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Beobachter: Schweizer KI-Forscher von Big Tech finanziert – und lobbyieren gegen Regulierung

Eine Beobachter-Recherche von Otto Hostettler und Lukas Lippert deckt auf: Rund 100 ETH- und EPFL-Wissenschaftler warnten das Schweizer Parlament im Sommer 2025 vor «zu strengen» KI-Gesetzen. Ihre Hochschulen erhalten Millionen von Meta, Google und ByteDance.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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29. APRIL 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration eines Schweizer Bundeshauses mit einem Briefumschlag, aus dem akademische Hüte und Geldscheine fallen, kinewsletter.ch Stil
Bundeshaus Lobbying D
INHALT
01Was die E-Mail an Parlamentarier sagt02Die Geldströme03Die politische Konstellation04Der grössere Kontext05Zwei Fragen, die jetzt diskutiert werden06Was Schweizer Unternehmen mitnehmen sollten
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01Was die E-Mail an Parlamentarier sagt02Die Geldströme03Die politische Konstellation04Der grössere Kontext05Zwei Fragen, die jetzt diskutiert werden06Was Schweizer Unternehmen mitnehmen sollten
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Akademisches Lobbying gegen Schweizer KI-Regulierung kommt von Forschern, deren Hochschulen Millionen von genau jenen Konzernen erhalten, die zu regulieren sind. Eine Story, die Schweizer Politik und Forschungs-Community gleichermassen beschäftigt.

Eine Beobachter-Recherche von Otto Hostettler und Lukas Lippert vom 28. April deckt auf, dass fast 100 ETH- und EPFL-Wissenschaftler im Sommer 2025 das Schweizer Parlament vor «zu strengen» KI-Gesetzen warnten – während ihre Hochschulen Millionenbeträge von Meta, Google und ByteDance (TikTok) erhalten. Im Zentrum steht der Vorstoss von FDP-Ständerätin Petra Gössi für eine strengere KI-Regulierung.

Was die E-Mail an Parlamentarier sagt

In einer dem Beobachter vorliegenden E-Mail warnen die Forscher vor einer «zu strengen Schweizer Insellösung», die «über das Ziel hinausschiesst» und den «aktuellen Wettbewerbsvorteil der Schweiz» gefährde. Unterzeichner: rund 100 Forscher von ETH Zürich und EPFL.

Die Geldströme

  • Meta finanziert Forschung an ETH und EPFL – konkrete Summen im Beobachter-Artikel.
  • Google hat in Zürich ein grösseres Forschungslab und vergibt Drittmittel an die ETH.
  • ByteDance (TikTok) finanziert ebenfalls KI-Projekte – ein Detail, das in der Schweizer Öffentlichkeit kaum bekannt war.

Die politische Konstellation

FDP-Ständerätin Petra Gössi (SZ, ehemalige Parteipräsidentin) treibt den Vorstoss für strengere Schweizer KI-Regulierung voran. Im März 2026 hat der Ständerat zudem eine Motion für eine «souveräne KI-Infrastruktur» gutgeheissen – gegen den ursprünglichen Willen des Bundesrats. Beide Vorstösse kollidieren mit der Position der von Big Tech mitfinanzierten Forschungslandschaft.

Der grössere Kontext

Die Schweizer KI-Forschung ist international stark: ETH Rang 11, EPFL Rang 15 in QS Computer Science 2026. Sie ist aber stark mit US-Tech-Konzernen verflochten – Apple, Google und Meta haben Forschungslabs in Zürich und Lausanne. Parallel laufen das Projekt SNAI (Swiss National AI Institute) und das Open-Source-Modell Apertus (lanciert September 2025), die die Schweiz von US-Modellen unabhängiger machen sollen.

Zwei Fragen, die jetzt diskutiert werden

  1. Forschungs-Unabhängigkeit: Wie unabhängig ist die Schweizer KI-Forschung wirklich, wenn ihre wichtigsten Geldgeber zugleich die zu regulierenden Konzerne sind?
  2. Lobbying-Grenzen: Wie weit darf akademisches Lobbying gegen demokratisch legitimierte Regulierungsvorschläge gehen?

Was Schweizer Unternehmen mitnehmen sollten

Für Schweizer KMU und Konzerne, die KI-Strategie machen, ist das ein Lehrstück über die Komplexität der Schweizer KI-Politik:

  • Schweizer Forschungs-Stellungnahmen sind nicht zwingend «neutral». Wer Drittmittel-Empfänger ist, hat ein wirtschaftliches Interesse an der zu regulierenden Industrie. Das macht die Aussagen nicht falsch – aber Kontext-bedürftig.
  • Die «souveräne KI»-Bewegung gewinnt an politischer Substanz. Wer auf Apertus oder andere CH-Stack-Optionen wartet, wird in den kommenden Monaten politische Rückendeckung bekommen.
  • Anthropic-Vergleich: Wer als Schweizer Akteur Glaubwürdigkeit will, sollte wirtschaftliche Abhängigkeiten transparent machen – analog zu Anthropics Pentagon-Verzicht (siehe separate Story). Die Schweizer Öffentlichkeit reagiert zunehmend sensibel auf solche Konstellationen.

Hinweis: Der Beobachter-Artikel ist hinter Paywall. Die zentralen Aussagen sind gut belegt; konkrete Drittmittel-Summen finden sich im Original.

Quellen

Millionen von Meta und Co. – so verstrickt ist die Schweizer KI-Forschung (Beobachter)↗ EXTERNER LINKStänderat sagt Ja zu souveräner KI-Infrastruktur (Netzwoche)↗ EXTERNER LINK
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