Das mysteriöse KI-Modell «Hunter Alpha», das seit dem 11. März die OpenRouter-Rangliste dominierte, gehört nicht zu DeepSeek – sondern zu Xiaomi. Mit rund 1 Billion Parametern und einem 1-Million-Token-Kontextfenster positioniert der Smartphone-Riese sein MiMo-V2-Pro als «Gehirn für KI-Agenten».

Xiaomis anonymer «Stealth Release» auf OpenRouter zeigt: Chinas KI-Ökosystem reicht weit über DeepSeek hinaus – und der Smartphone-Riese meint es ernst mit KI-Agenten.
Seit dem 11. März tauchte auf der KI-Plattform OpenRouter ein anonymes Modell auf, das die Community in Aufruhr versetzte. «Hunter Alpha» dominierte die Rangliste, verarbeitete innert Tagen über 1 Billion Tokens – und alle tippten auf DeepSeek V4. Falsch getippt: Am 19. März wurde klar, dass Xiaomi hinter dem Modell steckt.
MiMo-V2-Pro hat rund 1 Billion Parameter (zum Vergleich: GPT-4 hat geschätzt 1,8 Billionen) und ein Kontextfenster von 1 Million Tokens – das entspricht etwa 4'000 Seiten Text. Das Modell beschrieb sich selbst als «chinesisches KI-Modell» mit einem Wissens-Cutoff vom Mai 2025, was die DeepSeek-Spekulation zusätzlich befeuert hatte.
Der Clou: Der anonyme Launch war Absicht. Xiaomi wollte unvoreingenommene Bewertungen – ohne den Bonus oder Malus eines bekannten Markennamens. Die Strategie ging auf: «Hunter Alpha» überzeugte die Community rein über die Leistung.
Hinter der Entwicklung steht Luo Fuli, ein ehemaliger Forscher von DeepSeek. Er positioniert MiMo-V2-Pro bewusst nicht als klassischen Chatbot, sondern als «Gehirn für KI-Agenten» – also Software, die eigenständig Aufgaben planen und ausführen kann. Xiaomi plant dafür Partnerschaften mit fünf Agenten-Frameworks, darunter NVIDIAs OpenClaw.
Die Börse reagierte prompt: Die Xiaomi-Aktie stieg nach der Enthüllung um 5,8 Prozent in Hongkong.
Einordnung: Dass ein Smartphone-Hersteller ein KI-Modell dieser Grössenordnung entwickelt, ist bemerkenswert. Für Schweizer Unternehmen, die auf offene Modelle setzen, heisst das: Die Auswahl an leistungsfähigen Alternativen aus China wird breiter – und die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern wie OpenAI oder Google geringer. Wer MiMo-V2-Pro testen will, findet es weiterhin auf OpenRouter.
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OpenAI hat drei neue Voice-Modelle veröffentlicht: GPT-Realtime-2 mit GPT-5-Reasoning, GPT-Realtime-Translate für Live-Übersetzung in 70 Sprachen und GPT-Realtime-Whisper für Streaming-Transkription. Voice ist damit nicht mehr Demo-Feature, sondern operativer Bauklotz für Produkte.
Drei API-Endpunkte – Reasoning-Voice, Live-Translation und Streaming-Transkription – die das Voice-Modell zum echten Produkt-Bauklotz machen.

Anthropic hat einen Compute-Deal mit SpaceX über die volle Kapazität des Colossus-1-Datacenters in Memphis verkündet: 300 Megawatt, über 220'000 NVIDIA-GPUs. Parallel verdoppeln sich die 5h-Limits in Claude Code, die Peak-Hour-Drosselung fällt weg, und API-Limits für Opus steigen massiv. Im Vertrag versteckt: Interesse an orbitaler Compute-Kapazität.
Mehr Compute, weniger Limits, härteres Statement im Compute-Wettrüsten – und Musks SpaceX als unerwarteter Lieferant.

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GPT-5.5 Instant ist der neue ChatGPT-Default mit 52,5 % weniger Halluzinationen und transparentem «Memory Sources»-Feature.