Google hat an der I/O 2026 mit Gemini Spark seinen ersten echten Always-on-Agenten vorgestellt. Spark läuft 24 Stunden am Tag in virtuellen Maschinen in der Google Cloud, erledigt mehrstufige Aufgaben im Hintergrund und meldet sich nur, wenn er dich braucht. Ab nächster Woche ist Spark für AI-Ultra-Abonnenten in der Beta.
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Gemini Spark ist Googles erster vollständiger Always-on-Agent — er läuft 24/7 in der Cloud, integriert sich tief in Workspace und ist ab nächster Woche für AI-Ultra-Abonnenten verfügbar.
Google hat an der I/O 2026 mit Gemini Spark seinen ersten echten Always-on-Agenten vorgestellt. Spark läuft 24 Stunden am Tag in virtuellen Maschinen in der Google Cloud, erledigt mehrstufige Aufgaben im Hintergrund und meldet sich nur, wenn er dich braucht. Sundar Pichai nannte es «die nächste Evolution des digitalen Assistenten». Ab nächster Woche ist Spark für Google AI Ultra-Abonnenten in der Beta verfügbar.
Bisher reagiert Gemini – wie ChatGPT oder Claude – auf Eingaben. Du fragst, das Modell antwortet, Schluss. Spark dreht das um. Er bekommt einmal einen Auftrag und arbeitet ihn weiter ab, auch wenn du das Fenster schliesst oder das Handy weglegst. Konkret kann er:
Technisch sitzt Spark auf dem neuen Gemini 3.5 Flash und nutzt die Agent-Infrastruktur von Google Antigravity – eine Art Orchestrierungs-Schicht, die Cloud-VMs hochfährt, Aufgaben verteilt und Ergebnisse synchron mit dem Nutzer hält.
Beim Launch arbeitet Spark direkt mit:
Zusätzlich hat Google MCP-Connectors für Canva, OpenTable und Instacart freigeschaltet – das Model-Context-Protocol, ursprünglich von Anthropic eingeführt, wird damit zum De-facto-Standard für Agent-Integrationen. Spark kann also einen Tisch reservieren, ein Design entwerfen oder Einkäufe auslösen, ohne dass du die App selbst öffnest.
Im Sommer kommt eine eigenständige Gemini-Mac-App, in der Spark auch auf lokale Dateien zugreifen und Aufgaben direkt auf dem Rechner automatisieren soll. Das wäre für viele Schweizer Mittelstands-Anwender der relevante Schritt – dort liegt das Material nun mal auf der Festplatte, nicht in Drive.
Wenn du Workspace nutzt, bekommst du mit Spark einen Assistenten, der weiterarbeitet, während du in der Pause bist. «Brain dump» einmal alles, was du brauchst, und der Agent prüft im Hintergrund, ob die WG-taugliche 3,5-Zimmer-Wohnung in Zürich Wiedikon endlich frei wird – sobald sie auftaucht, kommt eine Push-Notification.
Konkret heisst das aber auch: Du brauchst Google AI Ultra (rund 100 Dollar pro Monat). Spark ist ein Ultra-Feature, das Google erkennbar als Hebel für seine Premium-Stufe positioniert. Pichai sagte an der Keynote, Gemini werde inzwischen mit 9,7 Billionen Tokens pro Monat angesprochen – die Monetarisierung über Premium-Agenten ist die nächste logische Stufe.
Für Anthropic und OpenAI ist Spark eine Ansage. Anthropic hatte mit Computer-Use und Claude Code Routines schon ähnliche Bausteine, aber kein vollständiges Always-on-Produkt im Consumer-Channel. OpenAI hat zwar Operator angekündigt, das Produkt ist aber bisher kein Massenphänomen.
Google bringt das Ganze in jenem Ökosystem, in dem die meisten Menschen ohnehin schon ihren Tag verbringen – Gmail, Kalender, Docs. Wer das nutzt, hat Spark plötzlich neben dem Posteingang, ohne ein neues Tool installieren zu müssen.
Agenten sind seit eineinhalb Jahren das Versprechen der KI-Industrie. Spark ist das erste Produkt, das diese Idee in einer breiten Consumer-Plattform ausrollt – mit konkreten Use-Cases, einer Bezahlschiene und Integrationen, die schon zum Start funktionieren. Ob das den Alltag wirklich verändert, hängt jetzt davon ab, wie zuverlässig Spark bei längeren Aufgaben bleibt und wie gut die MCP-Integrationen mit Drittparteien wachsen.
Für die Schweiz heisst das: Wer Workspace eingeführt hat, bekommt einen produktiven Agenten ins Haus – ohne neuen Integrationsaufwand. Wer auf Microsoft 365 sitzt, schaut diese Woche genauer hin, was Copilot bald dagegen zu setzen hat.