kinewsletter.chkinewsletter.ch
News
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
Newsletter-Archiv
Search
News
Kategorien
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
Newsletter-ArchivÜber unsSuche
Kostenlos abonnieren
kinewsletter.chkinewsletter.ch

Der wöchentliche KI-Newsletter für die Schweiz. Kompakt, relevant, zero Bullshit. 5 Minuten lesen, 1 Woche informiert.

Navigation

Alle NewsNewsletter-ArchivAutorenÜber unsKontakt

Rechtliches

ImpressumDatenschutzAGB

© 2026Inoo GmbH · Altstätten SG · Schweiz

Swiss Made SoftwareEin Produkt vonInooInoo
  1. Home
  2. KI-News
  3. KI in der Schweiz
  4. Apertus geht in den Spital-Alltag: Meditron-Pilot startet im Mai am CHUV
KI in der SchweizKI-Forschung

Apertus geht in den Spital-Alltag: Meditron-Pilot startet im Mai am CHUV

Im Mai 2026 startet das Apertus-basierte Meditron-LLM in der Notaufnahme des CHUV (Lausanne). Der Bund finanziert das Projekt mit 20 Mio CHF bis 2028. Apertus selbst hat seit Launch im September 2025 die Marke von 1 Million Downloads überschritten – das Schweizer Open-Source-LLM beweist Substanz.

Freitag, 8. Mai 2026~2 Min. Lesezeit
Pascal Eugster
Pascal EugsterGründer & Entwickler
Illustration einer Notaufnahme-Konsole mit Schweizer Kreuz-Logo und einem freundlichen LLM-Symbol auf dem Bildschirm, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Notaufnahme-Konsole mit Schweizer Kreuz-Logo und einem freundlichen LLM-Symbol auf dem Bildschirm, kinewsletter.ch Stil
Das Wichtigste

Mit dem CHUV-Pilot wird Apertus erstmals in einem klinisch kritischen Setting eingesetzt – ein Leuchtturm für regulierte Branchen, die KI nicht in die USA schicken können oder wollen.

Während Microsoft und OpenAI ihre Partnerschaft neu aushandeln und in London ein 1,1-Milliarden-Dollar-Seed eingesammelt wird, kommt aus der Westschweiz eine leise, aber sehr konkrete Meldung: Im Mai 2026 startet am CHUV in Lausanne der Pilot des Meditron-LLM in der Notaufnahme. Es ist die erste produktive Anwendung von Apertus in einem klinisch kritischen Setting.

Was ist Meditron?

Meditron ist ein medizinisch spezialisiertes LLM auf Basis des Schweizer Open-Source-Modells Apertus (EPFL/ETH/CSCS). Es wurde mit medizinischer Fachliteratur, klinischen Guidelines und Schweizer Medizin-Datensätzen weitertrainiert. Der Pilot in der CHUV-Notaufnahme ist auf folgende Aufgaben fokussiert:

  • Triage-Unterstützung (Symptom-Strukturierung, Risiko-Klassifikation)
  • Dokumentations-Hilfe für ärztliche Befunde und Patientenakten
  • Differentialdiagnose-Vorschläge auf Basis aktueller Symptomatik

Wichtig: Meditron trifft keine eigenständigen klinischen Entscheidungen. Jeder Output wird von einem Human-in-the-Loop überprüft.

20 Mio CHF Bundesfinanzierung

Der Bund finanziert das Projekt mit 20 Millionen Franken bis 2028. Das ist eine vergleichsweise bescheidene Summe gemessen an US-Frontier-Investitionen, aber: Sie ist gezielt, langfristig und auf konkrete Anwendungen statt Modell-Skalierung gerichtet. Genau die Sorte staatlicher Forschungsförderung, die Schweizer Industrieprojekten in den letzten Jahrzehnten Wettbewerbsvorteile verschafft hat.

Apertus-Adoption: 1 Million Downloads

Seit dem Launch im September 2025 hat Apertus die Marke von einer Million Downloads überschritten. Das ist nicht GPT-Skala, aber für ein vollständig open lizenziertes, multilinguales LLM mit Compliance-Fokus eine substanzielle Adoption.

Zusammen mit der ICLR-Acceptance des Apertus-Papers (siehe Newsletter #7) und der CHUV-Pilotanwendung entsteht ein klares Bild: Die Swiss AI Initiative liefert. Nicht Schlagzeilen, aber Resultate.

