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Claude zieht als Teammitglied in Slack ein

Anthropic hat «Claude Tag» vorgestellt – einen KI-Agenten, der dauerhaft in Slack-Kanälen sitzt und per @Claude Aufgaben übernimmt. Anders als ein Chatbot merkt er sich den Kontext des Teams und arbeitet Aufträge selbstständig ab. Bei Anthropic selbst stammen angeblich schon 65 Prozent des Produkt-Codes von dem Werkzeug.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
27. JUNI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Skizze eines leeren Buerostuhls an einem langen gemeinsamen Tisch mit weiteren Stuehlen, am Fenster, mit elektroblauem Akzent
Handgezeichnete Skizze eines leeren Buerostuhls an einem langen gemeinsamen Tisch mit weiteren Stuehlen, am Fenster, mit elektroblauem Akzent (Dark Mode)
INHALT
01Vom Chatfenster zum Teammitglied02Ein Claude für den ganzen Kanal03Die KI, die sich von selbst meldet04Was Schweizer Teams beachten sollten
INHALT
01Vom Chatfenster zum Teammitglied02Ein Claude für den ganzen Kanal03Die KI, die sich von selbst meldet04Was Schweizer Teams beachten sollten
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Mit Claude Tag wird die KI vom Chat-Fenster zum festen Slack-Teammitglied, das mehrere Leute gemeinsam mit Aufgaben betrauen.

Anthropic verlegt seine KI dorthin, wo viele Teams ohnehin den ganzen Tag verbringen: in Slack. Am 23. Juni hat das Unternehmen Claude Tag vorgestellt – einen KI-Agenten, der dauerhaft in den Kanälen sitzt und per `@Claude` mit Aufgaben betraut werden kann. Verfügbar ist er vorerst als Beta für Enterprise- und Team-Kunden.

Vom Chatfenster zum Teammitglied

Der Unterschied zum klassischen Chatbot steckt im Wort Agent. Ein Agent antwortet nicht nur, sondern zerlegt einen Auftrag in einzelne Schritte und arbeitet diese selbstständig ab – mit den Werkzeugen, auf die er Zugriff hat. Tippst du `@Claude` mit einer Bitte in einen Kanal, plant die KI die Aufgabe, erledigt sie und meldet sich im selben Thread mit dem Ergebnis zurück.

Anbinden lassen sich dabei nicht nur Daten und Tools, sondern auf Wunsch sogar ganze Code-Bestände. Welche Kanäle und Quellen Claude sehen darf, legt das Team selbst fest.

Ein Claude für den ganzen Kanal

Das eigentlich Neue ist die Mehrspieler-Logik. In einem Kanal gibt es nicht für jede Person einen eigenen Claude, sondern genau einen, mit dem alle gemeinsam arbeiten. Jede und jeder sieht, woran er gerade dreht, und kann dort weitermachen, wo eine Kollegin aufgehört hat.

Aus dem privaten Chatpartner wird so ein geteiltes Werkzeug – ähnlich einem zusätzlichen Teammitglied, das mitliest und auf Zuruf einspringt.

Die KI, die sich von selbst meldet

Wird der sogenannte Ambient-Modus aktiviert, wartet Claude nicht mehr nur auf Befehle. Er hält das Team proaktiv auf dem Laufenden, weist auf relevante Informationen hin und hakt bei Threads oder Aufgaben nach, die liegengeblieben sind.

Wie ernst es Anthropic meint, zeigt eine Zahl aus dem eigenen Haus: Rund 65 Prozent des Codes im Produktteam stammen laut Unternehmen bereits von der internen Version von Claude Tag. Diese Angabe ist allerdings eine Eigenaussage und nicht extern geprüft.

Was Schweizer Teams beachten sollten

Claude Tag ersetzt die bisherige «Claude in Slack»-App. Administratorinnen haben 30 Tage Zeit, um umzustellen; für berechtigte Organisationen gibt es ein Startguthaben.

Für Schweizer Teams ist das Werkzeug sofort einsetzbar – interessant vor allem dort, wo viel über Slack koordiniert wird. Wichtig bleibt die Frage des Datenzugriffs: Weil Claude auf Kanäle, Dokumente und Codebestände zugreifen kann, lohnt sich vor dem Einschalten ein genauer Blick darauf, welche Daten man der KI tatsächlich öffnet.

Quellen

Anthropic – Introducing Claude Tag↗ EXTERNER LINKThe Decoder – Claude Tag embeds Anthropics AI in Slack↗ EXTERNER LINKFortune – Anthropic launches Claude Tag, a tool that works like a virtual employee within Slack↗ EXTERNER LINK
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