Seit dem 1. Juni rechnet GitHub Copilot nach Verbrauch ab. Nach dem ersten vollen Abrechnungsmonat berichten Entwickler von Rechnungen, die das Zehn- bis Fünfzigfache betragen – eine einzige Agenten-Sitzung kann 30 bis 40 Dollar kosten.
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Die Flatrate für KI-Programmierhilfen ist Geschichte: Wer viel mit KI-Agenten arbeitet, muss den Token-Verbrauch künftig wie eine Cloud-Rechnung im Blick behalten.
Seit dem 1. Juni rechnet GitHub Copilot, der KI-Programmierassistent von Microsoft, nach Verbrauch ab. Ende Juni schloss der erste volle Abrechnungsmonat – und in den Foren knallt es. Manche Entwickler berichten von Rechnungen, die das Zehn- bis Fünfzigfache dessen betragen, was sie vorher zahlten.
Bisher galt bei Copilot eine simple Logik: fixer Monatspreis, unbegrenzte Nutzung. Damit ist Schluss. Jeder Tarif enthält jetzt ein monatliches Guthaben an GitHub AI Credits – ein Credit entspricht einem US-Cent –, das nach verbrauchten Token abgerechnet wird. Ist das Guthaben aufgebraucht, muss man nachkaufen.
Die Grundpreise bleiben zwar gleich (Pro 10 Dollar, Pro+ 39 Dollar, Business 19 Dollar pro Nutzer). Neu ist, dass die intensive Nutzung ab einem gewissen Punkt extra kostet.
Besonders teuer wird es dort, wo Copilot am meisten kann: im Agenten-Modus, in dem die KI mehrschrittige Aufgaben selbstständig abarbeitet. Eine einzige solche Sitzung kann laut Nutzerberichten 30 bis 40 Dollar an Credits verschlingen – mehr als das Dreifache des gesamten Monatsguthabens eines Pro-Abos. Ein Entwickler schilderte, nach einer Anfrage bereits über sechs Dollar verbraucht zu haben.
Der Frust ist messbar: Der offizielle Diskussions-Thread auf GitHub sammelte über 400 Kommentare und fast 900 Downvotes. GitHubs Produktchef Mario Rodriguez bringt die neue Realität nüchtern auf den Punkt:
Copilot ist nicht mehr dasselbe Produkt wie vor einem Jahr.
Nicht alles wird teurer. Die klassischen Code-Vervollständigungen und die Vorschläge für den nächsten Bearbeitungsschritt bleiben unbegrenzt und kostenlos – also genau die Funktionen, die Copilot einst populär gemacht haben. Aufs Taxameter kommen dagegen die rechenintensiven Dinge: Agenten-Sitzungen, der Zugriff auf die teuersten Spitzenmodelle und automatische Code-Reviews.
Copilot ist kein Einzelfall. Konkurrenten wie Cursor stellten schon 2025 auf verbrauchsbasierte Abrechnung um, Windsurf folgte Anfang 2026. Der Grund ist für alle derselbe: Jedes Token, das ein KI-Modell produziert, kostet echte Rechenleistung – anders als klassische Software, deren Grenzkosten gegen null gehen. Eine Flatrate, die mit der Nutzung nicht mitwächst, verliert bei intensiven Nutzern Geld.
Für dich als Entwicklerin oder als KMU mit Entwicklungsteam heisst das: Die Zeit der planbaren Fixkosten für KI-Werkzeuge geht zu Ende. Wer viel mit KI-Agenten arbeitet, sollte den Verbrauch künftig genauso im Blick behalten wie eine Cloud-Rechnung.