Was das für Schweizer Spitäler und Versicherer bedeutet

  1. Datenschutz-konform: Patientendaten verlassen das Schweizer System nicht. Das ist für DSG- und KVG-Compliance entscheidend.
  2. Sprach-Coverage: Apertus deckt Schweizerdeutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch ab – Voraussetzung für Anwendungen in allen Sprachregionen.
  3. Audit-Fähigkeit: Vollständig dokumentierte Trainingsdaten ermöglichen klinische und regulatorische Audits, die bei US-Frontier-Modellen praktisch unmöglich sind.

Wer in einem regulierten Schweizer Sektor arbeitet – Spitäler, Versicherer, Banken, öffentliche Verwaltung – sollte den CHUV-Pilot eng beobachten. Lessons Learned daraus werden die Vorlage für alle weiteren Schweizer KI-Pilotprojekte.

Fazit

Mit dem CHUV-Pilot wird Apertus erstmals in einem klinisch kritischen Setting eingesetzt – ein Leuchtturm für regulierte Branchen, die KI nicht in die USA schicken können oder wollen.

Quellen

  • Swiss AI Initiative – Apertus(wird in neuem Tab geöffnet)
  • AI in Switzerland (Swissinfo)(wird in neuem Tab geöffnet)
  • CHUV – Centre hospitalier universitaire vaudois(wird in neuem Tab geöffnet)
Teilen:

Das könnte dich auch interessieren

Illustration eines Schweizer Bundeshauses mit einem Briefumschlag, aus dem akademische Hüte und Geldscheine fallen, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Schweizer Bundeshauses mit einem Briefumschlag, aus dem akademische Hüte und Geldscheine fallen, kinewsletter.ch Stil
KI in der Schweiz
29. April 2026

Beobachter: Schweizer KI-Forscher von Big Tech finanziert – und lobbyieren gegen Regulierung

Eine Beobachter-Recherche von Otto Hostettler und Lukas Lippert deckt auf: Rund 100 ETH- und EPFL-Wissenschaftler warnten das Schweizer Parlament im Sommer 2025 vor «zu strengen» KI-Gesetzen. Ihre Hochschulen erhalten Millionen von Meta, Google und ByteDance.

Akademisches Lobbying gegen Schweizer KI-Regulierung kommt von Forschern, deren Hochschulen Millionen von genau jenen Konzernen erhalten, die zu regulieren sind. Eine Story, die Schweizer Politik und Forschungs-Community gleichermassen beschäftigt.

Weiterlesen
Illustration einer Schweizer Finanzplatz-Skyline mit roten Warnsymbolen über Servern, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Schweizer Finanzplatz-Skyline mit roten Warnsymbolen über Servern, kinewsletter.ch Stil
KI in der Schweiz
28. April 2026

FINMA warnt vor Mythos & Co. – Swisscom verschärft Threat Radar

Am 27. April hat die FINMA erstmals explizit vor Claude Mythos & Co. als systemisches Risiko für den Schweizer Finanzplatz gewarnt. Zeitgleich publiziert Swisscom den Cybersecurity Threat Radar 2026 mit «massiv verschärfter» Risiko-Einstufung autonomer KI-Agenten. Beide Berichte machen Mythos zur strategischen CH-Schwerpunkt-Story.

FINMA und Swisscom heben gleichzeitig den Risikolevel für KI-Agenten und Frontier-Modelle – Schweizer CISOs sollten Vendor-Risk-Management und Shadow-AI-Inventare diese Woche aktualisieren.

Weiterlesen
Illustration einer Werkshalle mit Humanoid-Roboter und Vierbeiner, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Werkshalle mit Humanoid-Roboter und Vierbeiner, kinewsletter.ch Stil
KI in der Schweiz
27. April 2026

Humanoide werden ernst: Hexagon × Schaeffler skalieren auf 1'000 Roboter, ANYbotics liefert

Am 25. April vereinbaren Hexagons Robotics-Sparte und Schaeffler die Skalierung des AEON-Humanoid-Programms auf mindestens 1'000 Roboter bis 2032. Sarcomere Dynamics liefert tags darauf eine 20-DoF-Roboterhand. Und der ETH-Spinoff ANYbotics bringt 2026 mit ANYmal X den ersten Ex-zertifizierten Vierbeiner.

Humanoide-Robotik konsolidiert sich von Demo-Videos zu echten Industrie-Verträgen – und der ETH-Spinoff ANYbotics hat mit ANYmal X eine Welt-Premiere im Programm.

Weiterlesen