alibaba↗ EXTERNER LINKThe Cryptonomist – China AI travel restrictions tighten control on Alibaba, DeepSeek↗ EXTERNER LINKBusinessToday – China clamps down on overseas travel for top AI executives↗ EXTERNER LINKSeeking Alpha – China limits overseas travel for top AI talent at Alibaba, DeepSeek↗ EXTERNER LINK
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