Im Mai 2026 startet das Apertus-basierte Meditron-LLM in der Notaufnahme des CHUV (Lausanne). Der Bund finanziert das Projekt mit 20 Mio CHF bis 2028. Apertus selbst hat seit Launch im September 2025 die Marke von 1 Million Downloads überschritten – das Schweizer Open-Source-LLM beweist Substanz.

Mit dem CHUV-Pilot wird Apertus erstmals in einem klinisch kritischen Setting eingesetzt – ein Leuchtturm für regulierte Branchen, die KI nicht in die USA schicken können oder wollen.
Während Microsoft und OpenAI ihre Partnerschaft neu aushandeln und in London ein 1,1-Milliarden-Dollar-Seed eingesammelt wird, kommt aus der Westschweiz eine leise, aber sehr konkrete Meldung: Im Mai 2026 startet am CHUV in Lausanne der Pilot des Meditron-LLM in der Notaufnahme. Es ist die erste produktive Anwendung von Apertus in einem klinisch kritischen Setting.
Meditron ist ein medizinisch spezialisiertes LLM auf Basis des Schweizer Open-Source-Modells Apertus (EPFL/ETH/CSCS). Es wurde mit medizinischer Fachliteratur, klinischen Guidelines und Schweizer Medizin-Datensätzen weitertrainiert. Der Pilot in der CHUV-Notaufnahme ist auf folgende Aufgaben fokussiert:
Wichtig: Meditron trifft keine eigenständigen klinischen Entscheidungen. Jeder Output wird von einem Human-in-the-Loop überprüft.
Der Bund finanziert das Projekt mit 20 Millionen Franken bis 2028. Das ist eine vergleichsweise bescheidene Summe gemessen an US-Frontier-Investitionen, aber: Sie ist gezielt, langfristig und auf konkrete Anwendungen statt Modell-Skalierung gerichtet. Genau die Sorte staatlicher Forschungsförderung, die Schweizer Industrieprojekten in den letzten Jahrzehnten Wettbewerbsvorteile verschafft hat.
Seit dem Launch im September 2025 hat Apertus die Marke von einer Million Downloads überschritten. Das ist nicht GPT-Skala, aber für ein vollständig open lizenziertes, multilinguales LLM mit Compliance-Fokus eine substanzielle Adoption.
Zusammen mit der ICLR-Acceptance des Apertus-Papers (siehe Newsletter #7) und der CHUV-Pilotanwendung entsteht ein klares Bild: Die Swiss AI Initiative liefert. Nicht Schlagzeilen, aber Resultate.
Wer in einem regulierten Schweizer Sektor arbeitet – Spitäler, Versicherer, Banken, öffentliche Verwaltung – sollte den CHUV-Pilot eng beobachten. Lessons Learned daraus werden die Vorlage für alle weiteren Schweizer KI-Pilotprojekte.
Mit dem CHUV-Pilot wird Apertus erstmals in einem klinisch kritischen Setting eingesetzt – ein Leuchtturm für regulierte Branchen, die KI nicht in die USA schicken können oder wollen.

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