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DeepSeek V4 auf chinesischen Chips – ohne Nvidia

DeepSeek bringt sein neues V4-Modell auf Huaweis Ascend-950PR-Chips zum Laufen – ohne Nvidia-Hardware. Das ist das erste Frontier-AI-Modell komplett auf chinesischer Halbleiter-Infrastruktur. Die Umkehrung hat geopolitische Sprengkraft.

Dienstag, 7. April 2026~2 Min. Lesezeit
Pascal Eugster
Pascal EugsterGründer & Entwickler
Zwei Chips auf Werkbank – DeepSeek V4 auf Huawei-Chips
Zwei Chips auf Werkbank – DeepSeek V4 auf Huawei-Chips
Das Wichtigste

DeepSeek zeigt, dass frontier AI nicht zwingend auf US-Chips angewiesen ist – das widerspricht einer Kernannahme der amerikanischen Exportkontroll-Strategie.

DeepSeek schreibt V4 für Huawei um

Das ist inoffiziell bestätigt, seit Reuters am 3. April über Informationen von The Information berichtete: DeepSeek V4 wird auf Huaweis Ascend-950PR-Chips laufen. Nicht auf Nvidia. Nicht auf AMD. Das Unternehmen hat monatelang mit Huawei und Cambricon Technologies zusammengearbeitet, um den Code umzuschreiben und zu optimieren – eine technische Anstrengung, die zeigt, wie ernst der chinesische Ansatz ist.

Das Besondere daran: Das ist das erste Frontier-AI-Modell, das komplett auf chinesischer Halbleiter-Infrastruktur läuft. Nicht hybrid. Nicht experimentell. V4 wird im Kern auf chinesischen Chips gebaut.

Alibaba, ByteDance, Tencent greifen zu

Die chinesischen Tech-Riesen haben reagiert, bevor V4 überhaupt veröffentlicht ist. Alibaba, ByteDance und Tencent haben zusammen hundertausende Huawei-Chips vorbestellt. Die Preise sind in der Folge um etwa 20 Prozent gestiegen. Das zeigt: Der Markt nimmt das ernst.

DeepSeek hat damit auch das etablierte Playbook durchbrochen. Normalerweise bekommen westliche Chipmaker wie Nvidia und AMD frühen Zugriff auf neue Modelle – für Marketing, für Benchmarks, für die Beziehung. DeepSeek hat ihnen V4 vorenthalten. Das ist ein klares Signal.

Optimierung statt Raw Power

Hier ist die pragmatische Einsicht dahinter: Huaweis Chips sind nicht so mächtig wie Nvidias Top-Prozessoren. Das ist keine Überraschung. Aber durch Software-Optimierung kann DeepSeek die Lücke schliessen. Das V4-Lite-Test-Modell zeigt schon 30 Prozent schnellere Inferenz als frühere Versionen – bei vollem Kontext bis 128'000 Token.

V4 selbst soll etwa 1 Billion MoE-Parameter haben (das sind Mixture-of-Experts, spezialisierte Neural-Networks), mit ca. 37 Milliarden aktiven Parametern pro Inference. Multimodal. Erwartet wird Apache-2.0-Lizenz, also Open-Source. Release irgendwann in den letzten zwei April-Wochen.

Warum das geopolitisch brisant ist

Das ändert eine zentrale Annahme: Die US-Exportkontrolle gegen China basiert stark auf der Idee, dass frontier AI ohne Nvidia-Hardware unmöglich ist. DeepSeek zeigt jetzt: Das stimmt nicht, wenn man bereit ist zu optimieren. Wenn China die Lücke genug schliesst, verliert das Kontroll-Regime seinen Hebel. Das ist kein technisches Problem mehr, sondern ein strategisches.

Das bedeutet für dich: Die nächsten Frontier-Modelle könnten zunehmend auf regionaler Hardware laufen – und das spaltet die globale AI-Landschaft in zwei separate Ökosysteme.

Quellen

  • Investing.com / Reuters(wird in neuem Tab geöffnet)
  • TechWire Asia(wird in neuem Tab geöffnet)
  • Seeking Alpha(wird in neuem Tab geöffnet)
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