Aus dem IDE-Plugin wird ein eigenständiges Ökosystem mit Desktop-App, CLI, SDK und Managed-Agents-Endpoint. Spannendste Neuerung: Scheduled Tasks für autonome Hintergrund-Agents.
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Google macht Antigravity zur eigenständigen Agent-Plattform mit Desktop-App, CLI, SDK und Managed Agents in der Gemini API – mit nativem Scheduling für autonome Workflows.
Google hat an der I/O 2026 die zweite Version seiner Agent-Entwicklungsplattform Antigravity vorgestellt. Aus dem IDE-Plugin von 2025 ist ein eigenständiges Ökosystem geworden: Desktop-App, CLI, SDK und ein Managed-Agents-Endpoint in der Gemini API. Das Ziel: KI-Agenten sollen so einfach zu bauen sein wie heute eine Webseite.
Das Herzstück von Antigravity 2.0 ist die Trennung zwischen «Wie spricht der Entwickler mit dem Agent?» (Surface) und «Wie führt der Agent Code aus?» (Harness). Vier Surfaces stehen ab heute bereit:
Das Trennen von Surface und Execution klingt nach Detail – ist aber genau die Architektur, die OpenAI bei seinen Agents-SDKs noch nicht so sauber durchgezogen hat.
Die spannendste Neuerung steckt im Detail: Scheduled Tasks. Statt einen Agent jedes Mal manuell zu prompten, kannst du jetzt sagen «Jeden Tag um 8 Uhr prüfst du meine Newsletter-Inbox und fasst die KI-News zusammen.» Der Agent läuft autonom im Hintergrund, ohne dass du dich darum kümmerst.
Damit wird ein Agent vom Tool zur Automation Pipeline. Für Geschäftsanwender ist das der eigentliche Hebel: Nicht jeder Use Case braucht einen neuen Agent – aber viele Use Cases brauchen einen Agent, der wiederkehrend läuft.
Google hat zusätzlich native Voice-Kommandos eingebaut. Du kannst Antigravity per Stimme steuern – sowohl in der Desktop-App als auch über das CLI mit dem entsprechenden Audio-Layer. Das ist weniger Sci-Fi als es klingt: Wer in einem Customer-Support-Center sitzt und parallel tippt, hat hier einen echten Produktivitätsgewinn.
Der zweite Vertriebsschwerpunkt heisst Gemini Enterprise Agent Platform. Hier bündelt Google alles, was Konzerne brauchen: Audit-Logs, Identity-Integration, On-Prem-Deployment-Optionen, SLA. Anthropic und OpenAI haben ähnliche Angebote – Google geht aber stärker auf das Thema Managed Execution: Die Infrastruktur, auf der die Agents laufen, liefert Google selbst mit. Du musst keinen Container starten, keine VM aufsetzen.
Antigravity 2.0 ist ab heute weltweit verfügbar, also auch in der Schweiz. Pricing für die Managed Agents in der Gemini API liegt bei rund einem Drittel von vergleichbaren OpenAI-Angeboten. Für Schweizer Software-Unternehmen, die heute auf eigenen Servern Agents betreiben, ist das ein konkreter Pull-Faktor zu Google Cloud – inklusive der nervigen Frage, wo die Daten gehostet werden.
Die Branche wartet nun auf Anthropics Antwort. Claude Code hat in den letzten zwei Wochen die Limits verdoppelt, ein neuer SDK-Layer wurde mit der Akquisition von Stainless angekündigt. Wenn Anthropic in den nächsten Wochen ein vergleichbares Scheduled-Tasks-Feature ausrollt, haben Entwickler eine echte Wahl. Wenn nicht, dann ist Antigravity 2.0 für die nächsten sechs Monate der Standard.