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Anthropic geht in den Anwaltsmarkt – mit 12 Plugins und 20 Integrationen

Anthropic hat «Claude For Legal» vorgestellt: 12 Praxisfeld-Plugins für Kanzleien und über 20 Integrationen in die Tools, die Anwälte ohnehin schon nutzen. Selbst direkte Konkurrenten kommen als Partner mit.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
13. MAI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration einer Anwaltskanzlei mit Bibliothek, Brass-Lampe und Waage der Justitia, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Anwaltskanzlei mit Bibliothek, Brass-Lampe und Waage der Justitia (Dark Mode), kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Vom Chatbot zum Junior-Associate02Die Konkurrenz wird Teil des Ökosystems03Auch unentgeltliche Rechtsberatung im Visier04Stack-Entscheidung statt Tool-Wahl
INHALT
01Vom Chatbot zum Junior-Associate02Die Konkurrenz wird Teil des Ökosystems03Auch unentgeltliche Rechtsberatung im Visier04Stack-Entscheidung statt Tool-Wahl
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Mit Claude For Legal positioniert sich Anthropic als Plattform für Kanzleien – inklusive 12 Praxisfeld-Plugins, MCP-Konnektoren in Ironclad, DocuSign, Relativity und Thomson Reuters CoCounsel sowie Microsoft-365-Integration.

Anthropic hat am Dienstag «Claude For Legal» vorgestellt – das bisher grösste Vorstossen des Unternehmens in eine einzelne Branche. Im Paket: 12 rollenspezifische Plugins für Anwaltsteams und über 20 Konnektoren in die Tools, die Kanzleien ohnehin schon nutzen.

Vom Chatbot zum Junior-Associate

Die Plugins decken konkrete Praxisfelder ab: Commercial Legal, Corporate Legal (mit M&A-Due-Diligence und Closing-Checklisten), Employment, Privacy, Product, Regulatory, AI Governance, IP und Litigation. Dazu kommt ein eigenes Plugin für Jus-Studierende, das Case Briefs, Karteikarten, IRAC-Bewertung und Vorbereitung auf das Bar-Examen abdeckt.

Jedes Plugin lädt einen vordefinierten Set an Vorlagen, Checklisten und Prozessen, die Claude für die jeweilige Aufgabe nutzt. Das Ziel: Aus einem generellen Sprachmodell ein spezialisierter Mitarbeiter mit Anwalts-Know-how machen.

Die Konkurrenz wird Teil des Ökosystems

Spannender als die Plugins ist die Integrations-Strategie. Anthropic schaltet Claude über das Model Context Protocol direkt an die Werkzeuge der Branche: Ironclad, DocuSign, iManage und NetDocuments für Verträge und Dokumente, Relativity, Everlaw und Consilio für E-Discovery. Auch Thomson Reuters ist dabei – mit einer Verbindung zwischen Claude und der hauseigenen Legal-AI «CoCounsel».

Pikant: Spezialisierte Legal-AI-Anbieter wie Harvey oder Legora – eigentlich direkte Konkurrenz – kommen ebenfalls als Integrationspartner mit. Die Botschaft an die Branche: Lieber Teil des Claude-Ökosystems sein, als daneben zu stehen.

Auch unentgeltliche Rechtsberatung im Visier

Parallel zur Enterprise-Schiene kündigt Anthropic Partnerschaften mit dem Free Law Project und der Justice Technology Association an. Damit soll Claude auch dort verfügbar werden, wo sich Menschen keinen Anwalt leisten können – ein Reputationsthema, das die Branche bisher chronisch vernachlässigt.

Stack-Entscheidung statt Tool-Wahl

Für Kanzleien in der Schweiz wird die Frage nicht mehr lauten «KI ja oder nein», sondern «welcher Stack». Anthropic positioniert Claude als Plattform, nicht als Tool – inklusive Microsoft-365-Integration, die Word, Outlook, Excel und PowerPoint zu einem zusammenhängenden Agenten verbindet. Wer in den nächsten zwölf Monaten KI-Tools evaluiert, kommt an dieser Stack-Entscheidung nicht vorbei.

Quellen

Claude For Legal Launches, May Reshape the Legal Tech World – Artificial Lawyer↗ EXTERNER LINKThe AI legal services industry is heating up — Anthropic is getting in on the action – TechCrunch↗ EXTERNER LINKAnthropic Goes All-In on Legal – LawSites↗ EXTERNER LINKBig Law goes all in on AI with new Anthropic release – Fortune↗ EXTERNER LINKAnthropic expands legal AI offerings with new Claude Cowork plugins – the Decoder↗ EXTERNER LINK
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